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ML mona lisa  |  12.01.2013 

Mariele Millowitsch ganz privat

Hinterm Rampenlicht

Als Sechsjährige steht sie bereits mit ihrem berühmten Vater Willy auf der Bühne – die große Fernsehkarriere der Mariele Millowitsch aber beginnt erst mit der ZDF-Serie "Girlfriends", da ist sie Ende 30. "Ich war nicht mehr ganz neu", sagt die quirlige Schauspielerin: "Doch dann ging’s erst richtig los. Ein Spätzünder mit Nachhalt!" 

Mariele Millowitsch

Im ML-Interview verrät die 57-Jährige unter anderem, warum Einsamkeit für sie kein Thema ist, wie sie auf den Hund gekommen ist und was sie machen würde, wenn sie viel Zeit hätte.

(12.01.2013)

Mariele Millowitsch und ihre eigene Welt

"Wenn man als Kind auf einer Bühne mit seinem Vater steht, dann versucht man, abzuhauen", erzählt Mariele Millowitsch im ML-Interview.

(12.01.2013)

Schon vor Jahren ist Mariele Millowitsch auf den Hund gekommen. Luigi, die Promenadenmischung, ist der Hund ihres Herzens. „Also ich hätte jetzt, wenn ich viel Zeit hätte, oder einen Lottogewinn, mit Sicherheit mehr Tiere“, sagt Mariele: „Aber es geht im Moment nur eins, und das ist Luigi.“

Der berühmte Vater

Schon früh war Mariele die “Kleine“ vom “Großen“ Millowitsch, stand schon als Sechsjährige mit Vater Willy auf der Bühne, später übernahm ihr Vater Gastrollen in ihren Filmen. Als Kind habe sie auch hin und wieder mit ihrem Namen angegeben, erzählt die Schauspielerin: „Ich habe betont, wer ich bin und ich habe auch Geschichten erfunden, weil ich immer dachte, bei uns Zuhause muss man aber auch besonders sein. Das schwebte so in der Luft, dass man besonders zu sein hat. Und dann habe ich erfunden, dass Adenauer mich angesprochen hätte bei einem Museumsbesuch. Da war der auch, das war tatsächlich so. Das war in den 60er Jahren. Der hätte zu mir gesagt 'Du bist doch die kleine Millowitsch'. War natürlich geil, der hat mich gar nicht zur Kenntnis genommen, der Mann.“

Mariele Millowitsch  / Quelle: ZDF
Mariele Millowitsch (Quelle: ZDF)

Der eigene Weg

Eigentlich hätte Mariele gerne das renommierte Familientheater der Millowitschs in Köln übernommen, aber es ging an Peter, ihren jüngeren Bruder. Denn Vater Willy, wollte es nur an männliche Nachkommen weitergeben. „Also da waren immer so Zwänge innerhalb dieser Familie und die hätten sich bestimmt gelöst, wenn ich ein Kerl geworden wäre, was fest geplant war“, sagt sie: „Ich hätte Kaspar geheißen, Kaspar Millowitsch. Das ist nun Länge mal Breite schief gelaufen, deshalb hatte mein Bruder dann den Laden zu führen.“

Ein Leben im Schatten des großen Vaters, nicht immer ganz einfach für Mariele. Sie wollte ihr ganz eigenes Ding daraus machen, wie sie erklärt: „Das ist eine Aufgabe, ist auch eine Herausforderung für mich, zu sagen, ich gebe dem Namen noch eine Farbe, die mit mir zu tun hat. Da gibt es den Willy und da gibt es die Mariele. Und das ist mir gelungen.“

Die späte Karriere

 
Mariele Millowitsch am Set / Quelle: ZDF
Mariele Millowitsch am Set (Quelle: ZDF)
Mariele Millowitschs wirklich große Fernsehkarriere begann mit der ZDF-Serie „Girlfriends“ in einem Alter, in dem andere Karrieren oft schon enden. „Als die Girlfriends raus kamen und dann so einen Erfolg hatten, da war nicht mehr ganz neu“, sagt Mariele: „Da war ich Ende 30 und dann ging’s erst richtig los. Das ist schon verrückt. Ein Spätzünder - aber mit Nachhalt!“

Und fast schon schicksalhaft – die erste Filmbegegnung mit Walter Sittler. Fast könnte man meinen, er ist der natürliche Mann an ihrer Seite. „Walter ist wirklich ein Kollege mit dem ich auch die meiste Zeit verbracht habe“, erzählt Mariele: „Wir sind so ein, hoffentlich im guten Sinne, eingespieltes Team. Wir wissen beide um die Gefahr, wenn man so aufeinander eingestellt ist, dass man dann nicht nachlässig wird. Das ist auch bequem, wenn man sich so gut kennt.“

Die eigenen Entscheidungen

Und wer ist privat der Mann an ihrer Seite? Nach einer gescheiterten Beziehung lebt Mariele Millowitsch seit knapp zwei Jahren wieder allein. Einsamkeit ist für sie aber kein Thema: „Um ehrlich zu sein nicht", meint die 57-Jährige: „Weil ich nicht einsam bin. Wenn ich mich zurückziehe und wenn ich alleine bin, dann mache ich das, weil ich es so will.“ Denn Entscheidungen trifft sie meist für sich allein. Freunde spielen für Mariele dagegen eine Riesenrolle wie sie sagt: „Ich wäre aufgeschmissen ohne meine Menschen um mich herum, meine Freunde, meine Familie, meine Schwestern, meinen Bruder - ganz wichtig.“

Mariele Millowitsch spielt Marie Brand in der gleichnamigen ZDF-Serie. / Quelle: ZDF
Mariele Millowitsch spielt Marie Brand in der gleichnamigen ZDF-Serie. (Quelle: ZDF)
Im ZDF verkörpert Mariele Millowitsch die genial brillante Ermittlerin Marie Brand, eine Frau die schon mal mit zwei Händen schreibt. Im wirklichen Leben ist das mit den Händen so eine Sache: Vor einiger Zeit begann sie Klavierunterricht zu nehmen. „Das habe ich hingeschmissen“, erklärt Mariele: „Ich habe irgendwie gemerkt, ich bin so schlecht. Der Weg vom Hirn zu den Fingern ist zu weit, wie zwei Mal um den Planeten. Dann habe ich gesagt, okay, lassen wir es. Jetzt steht es rum und sieht schön aus.“ Eine Millowitsch zu sein, das heißt eben auch zu seinen eigenen Schwächen zu stehen.

12.01.2013

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