zurück Startseite

Porträt  |  28.03.2011 

Ingo Schulze: Mainzer Stadtschreiber 2011

Ehrung für einen streitbaren Autoren

Am 10. März 2011 wurde der Schriftsteller Ingo Schulze mit dem Mainzer Stadtschreiberpreis ausgezeichnet. Die von der Stadt Mainz, 3sat und ZDF verliehene Ehrung gilt dem Gesamtwerk von Schriftstellern, die die deutschsprachige Literatur beeinflussen und prägen. Dotiert ist der Preis mit 12.500 Euro; darüber hinaus ist er verbunden mit dem einjährigen Recht, die Stadtschreiberwohnung im Gutenbergmuseum zu beziehen und mit dem ZDF eine Dokumentation in freier Themenwahl zu drehen.  

(28.03.2011)

von Werner von Bergen/Harald Grimm

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren. Nach der Trennung seiner Eltern, einem Physiker und einer Ärztin, wurde er von der Mutter alleine großgezogen. Nach Abitur und Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee studierte er von 1983 bis 1988 klassische Philologie und Germanistik in Jena, war anschließend Dramaturg am Landestheater in Altenburg. In der Wendezeit engagierte sich im Neuen Forum.

Chronist der Wiedervereinigung

Ab 1990 baute er erfolgreich das "Altenburger Wochenblatt" auf, sowie ein Anzeigenblatt. 1993 lancierte er in Sankt Petersburg ebenfalls ein Anzeigenblatt. Seit Mitte der 90er Jahre lebt er in Berlin als freier Schriftsteller und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, so auch mit dem "aspekte"-Literaturpreis des ZDF im Jahr 1995 für sein Debüt, der Erzählsammlung "33 Augenblicke des Glücks".

Weitere Preise folgten, unter anderem der Ernst-Willner-Preis des Ingeborg Bachmann-Wettbewerbs (1995), der Joseph-Breitbach-Preis (2001), der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik (2007), sowie der Thüringer Literaturpreis (2007) und das Stipendiat der Villa Massimo in Rom (2007). Ingo Schulze ist seit 2010 Direktor der Sektion Literatur in der Akademie der Künste, Berlin.

Ingo Schulze ist der herausragende Chronist des wiedervereinigten Deutschlands. Seine Romane und Erzählungen haben mit ihrer kunstvollen, raffiniert leichten Sprache den Westdeutschen, aber auch dem Ausland, die Augen geöffnet für die Schwierigkeiten der Menschen, von einem politischen System in das andere zu wechseln.

Skizzen aus der Villa Massimo

Bereits sein literarisches Debüt im Jahr 1995, die Erzählsammlung, die in Sankt Petersburg und Umgebung spielt, machte Schulze bei Kritikern und Lesern bekannt. Mit "Simple Storys" (1998), die vorwiegend in Schulzes ostthüringischer Heimatstadt Altenburg spielen und mit dem großen Briefroman "Neue Leben" (2005) unterstrich Schulze, von der Kritik hoch gelobt, seine Kunst, die Gefühlslage der deutsch-deutschen Wende zu beschreiben. Auf große Zustimmung stieß zudem sein Erzählungsband "Handy - Dreizehn Geschichten in alter Manier" (2007) und sein jüngster Roman "Adam und Evelyn" (2008), der glänzend aus dem magischen Wendesommer 1989 berichtet.

Aktuell in diesem Jahr erschienen "Orangen und Engel. Italienische Skizzen", die während seines Aufenthaltes in der römischen Villa Massimo entstanden. Ingo Schulze lebt - wenn er nicht in der Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenbergmuseum residiert - mit seinen zwei Töchtern in Berlin.

28.03.2011

Merkliste

Papierkorb Bild
Merkliste versenden Merkliste schließen

Merkliste

Merkliste versenden

Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.



 
* Pflichtfelder  
Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
Zurück zur Merkliste Absenden Button

Merkliste

Hinweis

Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

Zurück zur Merkliste Merkliste schließen