Die 1949 in Ohio geborene Bestsellerautorin lebt heute in Kalifornien und ist Professorin für Literatur und englische Sprache. Das ZDF traf die Autorin in ihrer "zweiten" Heimat England.
Glaubwürdigkeit als Erfolgsrezept
Ihre Kriminalfälle spielen allesamt in England und in der englischen Gesellschaft, die sie bei aller Liebe mit scharfer Feder gnadenlos seziert: "Ich versuche einfach, ehrlich und ausgewogen zu sein. Die englische Gesellschaft hat enorme Probleme, die ausgesprochen werden müssen. Und wenn die Leute das, was in meinen Büchern steht, auch in den Zeitungen lesen können, denke ich, dass das meine Glaubwürdigkeit unterstreicht." Ihr Erfolgscocktail: viel Spannung, Raffinesse, ein bisschen Upperclass, dazu ein Schuss Psychologie. Abgerundet wird das Ganze mit kriminalistischem Feingefühl. Das Milieu wäre häufig der Grund für ein Verbrechen, meint sie. Um eine Umgebung liebevoll, realistisch und authentisch zu schaffen, müsse sie als Autorin ein Gespür für diese Atmosphäre entwickeln können.Motivsuche in England
Deshalb recherchiert die Wahl-Kalifornierin für die Fälle ihrer beiden Helden, Inspector Lynley und Sergeant Havers, immer wieder wochenlang vor Ort. Häufig sind es Zufälle, die sie inspirieren. Kleine Szenen, die sie im Alltag beobachtet, werden Teil ihrer nächsten Geschichte. In ihren Büchern blickt sie hinter die Fassaden der bürgerlichen Gesellschaft, wo sich Abgründe auftun und eifrig gemordet wird.Die ersten Bücher waren Flops
Die Mordfälle sind immer gepaart mit einer fundierten Gesellschaftskritik. Es ist der Gegensatz von reich und arm, vom Leben in den Villengegenden und Armutsvierteln, den sie immer wieder anprangert: "Es ist das Klassensystem, das nach wie vor das Leben der Engländer bestimmt, auch wenn sie es verleugnen." Sie selbst sieht sich wie eine ihrer Hauptfiguren, Saint James, der "very british" ist: "Bei großen Gefühlen legt er eine gewisse unterkühlte und analytische Art an den Tag. Genau wie ich."ZITAT
„Meine zwei ersten Bücher wurden nicht veröffentlicht. Beim dritten wird es genauso sein, dachte ich, also probierst du es mal mit dem Inspector Lynley. Wenn er so erfolgreich bei Scotland Yard ist, dann kann er auch bei mir die Fälle lösen.”


