Die Stadtschreiber-Doku in voller Länge
von Werner v. Bergen/Thomas Hocke
Ein spannendes Experiment, wenn aus einer bedeutenden Schriftstellerin für eine Weile eine Filmemacherin wird. Kathrin Röggla, die Stadtschreiberin des Jahres 2012, hat sich filmisch mit einem Thema beschäftigt, das sie auch in ihrer Literatur schon länger bewegt: Wie geht man mit Orten und Situationen um, die im Ernstfall zur Katastrophe führen könnten? Oder die den Ernstfall bereits erlebt haben?Panorama zwischen Stillstand und Stilllegung
Bergbauminen, Kernkraftwerke, industrielle Großprojekte, aber auch öffentliche Bauvorhaben – sie alle haben ein gutes Risikomanagement nötig, nicht zuletzt, wenn es um die Abwicklung und Stilllegung der Industrie geht. Ein Prozess, der meist im traditionellen Wachstumsdenken nicht vorgesehen ist. Die österreichische Autorin Kathrin Röggla begleitet drei Risikomanager auf ihren Reisen zu Projekten im Kosovo, in Bulgarien, aber auch in die unterschiedlichsten Regionen Deutschlands. Sie erkundet mit dem ZDF-Team den professionellen Umgang mit Gefahren und Risikokonflikten. Und erfährt, wie so genannte Ewigkeitskosten entstehen, wenn im Konflikt zwischen kurzsichtigem Profitdenken und öffentlichem Interesse die Beteiligten zu keinen nachhaltigen Lösungen mehr finden.Röggla reist durch verlassene, überwucherte Industrielandschaften, beinahe brach liegende Bergbauminen und einstürzende Schächte, besichtigt vergessene Katastrophen und Hightech-Mülldeponien, ein Panorama zwischen Stillstand und Stilllegung und der vorausschauenden Krisenintervention, die Hand in Hand mit der Neunutzung der Areale gehen soll. Kathrin Röggla unternimmt, wie sie sagt, eine Reise durch die Permanenz der Zukunft inmitten unserer Gegenwart. Das, was wir heute hinterlassen, könnte morgen zur Gefahr werden.

