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FIFA erlaubt Torlinien-Technik

Die Freude überwiegt - Furcht vor Kosten

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  • EM: Nicht gegebenes Ukraine-"Tor"
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    Im letzten Gruppenspiel des Co-Gastgebers Ukraine gegen England bei der EURO 2012 überschreitet der Ball die Torlinie, doch der Torrichter erkennt nicht auf Treffer. Jetzt hat die Fifa technische Hilfsmittel zugelassen.

    (05.07.2012)

    Kurzmeldung

    • 12:01 06.07.2012Kurzmeldung

      Krug befürwortet Hilfsmittel 12:01 06.07.2012
      Hellmut Krug begrüßt die Einführung der Torlinientechnologie im Fußball. "Wir sind als Schiedsrichter alle sehr froh über die Entscheidung. Es kann ja nicht sein, dass mehr Tore fallen als gegeben werden oder Tore gegeben werden, die keine sind", sagte der frühere FIFA- Referee "WDR 2". Dass in der Bundesliga die Systeme Hawk-Eye und GoalRef schon sehr bald flächendeckend eingeführt werden, glaubt der ehemalige Schiedsrichter- Chef des DFB und jetzige Berater der DFL nicht: "Die Technik kommt. Realistisch ist eine Einführung in der Bundesliga wohl erst 2014."

    • 12:42 06.07.2012Kurzmeldung

      Arnesen: Technik überfällig 12:42 06.07.2012
      Sportdirektor Frank Arnesen vom Hamburger SV hat die Einführung technischer Hilfsmittel im Fußball als "längst überfällig" bezeichnet. So nehme man den Referees auch Druck. "Wenn auch sechs Schiedsrichter, wie bei der Europameisterschaft geschehen, nicht erkennen können, ob ein Ball hinter der Torlinie ist, geraten sie unnötig in die Schusslinie", sagte er. Der Däne ist für ein "einheitliches technisches System. Darüber muss man sich jetzt Gedanken machen und die Möglichkeiten vorstellen. Qualität vor Geschwindigkeit", betonte der HSV-Sportchef.

    • 11:56 06.07.2012Kurzmeldung

      Tor-Technik: 96-Boss fürchtet Kosten 11:56 06.07.2012
      Nach der Entscheidung für mehr Technik im Tor glaubt Hannover-96-Präsident Martin Kind, dass die Klubs die Aufrüstung selbst bezahlen müssen. "Die Anschaffungskosten werden letztlich die Vereine übernehmen müssen. Alles andere halte ich für unrealistisch", sagte er. Je nach System soll die Installation bis zu 300.000 Euro kosten. Zur Auswahl stehen das kameragestützte Hawk-Eye und das GoalRef-System, das mit einem Magnetfeld im Tor und einer Spule im Ball arbeitet. Mit beiden sollen Fehlentscheidungen bei der Frage Tor oder kein Tor verhindert werden.

    • 18:56 05.07.2012Kurzmeldung

      FIFA erlaubt Torlinien-Technik 18:56 05.07.2012
      Strittige Torszenen im Fußball sollen künftig durch technische Hilfsmittel geklärt werden. Das FIFA-Regelkomitee IFAB gab grünes Licht für die Einführung technischer Systeme, die dem Schiedsrichter anzeigen, ob der Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht. Dabei sollen sowohl das bereits beim Tennis erprobte Hawk-Eye-System zur Überwachung der Linie (Torkamera) als auch das GoalRef-System (Chip im Ball) erlaubt sein. Allerdings soll dies vorerst nur für die Club-WM im Dezember in Japan, den Confederations Cup 2013 und die WM 2014 in Brasilien gelten.

    • 20:36 05.07.2012Kurzmeldung

      DFB und DFL begrüßen FIFA-Entscheid 20:36 05.07.2012
      DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball haben die Einführung der Torlinien- Technologie durch die FIFA begrüßt. "Aus Sicht des DFB ist es ein Schritt in die richtige Richtung, aber Schnellschüsse in der Umsetzung darf es nicht geben. Zur neuen Saison ist eine Einführung absolut unmöglich. Es ist der richtige Weg, den Einsatz der Technik zunächst auf die großen FIFA- Turniere zu konzentrieren", sagte Niersbach. Für Rauball ist die Einführung in der Bundesliga zur übernächsten Saison denkbar.

    • 21:00 05.07.2012Kurzmeldung

      Blatter: "Ein historischer Tag" 21:00 05.07.2012
      FIFA-Präsident Joseph Blatter hat die Einführung technischer Hilfsmittel im Fußball als "absolut historischen Tag" bezeichnet. Sie sei gut für den Fußball und die Fans, sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen. "Es gibt keine Pflicht, aber für uns war es ein Muss", erklärte der Schweizer zur Entscheidung des FIFA- Regelkomitees IFAB. "Der Fußball hat sein menschliches Gesicht behalten. Wenn man Hilfe hat, muss man die auch einsetzen", sagte Blatter.

    Torlinien-Technologie

    Systeme im Vergleich

    1. Hawkeye: Die aus dem Tennis bekannte Technologie stammt aus England. Bis zu sechs Kameras nehmen das Spielgeschehen auf und funken Bilder an einen zentralen Computer. Dieser berechnet aus der Bildersumme die Position des Balles und sendet bei einem Tor ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters. Ein Schwachpunkt: Liegt ein Spieler auf dem Ball, können keine Bilder aufgenommen werden.

    2. GoalRef: Das Fraunhofer Institut in Erlangen war an der Entwicklung des sogenannten "Intelligenten Tores" maßgeblich beteiligt. Im Torrahmen wird dabei ein Magnetfeld erzeugt. Der Ball enthält drei Magnetspulen. Überschreitet der Ball die Torlinie, wird durch das Magnetfeld im Tor ein Magnetfeld im Ball aktiviert und ein zugeschalteter Computer sendet ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters.

    Der Additional Assistent Referee wurde in den Europacup-Wettbewerben und bei der EM getestet. UEFA-Präsident Michel Platini findet die Idee der zusätzlichen Torlinienrichter gut. Sie sollen den Hauptreferee auf Verstöße im und um den Strafraum aufmerksam machen sowie bei der Torentscheidung helfen. Bei der EM wurden die Schwächen durch den Fehler des Ungarn Istvan Vad im Spiel England gegen Ukraine (1:0) offenkundig.

    IFAB - Die Gralshüter der Fußball-Regeln

    Seit 126 Jahren wachen die Mitglieder des International Football Association Boards (IFAB) über die Regeln des Fußballs. Dem Gremium gehören traditionell vier Mitglieder des Weltverbandes FIFA sowie je ein Gesandter der nationalen Verbände Englands, Schottlands, Nordirlands und aus Wales an. Zweimal im Jahr kommt das IFAB zu einem Treffen zusammen und berät sowie beschließt Regelfragen.

    Gegründet wurde das IFAB 1886 von den vier britischen Verbänden. Die FIFA erkannte das Gremium bei ihrer Gründung 1904 an. Seit 1913 stellt die FIFA 50 Prozent der Mitglieder. Regeländerungen können nur bei Zustimmung durch 75 Prozent erzielt werden. Die FIFA-Gesandten stimmen nach einem ungeschriebenen Gesetz einheitlich.

    Technikhilfsmittel in anderen Sportarten

    Basketball: International wird der Videobeweises genutzt, um Punkteentscheidungen zu prüfen. NBA: Videobeweis auch zur Beurteilung von Fouls.

    Eishockey: Bei strittigen Entscheidungen (keine Fouls) kann der Schiedsrichter den Videobeweis nutzen. NHL: Eigener Videorichter, der vom Schiedsrichter angerufen wird.

    Handball: Die Kommunikation der beiden Schiedsrichter per Headset wird am Kampfrichtertisch mitverfolgt.

    Hockey: "Umpire Referral": Schiedsrichter darf Videobeweis anfordern, der zeigt, ob ein Tor korrekt erzielt wurde. "Team Referral"  Team kann Videobeweis fordern, der klärt, ob z.B. eine Strafecke oder ein Siebenmeter-Entscheid berechtigt ist.

    Tennis: Bei wichtigen Turnieren hat jeder Spieler pro Satz dreimal die Möglichkeit, das Hawk Eye bei knappen Entscheidungen zu befragen.

    05.07.2012
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