Die Preisträger im Überblick
"Lebenswerk"
Dieter Hallervorden
Mit der Gründung des bis heute aktiven Kabaretts "Die Wühlmäuse" im Jahr 1960 legte Dieter Hallervorden den Grundstein für seine Bühnen- und Fernsehkarriere. Nach Rollen in der Mediensatire "Das Millionenspiel" und im TV-Thriller "Der Springteufel" gelingt ihm 1975 der große Durchbruch mit der Comedy-Serie "Nonstop Nonsens". Die dort entstandene Rolle des "Didi" entwickelte er als Drehbuchautor und Schauspieler für eine Kinofilmreihe mit Titeln wie "Didi - Der Doppelgänger" weiter. Diese Produktion von 1984 gehörte lange Zeit zu den erfolgreichsten Filmen in Deutschland. Auch als Sänger von humorvollen Songs wie "Du, die Wanne ist voll" und als Moderator von TV-Shows wie "Verstehen Sie Spaß?" feierte er Erfolge. Daneben fand das Multitalent noch die Zeit, mehrere Bücher zu schreiben. Seit 2009 betreibt der 77-Jährige als künstlerischer Leiter das Berliner Schlosspark Theater.
"Hallervorden ist ein äußerst nachdenklicher und sensibler Mann, der die deutsche Polit- und Gesellschaftssatire nachhaltig beeinflusst und humorvoll geprägt hat", sagt HÖRZU.
"Bester Fernsehfilm"
"Das Ende einer Nacht" (ZDF)
Der Justizthriller von Regisseur Matti Geschonneck betrachtet einen schwierigen Gerichtsfall: Eine Richterin (Barbara Auer) soll entscheiden, ob die Vorwürfe gegen den reichen Unternehmer (Jörg Hartmann), seine Ehefrau (Katharina Lorenz) brutal vergewaltigt zu haben, berechtigt sind oder nicht. Es entwickelt sich ein brillantes Duell zwischen Anwältin (Ina Weisse) und Richterin.
Die Jury urteilt: "Matti Geschonnecks fintenreiches Beziehungsstück ist so realitätsnah wie emotional aufrüttelnd."
"Beste Information"
Claus Kleber - "heute-journal" (ZDF)
Seit 2003 ist er das Gesicht des "heute-journals": Claus Kleber (57). Bevor er zum ZDF kam, berichtete er 15 Jahre lang für die ARD aus den USA. Er ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Lobenswert laut Jury: "Er erklärt viel und weiß genau, über was er redet."
"Lebenswerk Musik"
Joe Cocker
Mit der Coverversion des Beatles-Songs "With A Little Help From My Friends" gelang dem Rock- und Bluessänger 1968 der weltweite Durchbruch. Seine Musik und leidenschaftliche Live-Darbietung begeisterte schon 1969 beim Woodstock-Festival das Publikum. Während seiner über 45-jährigen Musikkarriere sind 22 Studioalben - zuletzt in 2012 das Album "Fire It Up" - sowie mehrere Live-Alben und zahlreiche Singles entstanden. Der 68-Jährige Musiker steht für Welthits wie "You Can Leave Your Hat On”, "Unchain My Heart" und "Up Where We Belong". Joe Cocker wurde mehrfach mit Gold und Platin und anderen Auszeichnungen geehrt, darunter auch der "Oscar".
"Joe Cocker ist eine außerordentliche Sängerpersönlichkeit. Seine raue und markante Stimme ist einzigartig. Er berührt damit in unnachahmlicher Weise seit Generationen die Herzen", sagt die HÖRZU.
"Beste Musik International"
Lang Lang
Seit seinem künstlerischen Durchbruch im Alter von 17 Jahren ist die Karriere von Lang Lang mit Superlativen gepflastert. Regelmäßig erreicht er mit seinen Klassikalben selbst in den Popcharts hohe Positionen. Seine Konzerte, unter den renommiertesten Dirigenten und mit den bedeutendsten Orchestern, sind weltweit stets ausverkauft. Seit seinem Auftritt bei der Eröffnungfeier der Olympischen Sommerspiele in Peking ist er der weltweit bekannteste Künstler der klassischen Musik.
"Mit Lang Lang ehrt HÖRZU einen Klassikstar, der nicht nur ein hervorragender Pianist und Musiker ist, sondern durch seine sympathische, gewinnende Art auch Nicht-Klassikhörer zu begeistern vermag", sagt HÖRZU.
"Beste Musik National"
Unheilig
Im Jahr 2000 gründete "Der Graf" seine deutschsprachige Band, die 2006 mit dem Album "Moderne Zeiten" den ersten Charteintritt feierte. Mit jeder weiteren Veröffentlichung stieg der Erfolg: so wurde das 2010 erschienene Album "Große Freiheit" über 1,7 Millionen Mal verkauft. Das im letzten Jahr veröffentlichte achte Studioalbum, "Lichter der Stadt", eroberte sofort die Chartspitze, erhielt Dreifach-Platin in Deutschland und jeweils Platin in der Schweiz und Österreich. Mit der gleichnamigen Tour begeisterte Unheilig über 400.000 Besucher. Insgesamt erlebten in den letzten Jahren über eine Million Menschen die besondere Atmosphäre eines Live-Konzertes von Unheilig.
"Platin in Deutschland, der Schweiz und in Österreich, Spitzenreiter in den Charts, ausverkaufte Hallen und eine generationsübergreifende Fangemeinde - "Der Graf" und Unheilig haben bewiesen, dass sie zum Besten gehören, was die deutsche Musiklandschaft derzeit zu bieten hat. Mit ihrer Musik transportieren sie Geschichten, die uns alle berühren", so HÖRZU.
"Beste Schauspielerin International"
Sigourney Weaver
Die für den Oskar nominierte Schauspielerin und Golden-Globe-Preisträgerin spielte unvergessliche Rollen in zahlreichen dramatischen, aber auch komischen Filmen von "Alien" bis "Gorillas im Nebel". Als Leutnant Ellen Ripley im Science-Fiction-Film "Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" beeindruckte sie Zuschauer und Kritiker gleichermaßen und wurde zum ersten weiblichen Actionstar. Mit drei Fortsetzungen entwickelte sich "Alien" zu einer der weltweit erfolgreichsten Reihen des Horror-Science-Fiction-Genres und brachte Sigourney Weaver in der zweiten Folge eine Oscar-Nominierung ein. Neben ihrer Rolle in der "Alien"-Reihe überzeugte sie mit ihrer schauspielerischen Wandlungsfähigkeit auch in Dramen und Komödien.
Mit der Hauptrolle in "Gorillas im Nebel" etablierte sie sich endgültig als einer der großen weiblichen Hollywoodstars und erhielt für die Verkörperung der Primatenforscherin Dian Fossey einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin sowie eine Oscar-Nominierung. Im selben Jahr durfte sie auch noch den Golden Globe als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in "Die Waffen der Frauen" entgegennehmen und konnte eine weitere Oscar-Nominierung für sich verbuchen.
Sie überzeugte in der Doppelgänger-Komödie "Dave" und brillierte im Familiendrama "Der Eissturm", für das sie einen BAFTA-Award erhielt. Die Raumschiffkomödie „Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall“ bescherte ihr viel Erfolg, was in erster Linie daran lag, dass Sigourney Weaver darin eine glänzende Parodie ihrer eigenen Rolle in dem Klassiker "Alien" gelungen ist.
Spätestens mit ihrer Hauptrolle im 3D-Spektakel "Avatar – Aufbruch nach Pandora" beweist sie eindrucksvoll, dass sie trotz ihrer umfangreichen Filmografie noch lange nicht ans Ende ihrer Karriere denkt.
"Bester Schauspieler International"
Clive Owen
Er war für den Oscar nominiert und hat den Golden Globe gewonnen: Das Publikum feiert Clive Owen in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt. Die bunte Auswahl seiner Film-Auszeichnungen zeigt, dass er zu den vielseitigsten Schauspielern unserer Zeit gehört.
Nach seiner bestechenden Leistung in der Hauptrolle von Mike Hodges’ Überraschungserfolg "Croupier" verglichen ihn die Kritiker mit Bogart, Mitchum und Connery. 2005 bewies sich Clive Owen als Leinwandstar in der Rolle von Larry in Mike Nichols’ "Closer", für die er den Golden Globe erhielt und für den Oscar nominiert wurde. Später spielte er in mehreren Kassenschlagern und Publikumserfolgen einschließlich der Kultfilme "Children of Men" und "Inside Man".
"Clive Owen bannt mit seiner furiosen Schauspielkunst den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute. Sein überaus präzises Spiel und seine unnachahmliche Mimik machen aus Actionfilmen und Kammerspielen großes Kino", sagt die Jury.
"Leserwahl" - Beste Unterhaltungsshow
Wetten, dass..?
Der Unterhaltungs-Dino hat sich einer Frischzellenkur unterzogen und ist wieder in aller Munde. Moderator Markus Lanz überzeugt mit Charme, Natürlichkeit und einer großen Portion sportlichem Ehrgeiz. Ausgesprochen sympathisch: sein ehrliches Interesse am Können der Wettkandidaten.
"Beste deutsche Schauspielerin"
Claudia Michelsen
In dem Drama "Der Turm" spielt Claudia Michelsen eine Arztgattin im Dresden der Vorwende-DDR, die sich anfangs selbst verleugnet, schließlich aber emanzipiert. Schon öfter verlieh Claudia Michelsen, 1969 in Dresden geboren, ostdeutschen Charakteren ein unverwechselbares Innenleben, etwa in "12 heißt: Ich liebe dich". Sie spielt Anne Hoffmann, die betrogene Frau eines Arztes. Wunderbar reduziert, sich selbst geradezu verleugnend, gibt sie zu Beginn die von ihrem Mann abhängige graue Maus. Wie sich diese Frau mühsam abnabelt, emanzipiert und dem Widerstand in der Vorwende-DDR anschließt, zeigt Michelsen bewundernswert glaubwürdig.
"Bester deutscher Schauspieler"
Charly Hübner
Mit der Rolle des Soziopathen "Robert" ist Charly Hübner in dem Thriller "Unter Nachbarn" ein schauspielerisches Meisterstück gelungen. "Robert" wirkt wie der nette Typ von nebenan, stets hilfsbereit und heiter. Sein neuer Nachbar David merkt zu spät, welche unheilvollen Leidenschaften in "Robert" wüten. Ein Bravourstück des 40-jährigen Neustrelitzers, der auch als impulsiver Superbulle im Rostocker "Polizeiruf 110" neue Farbe ins Spiel bringt und hoch gelobt wird.
"Lebenswerk International"
Al Pacino
Er gehört zu den berühmtesten Schauspielern der Welt. In seinen Rollen verkörperte der Italo-Amerikaner mehr als 50 verschiedene Charaktere und prägte damit rund 40 Jahre Filmgeschichte. Sein Weg führte vom Theater über die Hauptrolle im Film "The Panic in Needle Park" zu Starregisseur Francis Ford Coppola, der ihm die Rolle des Michael Corleone in der Trilogie "Der Pate" gab. Dies bedeutete seinen internationalen Durchbruch und seine erste - von mittlerweile acht - Oscar-Nominierungen. Für sein Wirken in der Literaturverfilmung "Der Duft der Frauen" erhielt er den Oscar. Er wurde überdies mehrfach mit dem Golden Globe und anderen Auszeichnungen geehrt. "Das Gesamtwerk Al Pacinos ist mehr als imposant. Eindrucksvoll stellt er durch seine überragende schauspielerische Arbeit sowie als Produzent und Regisseur unter Beweis, dass er Film und Bühne nicht nur liebt, sondern lebt", sagt HÖRZU.
Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera
Max von der Groeben
Als einziger Preisträger des Abends war er völlig ahnungslos, denn eine Nominierung gab es nicht. Der 21-jährige Max von der Groeben saß im Publikum und sah sich die Verleihung der Goldenen Kamera an, als ihn Hape Kerkeling zum Method Acting aus dem Stück "Romeo und Julia" aufforderte. Stattdessen stand im Text aber etwas ganz anderes, denn Max von der Groeben wurde von der Jury als bester Nachwuchsschauspieler ausgewählt.


