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Aktuelle Umfrage  |  10.01.2013 

Niedersachsen: Knappe Mehrheit für Rot-Grün

Das Rennen in Niedersachsen bleibt spannend. In zehn Tagen wird dort gewählt. Derzeit hat Rot-Grün eine knappe parlamentarische Mehrheit, wie das aktuelle ZDF Politbarometer Extra zeigt. Die FDP legt leicht zu und kann die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. 

Politbarometer interaktiv

(Quelle: ZDF)

Niedersachsen vor der Wahl

David McAllister, CDU oder Stephan Weil, SPD? Wer wird neuer Ministerpräsident in Niedersachsen? Die Frage ist auch: Wieviel Wählerstimmen bekommen die möglichen Koalitionspartner Grünen und die FDP?

(10.01.2013)

Weil: "Wandel für Niedersachsen"

"Würde ich Ministerpräsident, würde ein grundlegender Wandel in der Bildungspolitik vorangetrieben werden", so Stephan Weil Spitzenkandidat der SPD in Niedersachsen.

(10.01.2013)
ZDF-Kandidatenscanner Niedersachsen / Quelle: ZDF

Kandidaten im Scanner

(Quelle: ZDF)

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Niedersachsen ist die CDU zwar stärkste Partei, aber SPD und Grüne zusammen verfügen zurzeit über eine knappe parlamentarische Mehrheit, auch wenn die FDP die Fünf-Prozent-Hürde überspringt.

Linke und Piraten verlieren

Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, dann ergäben sich folgende Projektionswerte für die Parteien: Die CDU käme zurzeit auf 39 Prozent (unverändert im Vergleich zum Dezember 2012), die SPD auf 33 Prozent (plus eins), die FDP auf fünf Prozent (plus eins), die Grünen auf 13 Prozent (unverändert), Linke und Piraten jeweils drei Prozent (jeweils minus eins). Die anderen Parteien lägen zusammen bei unverändert vier Prozent. Damit hätte aktuell eine rot-grüne Regierung eine knappe parlamentarische Mehrheit.

Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den kommenden Wahlausgang dar. Grundsätzlich sind bei diesen Werten auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen, die es beispielsweise derzeit nicht erlauben, das Überspringen oder Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde zuverlässig zu projizieren. Zudem können die Fähigkeiten der Parteien, in der letzten Woche vor der Wahl einzelne Wählergruppen unterschiedlich gut zu mobilisieren, zusammen mit koalitionstaktischen Überlegungen wahlentscheidend werden. Zurzeit wissen 42 Prozent (Dezember: 52 Prozent) noch nicht sicher, wen und/oder ob sie wählen wollen.

FDP kann auf Hilfe durch CDU-Anhänger hoffen

Stefan Birkner klebt Wahlplakate der FDP / Quelle: dpa
Die FDP könnte die Fünf-Prozent-Hürde überspringen (Quelle: dpa)
Bei der letzten Landtagswahl 2008 war die CDU auf 42,5 Prozent, die SPD auf 30,3 Prozent, die FDP auf 8,2 Prozent, die Grünen auf 8,0 Prozent, die Linke auf 7,1 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 3,9 Prozent gekommen. Hoffnungen kann sich die FDP insbesondere durch Unterstützung der Wähler machen, die eigentlich eher der Union nahestehen. So fänden es 50 Prozent der CDU-Anhänger im Land gut, wenn die CDU die FDP dabei unterstützen würde, die Fünf-Prozent-Hürde zu schaffen, 27 Prozent lehnen das ab und 22 Prozent ist es egal.

Die aus Sicht der Wähler zurzeit klar bevorzugten Regierungen wären: eine Große Koalition aus CDU und SPD sowie eine rot-grüne Koalition. Eine Koalition aus CDU und SPD fänden 47 Prozent gut und 33 Prozent schlecht (egal: 18 Prozent). Rot-Grün kommt auf 47 Prozent Zustimmung und 35 Prozent Ablehnung (egal: 15 Prozent). Andere Koalitionsmodelle werden mehrheitlich abgelehnt: Eine erneute Regierung aus CDU und FDP würde nur von 30 Prozent gut geheißen und von 47 Prozent abgelehnt. CDU und Grüne fänden 26 Prozent gut und 50 Prozent schlecht. (Rest zu 100 Prozent jeweils "egal" beziehungsweise "weiß nicht").

FDP: Erst zwei - jetzt fünf Prozent?

Gestern machte eine Forsa-Umfrage Schlagzeilen, die die FDP bundesweit bei zwei Prozent sah. Wie kommt das Politbarometer jetzt auf fünf Prozent in Niedersachsen, fragten User bei Facebook?

Matthias Jung, Forschungsgruppe Wahlen: Grundsätzlich muss jedes Forschungsinstitut die Umfrageergebnisse, die es veröffentlicht, selbst vertreten. Wir hatten die FDP in Niedersachsen im Dezember bei vier Prozent und jetzt bei fünf Prozent. Dabei zeigt es sich, dass der überwiegende Teil derjenigen, die jetzt die FDP wählen wollen, eigentlich eine Präferenz für die CDU hat, aber wohl aus koalitionstaktischen Gründen für die FDP votieren will - einfach um die FDP über die Fünf-Prozent-Hürde zu heben. Davon hat die FDP ja auch in der Vergangenheit schon oft profitiert. Ohne diese Unterstützung aus dem CDU-Anhängerlager würde sie sicher in Hannover scheitern. Deshalb nennen das ja auch viele "Leihstimmen".

Aber auch bundesweit hatte das Politbarometer im Dezember die FDP bei vier Prozent gesehen und im morgigen Politbarometer für den Bund wird das nicht viel anders sein.

Ministerpräsidentenfrage: McAllister weiter an der Spitze

Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, hat der CDU-Kandidat und Amtsinhaber, David McAllister, einen deutlichen Vorsprung (48 Prozent) vor seinem Herausforderer von der SPD, Stephan Weil, den nur 33 Prozent als Ministerpräsidenten wollen (weiß nicht: 19 Prozent). Allerdings hat sich der Vorsprung von McAllister vor allem aufgrund des gestiegenen Bekanntheitsgrades des SPD-Spitzenkandidaten von 21 Prozentpunkten im Dezember auf jetzt 15 Prozentpunkte verringert. Weiterhin hat McAllister aber mit 85 Prozent bei den CDU-Anhängern einen deutlich größeren Rückhalt als Weil mit 66 Prozent bei den Anhängern seiner Partei.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister / Quelle: DPA
48 Prozent wollen McAllister als Ministerpräsidenten. (Quelle: DPA)
Bei den aktuell wichtigsten Themen in Niedersachsen hat das Thema Schule und Bildung mit 31 Prozent (Dezember: 21 Prozent) an Bedeutung gewonnen und liegt damit jetzt klar vor dem Thema Arbeitslosigkeit mit 21 Prozent (Dezember: 22 Prozent). Beim Thema Schule und Bildung trauen die meisten (36 Prozent) eher der SPD zu, die Probleme zu lösen, lediglich 26 Prozent sehen hier die CDU vorne und zehn Prozent die Grünen (alle anderen Parteien jeweils unter drei Prozent; keine: acht Prozent; weiß nicht: 17 Prozent). Bei der Schaffung von Arbeitsplätzen wird der CDU mit 37 Prozent etwas häufiger die größere Kompetenz zugesprochen als der SPD mit 33 Prozent (andere Parteien bleiben hier jeweils unter vier Prozent; keine Partei: zwölf Prozent; weiß nicht: 13 Prozent). Wenn es um die Wirtschaftkompetenz geht, hat die CDU mit 41 Prozent einen deutlichen Vorsprung vor der SPD mit 25 Prozent (andere Parteien bleiben hier jeweils unter zwei Prozent; keine Partei: 17 Prozent; weiß nicht: 14 Prozent).

Mehrheit rechnet mit Wahlsieg der CDU

Weiterhin gehen die meisten Befragten (51 Prozent) von einem Wahlsieg für die CDU beziehungsweise McAllister aus, lediglich 19 Prozent erwarten die SPD beziehungsweise Weil als Sieger und weitere zwölf Prozent vertreten die Auffassung, dass Rot-Grün gewinnen wird (sonstige Nennungen: sieben Prozent; weiß nicht: elf Prozent).

Die Umfrage zum Politbarometer Extra ...

... wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Daten wurden in Interviews in der Zeit vom 7.1. bis 9.1.2013 unter 1.040 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Niedersachsen telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte.

10.01.2013

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