"Unsere Gäste erwarten immer ein kleines Abenteuer, wenn sie bei uns an Bord gehen", sagt Ulf Wolter, der Kapitän der Hanseatic. Das Schiff ist eines der wenigen deutschen Expeditionskreuzfahrtschiffe, das seine Gäste zu Zielen auf und an allen Weltmeeren bringt. "Und der Panamakanal ist immer ein großes Abenteuer und auch nautisch ein Leckerbissen", fügt Wolter fast wehmütig hinzu. Für den 44-Jährigen ist es die vierte und vermutlich letzte Fahrt durch den alten Panamakanal. Denn das historische Bauwerk, das Atlantik und Pazifik verbindet und als geografische Trennlinie zwischen Nord- und Südamerika gilt, wird erneuert. Pünktlich zum 100. Geburtstag im Jahr 2014 soll der neue Kanal fertig sein. Damit neigt sich ein Stück Seefahrtsgeschichte dem Ende entgegen. Ein Fakt, der Sehnsucht weckt. Kreuzfahrten durch den alten Kanal boomen. Viele Gäste erfüllen sich mit der Fahrt durch den Kanal einen Kindheitstraum.
Doch die Reise hat weit mehr zu bieten. Die Isla de la Plata in Ecuador beispielsweise. Eine unbewohnte Insel, die in den Reiseführern als Klein-Galapagos bezeichnet wird. Blaufußtölpel leben hier und lassen sich auch durch die Besucherschar der Hanseatic nicht aus der Ruhe bringen. Oder die Embera-Indios in Panama, ein Eingeborenenstamm, der den Besuch der Kreuzfahrer für den Verkauf von Handarbeiten nutzt. Auf See sorgen Kapitän Wolter und die Crew immer wieder für die kleinen Alltagsabenteuer. Delfine melden die Offiziere über den Bordlautsprecher, für einen Wal macht der Kapitän sogar einen Schlenker. Und wenn die "Zodiacs", die Expeditionsschlauchboote der Hanseatic, zu Wasser gelassen werden, stehen die Gäste immer Schlange. "Die sind unsere Geheimwaffe", sagt Kapitän Wolter nicht ganz ohne Stolz. Und da das Schiff kurz vor Erreichen des Kanals den 18. Geburtstag feiert, organisiert Doris Adler einen Sektempfang im Schlauchboot, mitten im Pazifik. Unübertroffener Höhepunkt aber bleibt die zwölfstündige Passage durch den Kanal. Früh morgens kommt der Lotse an Bord und führt das Schiff durch die Miraflores-Schleusen über 26 Höhenmeter in den Gatunsee. Ein Naturparadies mitten im Regenwald. Hier, in einem der artenreichsten Süßwasserseen der Welt, geht das Schiff vor Anker.
Die Bauarbeiten für den neuen Kanalverlauf sind deutlich zu sehen und hinterlassen Spuren, die die Kreuzfahrer nur ahnen. Ständige Explosionen bringen das Leben der seltenen Tiere durcheinander. Krokodilfänger Jose Louis Ortega hat jede Menge zu tun. Immer wieder verirren sich freilebende Fleischfresser in den Bau-stellen. Ortega fängt sie ohne Betäubung und setzt sie an einer anderen Stelle im Kanal wieder aus.
Die Reportage von Torsten Mehltretter nimmt die Zuschauer mit auf eine exklusive Reise. Luxus, Exotik und einmalige Naturerlebnisse bilden den Rahmen für das perfekt organisierte Abenteuer an Bord eines Fünf-Sterne-Schiffes. Eine Expeditionskreuzfahrt mit einem großen Ziel: dem Panamakanal.



