Manifest der Kommunistischen Partei
"Unsere Zeit, die Zeit der Demokratie, bricht an", hat auch Marx' engster Mitstreiter Friedrich Engels die französische Revolution in der "Deutsch-Brüsseler (Emigranten-) Zeitung" enthusiastisch begrüßt. "Die Flammen der Tuilerien und des Palais Royal sind die Morgenröte des Proletariats. Die Bourgeoisherrschaft wird jetzt überall zusammenkrachen und zusammengeworfen werden."Zeitgleich rotiert in der Londoner Liverpool Street eine Streitschrift durch die Handpresse des dortigen Arbeiterbildungsvereins. "Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution erzittern", verkünden die anonymen Verfasser dieses "Manifestes der Kommunistischen Partei" kühn. Den Polizeibehörden ist es durchaus kein Geheimnis, wer die wirklichen Urheber der gedruckten Kampfansage sind: Karl Marx hat die gemeinsam mit Friedrich Engels entwickelten Ideen Anfang 1848 zu Papier gebracht.Aufstand des Proletariats
Der zeitliche Zusammenhang scheint den Verdacht nahezulegen: Ist jetzt die historische Stunde gekommen, um den manifestierten "Aufstand der proletarischen Massen" durch Propaganda und Waffenhilfe anzuzetteln? Werden die Künder eines neuen Zeitalters nun im Schulterschluss mit politisierten Arbeitern selbst auf die Barrikaden steigen, um die herrschenden Gewalten zu stürzen?ZITAT
„Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte. ”
"Fortschritt nicht aufzuhalten"
Karl Marx ist ein Denker, ein Philosoph. Er scheut sich nicht, die Schranken gängiger Anschauungen zu durchbrechen. Mit wissenschaftlichem Anspruch und universellem Vorwissen hat er versucht, den Gang der Weltgeschichte zu ergründen. Er hat Gesetzmäßigkeiten destilliert, die nach seiner Weltsicht das Handeln und Wandeln der Menschen seit ihren Anfängen bestimmen.Doch gerade aus dieser Erkenntnis heraus sieht er sich nicht von dem für ihn lächerlichen Ehrgeiz getrieben, die Zukunft der Menschheit nach Gutdünken, mit Gewalt zu erzwingen. Denn der Fortschritt, davon ist der Philosoph überzeugt, ist eine Kraft, die ohnehin nicht aufzuhalten ist. Wird sie doch nicht durch kühne Ideen bewegt, sondern durch höchst materielle Triebkräfte.

