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Superbauten (1/3): Wettlauf zum Himmel
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Trailer "Wettlauf zum Himmel"
Superbauten (1/3): Wettlauf zum Himmel
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Trailer "Wettlauf zum Himmel"
Der Traum vom höchsten Gebäude der Welt scheint so alt wie die Menschheit. Die Bibel erzählt vom ehrgeizigen Projekt der Babylonier, ein Bauwerk zu errichten, das den Himmel berührt. "Mit dem Turm machen wir uns einen Namen und werden berühmt", heißt es in der Heiligen Schrift. Gott missfiel die menschliche Anmaßung und er bestrafte die Einwohner Babylons mit der sprichwörtlichen Sprachverwirrung. Doch der menschliche Ehrgeiz ließ sich offenbar nicht zügeln.
Die drei höchsten Bauwerke der Welt
1. Burj Khalifa (Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, 2010) 828 Meter
2. Tokyo Sky Tree (Tokio/Japan, 2012) 634 Meter
3. Mecca Royal Clock Tower Hotel (Mekka/Saudi Arabien, 2011) 601 Meter
Weitere Bauwerke aus der Sendung zum Vergleich
Empire State Building (New York/Vereinigte Staaten, 1931) 443 Meter
Eiffelturm (Paris/Frankreich, 1889) 324 Meter
Commerzbank Tower (Frankfurt/Deutschland, 1997) 300 Meter
Cheops-Pyramide (Gizeh/Ägypten, um 2500 v. Chr.) 146 Meter (ursprüngliche Höhe)
Erste Hochhäuser vor 4500 Jahren
Die ersten "Hochhäuser" entstanden vor rund 4500 Jahren in Ägypten. Berechnet mit Winkelmaß und Senklot, gebaut aus Stein und Mörtel. 20.000 Menschen arbeiteten gleichzeitig auf der damals größten Baustelle der Welt – und schufen das einzige antike Weltwunder, das heute noch existiert: Die Pyramiden von Gizeh. Während die zeitgleich in Deutschland errichteten Fürstengräber aus der Bronzezeit bescheidene acht Meter hoch waren, hielten die Grabmäler der Pharaonen mit bis zu 146 Metern den Höhenrekord – bis ins 19. Jahrhundert.Im italienischen Mittelalter beginnt eine neue Bauära, in der Türme sich zum reinen Statussymbol entwickeln und allein dem Zweck dienen, Luxus, Macht und Geld zur Schau zu stellen. Ende des 13. Jahrhunderts entstehen die ersten Skylines. Der Handel floriert, und wer etwas auf sich hält, baut in die Höhe. San Gimignano ist bis heute ein gut erhaltenes Zeugnis für die Blüten, die der Bauwahn der berühmtesten Familien wie der Ardinghelli oder Salvucci trieb.
Erfindung des Stahls beflügelt Wettlauf
Doch erst mit der Erfindung des Stahls erreicht der Wettlauf zum Himmel neue Dimensionen. Das veredelte Eisen ist beliebig formbar und gleichzeitig unglaublich fest, ein Material, das der industriellen Revolution zu voller Fahrt verhilft und nicht nur die Gesellschaft grundlegend verändert, sondern auch die Architektur.Gustave Eiffel, Franzose, Ingenieur und ein Mann mit Ambitionen, kennt sich aus mit Stahl. Viele Eisenbahnbrücken, Viadukte und Bahnhöfe hat er bereits gebaut, für die Weltausstellung 1884 in Paris gelingt ihm der ganz große Wurf, ein neues Weltwunder soll es werden. Eiffel – nicht nur genialer Ingenieur, sondern auch talentierter Bauunternehmer – stellt lediglich gelernte Arbeiter ein und bezahlt gut.
Erfolgsgeschichte Eiffelturm
Wer trinkt oder sich zankt, fliegt raus. Sogar eine Kantine baut er in den Turm. So schafft er das damals Unfassbare: Ohne dass ein Arbeiter sein Leben verliert, ist der "Eiffelturm" in 27 Monaten fertig, mit 324,82 Metern das damals höchste Gebäude der Welt und in vieler Hinsicht eine atemberaubende Leistung. Selbst im größten Sturm neigt sich die Spitze maximal 12 Zentimeter zur Seite. Zudem ist die Konstruktion – gemessen an der Höhe – federleicht: Schrumpfte man den Eiffelturm auf 30 Zentimeter, wäre er nur noch sieben Gramm schwer.Doch mancher Pariser Zeitgenosse sah darin einen "tragischen Laternenpfahl" oder beschimpfte den Turm als "beispielloses Verbrechen an der Schönheit der Baukunst". Die Erfolgsgeschichte nimmt erst Fahrt auf, als 1898 die ersten Radiosignale vom Eiffelturm gesendet werden und er nach dem Zweiten Weltkrieg zum Sendemast für Fernsehexperimente wird. Von Abriss, der zwischenzeitlich ins Auge gefasst worden war, ist längst keine Rede mehr. Der Eiffelturm und Paris gehören zusammen. Und damit das so bleibt, rücken ihm alle neun Jahre Anstreicher mit Rostschutzmittel und 60 Tonnen Farbe zu Leibe.
Stahlbeton und absturzsicherer Aufzug
Für die Entstehung wahrer Wolkenkratzer, wie sie heute das Stadtbild der Metropolen prägen, waren allerdings erst zwei revolutionäre Erfindungen nötig: Stahlbeton und die Erfindung des absturzsicheren Aufzugs durch Elisha Graves Otis. Neuerungen, die die Beletage auf einmal alt aussehen ließen.Im frühen 20. Jahrhundert beginnt in New York ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das höchste Gebäude der Welt: Erst liegt die Bank of Manhattan vorne, doch am Ende gewinnt das Chrysler Building dank einer heimlich zusammengenieteten Turmspitze. Dieser Coup durchkreuzt zunächst auch die Pläne des Empire State Buildings. Erst dessen 60 Meter hoher Ankermast für Zeppeline bringt ihm den Sieg. Am 1. Mai 1931, nach nur 13 Monaten Bauzeit, wird das Gebäude feierlich eröffnet.
Turm des Kalifen mit 828 Metern Höhe in Dubai
Doch die Büros stehen leer, denn die Wirtschaftskrise beutelt auch die USA, und die New Yorker verspotten das damals höchste Haus der Welt als "Empty State Building". Heute ist seine Plattform eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Inzwischen lassen andere Gebäude die New Yorker Hochhäuser klein aussehen. Der "Turm des Kalifen", das Burj Khalifa, mit seinen unfassbaren 828 Metern kratzt buchstäblich am Himmel von Dubai.Und auch andernorts arbeiten Metropolen eifrig an einer unverwechselbaren Skyline. So lassen sich nicht nur Sydney und London an ihrer Silhouette identifizieren, sondern auch Frankfurt, das dank seiner Westend-Wolkenkratzer den Beinamen "Mainhattan" trägt. Aber die Geschichte der Gebäude ist nicht zuletzt die Geschichte ihrer Baumeister, die oft genug für wahnsinnig erklärt wurden, aber am Ende triumphierten.
Sendungsinformationen
Teil 1: "Superbauten 2 - Wettlauf zum Himmel"
Sonntag, 09. Dezember 2012, 19:30 Uhr
Teil 2: "Superbauten 2 - Säulen für die Ewigkeit"
Sonntag, 16. Dezember 2012, 19:30 Uhr
Teil 3: "Superbauten 2 - Wahnsinn und Visionen"
Sonntag, 23. Dezember 2012, 19:30 Uhr
Filme von: Cristina Trebbi, Christian Twente
Presenter: Christian Berkel
Kamera: Jörg Adams, Torbjörn Karvang
TV-Redaktion: Alexander Hesse, Katharina Rau
Leitung: Georg Graffe
Online-Redaktion: Michael Büsselberg, Sonja Roy



