FIFA erlaubt Torlinien-Technik
Die Freude überwiegt - Furcht vor Kosten
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Torlinien-Technologie
Systeme im Vergleich
1. Hawkeye: Die aus dem Tennis bekannte Technologie stammt aus England. Bis zu sechs Kameras nehmen das Spielgeschehen auf und funken Bilder an einen zentralen Computer. Dieser berechnet aus der Bildersumme die Position des Balles und sendet bei einem Tor ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters. Ein Schwachpunkt: Liegt ein Spieler auf dem Ball, können keine Bilder aufgenommen werden.
2. GoalRef: Das Fraunhofer Institut in Erlangen war an der Entwicklung des sogenannten "Intelligenten Tores" maßgeblich beteiligt. Im Torrahmen wird dabei ein Magnetfeld erzeugt. Der Ball enthält drei Magnetspulen. Überschreitet der Ball die Torlinie, wird durch das Magnetfeld im Tor ein Magnetfeld im Ball aktiviert und ein zugeschalteter Computer sendet ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters.
Der Additional Assistent Referee wurde in den Europacup-Wettbewerben und bei der EM getestet. UEFA-Präsident Michel Platini findet die Idee der zusätzlichen Torlinienrichter gut. Sie sollen den Hauptreferee auf Verstöße im und um den Strafraum aufmerksam machen sowie bei der Torentscheidung helfen. Bei der EM wurden die Schwächen durch den Fehler des Ungarn Istvan Vad im Spiel England gegen Ukraine (1:0) offenkundig.
IFAB - Die Gralshüter der Fußball-Regeln
Seit 126 Jahren wachen die Mitglieder des International Football Association Boards (IFAB) über die Regeln des Fußballs. Dem Gremium gehören traditionell vier Mitglieder des Weltverbandes FIFA sowie je ein Gesandter der nationalen Verbände Englands, Schottlands, Nordirlands und aus Wales an. Zweimal im Jahr kommt das IFAB zu einem Treffen zusammen und berät sowie beschließt Regelfragen.
Gegründet wurde das IFAB 1886 von den vier britischen Verbänden. Die FIFA erkannte das Gremium bei ihrer Gründung 1904 an. Seit 1913 stellt die FIFA 50 Prozent der Mitglieder. Regeländerungen können nur bei Zustimmung durch 75 Prozent erzielt werden. Die FIFA-Gesandten stimmen nach einem ungeschriebenen Gesetz einheitlich.
Technikhilfsmittel in anderen Sportarten
Basketball: International wird der Videobeweises genutzt, um Punkteentscheidungen zu prüfen. NBA: Videobeweis auch zur Beurteilung von Fouls.
Eishockey: Bei strittigen Entscheidungen (keine Fouls) kann der Schiedsrichter den Videobeweis nutzen. NHL: Eigener Videorichter, der vom Schiedsrichter angerufen wird.
Handball: Die Kommunikation der beiden Schiedsrichter per Headset wird am Kampfrichtertisch mitverfolgt.
Hockey: "Umpire Referral": Schiedsrichter darf Videobeweis anfordern, der zeigt, ob ein Tor korrekt erzielt wurde. "Team Referral" Team kann Videobeweis fordern, der klärt, ob z.B. eine Strafecke oder ein Siebenmeter-Entscheid berechtigt ist.
Tennis: Bei wichtigen Turnieren hat jeder Spieler pro Satz dreimal die Möglichkeit, das Hawk Eye bei knappen Entscheidungen zu befragen.



