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Turnen - Ausblick

Noch viel Arbeit bis Olympia

  • Video Nguyen: "Mit gutem Gefühl nach London"
  • Video Die Barren- und Reck-Entscheidung
  • Video Boy:"Es gibt in diesem Jahr nur Olympia"
  • Video Matthias Fahrig: EM ist Olympia-Test
  • VideoNguyen: "Mit gutem Gefühl nach London"

    Marcel Nguyen hat bei den Europameisterschaften der Kunstturner in Montpellier seinen Titel am Barren erfolgreich verteidigt.

    (27.05.2012)
    VideoDie Barren- und Reck-Entscheidung

    Bei der Turn-EM in Montpellier kämpft das DTB-Team in den Gerätefinale um die Medaillen. Sehen Sie hier die Entscheidung am Barren in der Zusammenfassung und die Entscheidung am Reck in voller Länge.

    (27.05.2012)
    VideoInterview Philipp Boy

    Das Jahr begann schwierig für Philipp Boy. Verletzungen bremsten den Turner aus. Obwohl er noch Schmerzen hat, will er jetzt wieder angreifen. Seine Konzentration gilt dabei eher den Olympischen Spielen als der Europameisterschaft in Montpellier, erklärt er ZDF-Reporter Alexander Ruda.

    (26.05.2012)
    VideoInterview Matthias Fahrig

    Bei der Turn-EM in Montpellier will Matthias Fahrig "Vollgas" geben. Das letzte Mal vor Olympia auf internationaler Bühne zu turnen sei etwas Beseronderes. Denn das Turnier biete die Möglichkeit, Elemente auszuprobieren, die bislang nicht ins Wettkampfprogramm gepasst hätten, erklärt er ZDF-Reporter Alexander Ruda.

    (26.05.2012)

    Kurzmeldung

    • 16:07 27.05.2012Kurzmeldung

      Nguyen verteidigt Barren-Titel 16:07 27.05.2012
      Turner Marcel Nguyen hat zum zweiten Mal in Serie den EM-Titel am Barren gewonnen. Der 24-Jährige zeigte bei den Titelkämpfen in Montpellier eine nahezu perfekte Übung und durfte sich über die Höchstnote von 15,766 Punkten freuen. Silber holte der Ukraine Oleg Verniajew vor dem Slowenen Mitja Petkovsek. Sebastian Krimmer aus Stuttgart stürzte vom Barren und wurde Achter. Zuvor hatte Nguyen an den Ringen den sechsten Platz belegt. Matthias Fahrig hatte als Fünfter beim Sprung ebenfalls eine EM- Medaille verpasst. Nach einem Sturz belegte Philipp Boy am Reck Rang acht.

    • 17:38 26.05.2012Kurzmeldung

      DTB-Herren verlieren Team-Titel 17:38 26.05.2012
      Die deutschen Turner haben zum ersten Mal seit 2006 eine Team-Medaille bei Europameisterschaften verpasst. Der Titelverteidiger musste nach einer enttäuschenden Leistung in Montpellier mit dem sechsten Rang (259,269 Punkte) zufrieden sein. Den Titel holte sich vor nur 2000 Zuschauern erstmals das erstarkte Team von Olympia-Gastgeber Großbritannien (266,296), das die viermaligen Titelträger Russland (265,535) und Rumänien (261,319) auf die Medaillenränge verwies.

    von Susanne Rohlfing

    Die deutschen Turner haben sich in den letzten Jahren ans Siegen gewöhnt. Bei der EM in Montpellier erlitten sie einen Rückschlag – der Bundestrainer Andreas Hirsch aber noch nicht beunruhigt.

    Turner sind häufig sehr hart zu sich selbst. Das muss sein. Üben, üben, üben, den Körper immer wieder über die Schmerzgrenze hinaus treiben, anders geht es nicht. Und Andreas Hirsch ist oft sehr hart zu seinen Turnern. Auch das muss sein. Der Cheftrainer des Deutschen Turner-Bundes (DTB) hat das Männerteam in den letzten Jahren nicht in die Weltspitze geführt, indem er ihnen immer nur freundlich die Wange tätschelte. Wenn es sein muss findet Hirsch sehr klare Worte, anders geht es nicht.

    So auch nach den Europameisterschaften in Montpellier, die für seine Riege am Sonntag mit mehr Enttäuschungen als Erfolgserlebnissen zu Ende gingen. Marcel Nguyen aus Unterhaching verteidigte erfolgreich seinen Titel am Barren, das war der Lichtblick. Die Mannschaft jedoch verpasste nach dem EM-Sieg 2010 und zuletzt zweimal WM-Bronze einen Podestplatz. Und Philipp Boy aus Cottbus, der zweimalige Mehrkampf-Vizeweltmeister, der sich gerade so schön ans Erfolgreichsein gewöhnt hatte, landete böse auf der Nase. Zweimal fiel er vom Reck und auch sonst passierten ihm so viele Patzer wie selten.


    Kein Mitleid

    Andreas Hirsch könnte Boy bedauern. Zumal dieser nach einer Verletzung mit einem ärgerlichen Trainingsrückstand zu kämpfen hat. Doch der Bundestrainer sagt: "Das hat ihm deutlicher den aktuellen Stand gezeigt, als wenn er im Training geblieben wäre." Hirsch sieht die Sache pragmatisch: "Eine Verletzung kann ich mir wegwünschen, aber sie ist nun mal da." Am Schlüsselbein Boys.

    An der Achillessehne des Olympiadritten am Reck, Fabian Hambüchen, der in Montpellier fehlte, weil er sich ganz und gar auf seine dritten Olympischen Spiele konzentrieren will. Oder auch am Selbstbewusstsein der Mannschaft, die ihren Titel verloren hat. Nach Ansicht Hirschs hilft da nur: "Sich der Sache stellen und das Beste daraus machen."

    Eigenbrötler und Punktelieferant

    Fabian Hambüchen aus Wetzlar hat mit seinem überraschenden siebten Platz bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen den Aufstieg der deutschen Turner eingeleitet. Inzwischen ist er 24 Jahre alt, hat Medaillen und Erfahrungen angehäuft und sich zu einem sehr gut organisierten und sehr zielorientierten Athleten entwickelt. Im Trainingsbetrieb ist er der Eigenbrötler des Teams, im Wettkampf einer der wichtigsten Punktelieferanten. An seiner Seite haben sich Boy und Nguyen zu Athleten von internationalem Format entwickelt.

    ZITAT
    Ich habe die Stabilität der Vorträge vermisst.
    Andreas Hirsch, Turn-Bundestrainer

    Boy, der Ehrgeizige, sehr selbstbewusste und elegante Turner; und Nguyen, das fröhliche Talent, das nach Ansicht seines Heimtrainers Valeri Belenki im Training nicht immer mit vollem Ernst bei der Sache ist. Die Stärke des Trios und auch ihrer nicht ganz so im Rampenlicht stehenden Kollegen war zuletzt, in entscheidenden Wettkämpfen kaum Fehler zu machen. Bei der EM war das anders. "Ich habe die Stabilität der Vorträge vermisst", sagte Hirsch.

    Nationale Olympiaqualifikation

    Die deutschen Turner können bei zwei Wettkämpfen die Tickets für die Sommerspiele in London erobern:

    16./17. Juni: Deutsche Meisterschaften in Düsseldorf

    30. Juni: Zweite Olympiaqualifikation in Frankfurt am Main

    Anschließend werden die Männer ihre finale Olympiavorbereitung mit Bundestrainer Andreas Hirsch in der Sportschule Kienbaum bei Berlin bestreiten.

    Neuer Maßstab des Erfolgs

    Doch bevor der Titel Nguyens völlig verblassen konnte neben dem großen Gefühl der Enttäuschung, bemerkte der Bundestrainer auch, dass der Maßstab sich durch die Erfolge der letzten Jahre verändert habe. Es ist noch nicht lange her, da wären einmal EM-Gold und sechs Finalteilnahmen ein Riesenerfolg für die deutschen Turner gewesen. "Die Geister, die man ruft, wird man nicht mehr los", sagte Hirsch. Die Geister des Erfolgs. Der Trainer mag es zuweilen, sich bildlich auszudrücken. Die gesteigerten Erwartungen könnten „wie ein schwerer Rucksack sein“, erklärte er. Ein Rucksack voller Geister, der die deutschen Turner von den Geräten reißt – keine schöne Vorstellung.


    Andererseits ist Hirsch sehr froh über die hohen Erwartungen. Schließlich sind sie Ausdruck des Erfolgs. Dieser wird im Jahr 2012 nicht an den Resultaten einer Europameisterschaft gemessen, sondern allein an denen der Olympischen Spiele. Und bis zu den Wettkämpfen in London, davon ist der Bundestrainer überzeugt, wird sein Team seine Stabilität wiedergefunden haben.

    29.05.2012
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