Uncle Sam wants you
Der alte Mann mit den grauen Haaren, Ziegenbart und dem komischen Hut. In den 1970ern war er jedem ein Begriff. Mit „I want you“ lockte er die US-Amerikaner im 1. Weltkrieg zum Militärdienst. Die US-Soldaten Ryan und Joseph kämpfen mit den Folgen ihrer Verletzungen. Während Joseph hofft, bald wieder einsatzbereit zu sein, zweifelt seine deutsche Frau Anett an der Mission. Bridget Jacksons Mann steht kurz vor seinem ersten Einsatz. Der Angst begegnet sie mit ihrem starken Glauben. Bridget König ist mit einem Deutschen verheiratet. Sie betreut Soldaten, deren Erlebnisse ihr keine Ruhe mehr lassen. Der Dokumentarfilm "Der innere Krieg" (20.15 Uhr) folgt Menschen auf deutschen US-Militärstützpunkten.Uncle Sam wants youIn den USA gibt es keine Wehrpflicht - jeder Soldat hat sich freiwillig zum Dienst an der Waffe gemeldet. Ein riskanter Beruf: Solange kein Ende der Irak- und Afghanistan-Einsätze beschlossen ist, kann jeder Soldat in den Krieg abkommandiert werden. Über 4000 Amerikaner sind im Irak schon gefallen, viele wurden verwundet, und täglich werden es mehr. Trotzdem finden sich nach wie vor zahlreiche neue Rekruten. Was bringt junge Menschen dazu, sich angesichts der aktuellen politischen Lage für eine militärische Laufbahn zu verpflichten? Neben den Rekrutierungspraktiken der U.S. Army untersucht der Film "Uncle Sam wants you" (21.30 Uhr), wie sehr das Militär vor allem in den ärmeren und patriotischen Südstaaten in die Gesellschaft integriert ist und diese Integration gezielt verstärkt.Streitkräfte weltweit setzen immer mehr Roboter ein, die autonom agieren, und Feinde aus der Ferne zielgenau "eliminieren". Die Aufklärung des Kampfgebietes durch unbemannte Drohnen spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch für die Bundeswehr: Für den Einsatz in Afghanistan hat sie das deutsch-israelische Drohnensystem "Heron" geleast. Ein System, das schnell auch bewaffnet werden könnte. In der Nähe von Tel Aviv erlernen deutsche Soldaten den Umgang mit dem System. Die US-amerikanischen Streitkräfte sind schon weiter. Das Verteidigungsministerium hat das Ziel formuliert, dass bis 2015 ein Drittel der bewaffneten Fahrzeuge und Flugzeuge der US-Armee aus Robotern bestehen soll. Damit nicht genug: Der US-Forscher Ronald Arkin versucht, Kriegsmaschinen mit einem künstlichen Gewissen zu entwickeln, die die Kriegskonventionen verinnerlicht haben. Die Maschinen sollen selbst entscheiden, wann tödliche Gewalt angewendet wird.
Die Dokumentation "Bedingungslos gehorsam - der ferngesteuerte Krieger" (22.00 Uhr) von John A. Kantara stellt den Stand der Forschung vor und fragt, ob durch den Einsatz von Robotern menschliches Leben geschützt werden könnte oder ob Töten durch die Maschinisierung immer leichter wird. Für das Projekt "Operation Homecoming" (22.45 Uhr) schrieben meist junge US-Soldaten über ihre Kriegserlebnisse im Irak und in Afghanistan. Sie beschreiben, was ein Soldat fühlt, wenn er erstmals auf einen Menschen schießt, wie er damit umgeht, dass in fast jeder Situation der Tod lauert. Die filmische Realisierung einiger dieser Texte, teils mit dokumentarischen Filmmaterial, teils mit stark ästhetisierten Bildern, lässt den Zuschauer an ihren Erfahrungen teilhaben.
Kopf der Woche: Uncle Sam
Mittwoch, 24. Oktober ab 20.15 Uhr
20.15 Uhr Der innere Krieg
Dokumentarfilm von Astrid Schult, D 2009
21.30 Uhr Uncle Sam wants you- Militärrekrutierung in den USA
Film von Stephan Hilpert
22.00 Uhr Bedingungslos gehorsam - der ferngesteuerte Krieger
22.45 Uhr Operation Homecoming
Film von Richard E. Robbins, USA 2007


