Quantum erforscht Trends, gibt Impulse und versteht sich als Plattform für die Erprobung innovativer Fernseh- und Internet-Formate in verschiedenen Genres und Längen. Nach erfolgreicher Erprobung oder Ausstrahlung werden unsere Formatentwicklungen in anderen Redaktionen der Senderfamilie (ZDF, ZDFneo, ZDFkultur, ZDFinfo, aber auch ARTE und 3sat) fortgeführt. Wir bieten kreativen Autoren, jungen RegisseurInnen und innovativen Produktionsfirmen die Chance, eigene Formatideen mit uns zu entwickeln und zu realisieren. Das bedeutet viel Freiraum für Originalität, redaktionelle Unterstützung und professionelle Betreuung von der ersten Idee bis zur Sendung.
Projekte bei Quantum
Lost in Music
Pop-Dokumentationsreihe, 1992 bis 1999
Mit "Lost in Music" begann Quantum Anfang der 90er Jahre neue Musikströmungen zu erforschen und holte deren Akteure vor die Kamera. Damals waren sie teilweise noch jung und unbekannt, die Pioniere von Techno, Hip Hop, Reggae, Metal, Electronic, Drum & Bass, heute haben viele den Durchbruch erreicht. Die verschiedenen Sendungen fanden jeweils einen eigenen Stil und eine adäquate Erzählweise für die Welt, die sie von innen heraus beschrieben. Sie ließen alleine die Akteure sprechen und widmeten sich konsequent den Wurzeln, Ausdrucksformen und Spielarten der jeweiligen Szene.
"Lost in Music" wurde im ZDF, bei ARTE und auf 3sat ausgestrahlt und mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
Neben "Lost in Music" entwickelte Quantum noch zwei weitere Dokumentationsreihen, die sich mit Popmusik beschäftigten: "Pop Odyssey" (befasste sich mit markanten Phänomenen der Pop History) und "Fantastic Voyages".
Deckname Strack
Fake-Biographie, 1995
150 Stunden Filmmaterial hat der Autor und Regisseur Carl Ludwig Rettinger gesichtet, bevor er daraus als Collage ohne zusätzlichen Dreh den skurrilen Agententhriller "Deckname Strack" montierte. Nach Ansicht des Films besteht kein Zweifel mehr: Günter Strack, einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, war in Wahrheit ein gerissener Agent, der ständig seine Rollen und Identitäten wechselte, um den Westen zu sabotieren - vom Anwalt bis zum Bischof. Als Erzähler und Kronzeuge fungiert Detektiv Matula (Claus Theo Gärtner), der Strack-Partner aus der ZDF-Serie "Ein Fall für Zwei". Der Erzähltext und die Kunstfertigkeit des Schnitts entlocken den ausgewählten Filmsequenzen eine ganz neue „Wahrheit“. Entstanden ist ein ironischer Parforceritt durch 30 Jahre Fernsehgeschichte und nicht zuletzt: eine Verbeugung vor einem großen, vielseitigen Schauspieler. „Deckname Strack“ war der Pilotfilm einer geplanten Reihe „Fernseh-Legenden" im Auftrag der quantum-Werkstatt und wurde im ZDF und auf 3sat gesendet.
Fernsehzauber: Aktenzeichen XY ungelöst
TV-Kult-Dokumentation, 1999
Es gibt kaum eine Sendung im deutschen Sprachraum, die sich so ins kollektive Bewusstsein eingegraben hat, wie "Aktenzeichen XY ungelöst". Quantum stellte aus diesem Grund bereits 1999 das Format, seine Macher und vor allem seine Zuschauer in den Mittelpunkt eines Piloten, der sich mit der Wirkung und den Hintergründen von Klassikern des deutschen Fernsehens beschäftigen sollte.
Seit 1967 prägt "Aktenzeichen XY" in seiner Mischung aus realem Grauen und dem Versuch der Verbrechensbekämpfung das deutsche Fernsehen. "Fernsehzauber" holte die Zuschauer vor die Kamera und ging den Ursachen der Faszination nach. Niemand, der nach einer Sendung nicht einmal unters Bett geschaut hätte.
Zwischen Kult und Trauma: Unmengen von Archivmaterial und Interviews mit Machern, Zuschauern, Kritikern und Zeitgenossen des Erfinders und langjährigen Moderators Eduard Zimmermann portraitieren eine Sendereihe, die noch immer enorm erfolgreich im deutschen Fernsehen läuft.
Fantastic Voyages: Kosmologie des Musikvideos
Pop-Dokumentationsreihe, 2000 bis 2001
Als sich das Musikvideo kurz vor dem Niedergang der Musikindustrie auf dem Höhepunkt seiner kreativen Blüte befand, seiner budgetären Potenz und seines Einflusses auf die Popkultur, wurde es von Quantum in den Mittelpunkt einer siebenteiligen Reihe gestellt. „Fantastic Voyages“ beleuchtete das Musikvideo als eigenständige Kunstform und als Träger von inhaltlicher, technischer und formaler Innovation. Mit Hilfe von Regisseuren, Musikern und Wissenschaftlern führte die essayistische Reihe in die Geschichte der ästhetischen und technischen Entwicklung, gab Einblicke in die Produktion und Entstehung und analysierte unterschiedliche Gattungen und Themenfelder wie "Albträume", "Space is the Place" und "Bodyrock". Christoph Dreher, der Autor und Regisseur der Reihe, hat sich unter anderem durch Dokumentationen über zeitgenössische Musikszenen und die Geschichte der Popkultur international einen Namen gemacht. Für Realisation und Schnitt war die Hamburger Videokünstlerin Rotraut Pape verantwortlich.
"Fantastic Voyages" nahm bei zahlreichen Festivals teil und lief auch im australischen, tschechischen und georgischen Fernsehen.
Neben "Fantastic Voyages" gab Quantum noch zwei weitere Dokumentationsreihen in Auftrag, die sich mit Popmusik beschäftigten: "Pop Odyssey" (befasste sich mit markanten Phänomenen der Pop-History) und "Lost in Music".
Die Quotenmacher
Investigative Dokumentation, 2000
Fernsehquote und Marktanteil bestimmen nahezu alles, was man als Zuschauer im Fernsehen vorgesetzt bekommt. Wie die Hochrechnung aber genau funktioniert, war Quantum einen zweiten Blick wert. Im Film "Die Quotenmacher" (2000) begibt sich der fiktive Detektiv Peter Schmilinsky auf die Spur der Fernsehquotenmessung. Eingebettet in eine fiktionale Rahmenhandlung und mit schauwertig inszenierten Locations kamen Interviewpartner zu Wort, die über das Zustandekommen der Fernsehquote mehr wissen, als allgemein bekannt. Dabei wurde der Film nicht zur Nabelschau, es kamen Leute wie der Schweizer Messgeräteerfinder Matthias Steinmann, ehemalige Panelteilnehmer und Fernsehmacher zu Wort, die auch die umstrittenen Aspekte der "harten Währung" des Fernsehens diskutierten.
Blind Date: No Script - but Olli und Anke
Improvisations-Comedy-Reihe, 2000 bis 2005
Sechs Mal schlüpften die beiden Comedians Olli Dietrich und Anke Engelke zwischen 2000 und 2005 in eine vorher festgelegte Rolle, die dem jeweils anderen völlig unbekannt war. Ohne Drehbuch, dafür mit einem Charakterbriefing, das der jeweils andere nicht kannte, trafen die beiden an einem Ort zusammen (Aufzug, Taxi, Bahn-Abteil oder Schulklasse) und improvisierten um die Wette. 2003 wurde das Improvisationsformat mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und dem Bayerischen Fernsehpreis geehrt.
Stellmichein!
Doku-Soap, 2006
Fünf Menschen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen ans Leben, aber mit einem gemeinsamen Ziel: Ein Job muss her. "Stellmichein!", die erste Doku-Soap mit Zeichentrick, begleitet ihren mitunter recht steinigen Weg ins Berufsleben über mehrere Monate und erzählt dabei mit viel Charme und Einfühlungsvermögen ebenso unterhaltsame wie aufschlussreiche Geschichten über die Welt der Arbeit – aus der Sicht derer, die immer noch hoffen, irgendwann (wieder) dazu zu gehören.
Regisseurin Kathrin Rothe wurde für "Stellmichein!" mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
Ijon Tichy: Raumpilot
Science-Fiction-Satire, 2007
Sechs Folgen lang bestand der tollkühne Raumpilot Ijon Tichy (Oliver Jahn) 2007 in seiner wohnlichen Dreizimmer-Rakete unglaubliche Weltraum-Abenteuer. Mit Erfindungsreichtum, dem Mut des selbsternannten "Held von Kosmos" und seiner widerspenstigen holografischen Assistentin, der "analogen Halluzinellen" (Nora Tschirner) schlug er sich mit Zeitschleifen, futurologischen Kongressen, Kulupen-Jagden und Marsmasern herum.
Die in liebevoller Detailarbeit produzierten Filme basieren auf Motiven des polnischen Science-Fiction-Autors Stanislaw Lem.
Die erste Staffel der Science-Fiction-Satire wurde von Quantum entwickelt und 2007 im Kleinen Fernsehspiel ausgestrahlt. Aufgrund des großen Erfolgs beim Publikum (aktive Fans, hohe Abrufe in der ZDF-Mediathek, Deutscher Fernsehpreis 2007) gelang dem Projekt der Transfer ins "große Programm": mit der gleichen Besetzung rund um Oliver Jahn und Nora Tschirner strahlten das ZDF-Hauptprogramm und der Digitalkanal ZDFneo 2011 die zweite Staffel "Ijon Tichy" aus.
Projekt-Einreichungen
Wir suchen Formatideen, die es noch nicht gibt! Konzepte und Exposés können laufend eingereicht werden und sollten durch künstlerische Lebensläufe und aussagekräftige Arbeitsproben ergänzt werden. Die Quantum-Redaktion trifft sich regelmäßig, um eingereichte Projektvorschläge zu besprechen und eigene Konzepte zu entwickeln. Wir vergeben Entwicklungsaufträge und finanzieren Pilotfolgen. Originalität ist dabei ebenso wichtig wie die Aussicht auf mögliche Fortsetzung innerhalb der Senderfamilie.Geschichte
Das Formatlabor Quantum gibt es seit 1989. Hier wurden Magazinsendungen wie das Frauen-Nachrichtenmagazin "Nova" oder die vielbeachtete Musikreihe "Lost in Music" entwickelt, mit "Fantastic Voyages" dem künstlerisch avancierten Musikclip ein Forum gegeben, der erste deutsche Spielfilm ("Unter dem Berg", 1992) in HDTV-Norm realisiert und mit den webcamnights.tv ein neues multimediales ZDF-Nachtprogramm aus der Taufe gehoben. Auch das Konzept der ARTE-Themenabende geht auf Quantum zurück.Erfolgreiche Projekte der letzten Jahre waren "Blind-Date" (Grimme-Preis 2003), "Stellmichein!" (Grimme-Preis 2007) und "Ijon Tichy – Raumpilot" (Deutscher Fernsehpreis 2007). Die zweite Staffel wurde Ende 2011 auf ZDFneo und im ZDF gesendet und für den Grimme-Preis nominiert.Derzeit entstehen zwei Piloten für eine fiktionale Serie sowie eine sechsteilige Comedy-Serie über die Erschaffung der Welt und ihren jetzigen Zustand.
Kontakt
Koordination
Lucia Haslauer
Haslauer.L@zdf.de
Lucas Schmidt
Schmidt.L@zdf.de
Assistenz
Cornelia Beil-Hernandez
Beil-Hernandez.C@zdf.de
Postadresse
ZDF
Das kleine Fernsehspiel/Quantum
55100 Mainz


