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Olympia - Dressur

Schwarzer Tag für Totilas-Fans

  • Matthias Rath mit Totilas
  • Video Hoffen auf Medaillen - auch ohne Totilas
  • Bilderserie CHIO in Aachen - Mekka des Pferdesports
  • Interaktiv Almanach zu Olympia
  • Matthias Rath mit Totilas
    Matthias Rath mit Totilas / Quelle: dpa

    Totilas mit erkranktem Reiter Matthias Rath

    (06.07.2012 Quelle: dpa)
    VideoOlympia ohne Totilas

    Im Bundesleistungszentrum Kienbaum machte sich Bundesinnenminister Friedrich ein Bild über den Leistungsstand der deutschen Olympioniken. In London nicht dabei: Tobias Rath mit Wunderpferd Totilas.

    (06.07.2012)
    BilderserieCHIO in Aachen - Mekka des Pferdesports
    Aachen von oben / Quelle: imago
    (04.07.2012)
    InteraktivDaten und Fakten von A bis Z
    Olympia-Almanach: Warmlaufen für London / Quelle: ZDF

    Olympia-Almanach: Daten und Fakten zu London 2012

    (06.07.2012 Quelle: ZDF)

    Kurzmeldung

    • 16:24 05.07.2012Kurzmeldung

      Sieg für deutsches Dressur-Team 16:24 05.07.2012
      Das deutsche Dressurteam hat zum 33. Mal den Nationenpreis beim CHIO in Aachen gewonnen. Die Equipe setzte sich am Donnerstag trotz des Fehlens von Matthias Rath mit Totilas souverän vor Dänemark durch. Beste Einzelreiterin des Grand Prix war die Debütantin Kristina Sprehe aus Dinklage, die für ihren Ritt mit Desperados 79,702 Prozentpunkte erhielt. Zur deutschen Mannschaft gehörten zudem Helen Langehanenberg aus Havixbeck mit Damon Hill (78,426), Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Dablino (75,426) und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Diva Royal (74,277).

    • 20:23 22.06.2012Kurzmeldung

      Rath erkrankt: Kein Totilas-Start 20:23 22.06.2012
      Wunderhengst Totilas wird nicht beim CHIO in Aachen (2. bis 8.Juli) an den Start gehen, weil Dressurreiter Matthias Alexander Rath am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt ist. Der akute Infekt zwingt den 27 Jahre alten Kronberger zu einer Trainingspause. Dadurch könnte auch der Olympia-Start des Duos gefährdet sein. "Wir müssen leider Matthias Alexander Rath dringlich von jeglicher sportlichen Tätigkeit für mindestens 12 bis 14 Tage abraten, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden", sagte der deutsche Mannschaftsarzt Dr. Manfred Giensch.

    • 11:15 05.07.2012Kurzmeldung

      Beerbaum: "Totilas kein Wunderpferd" 11:15 05.07.2012
      Der viermalige Springreit-Olympiasieger Ludger Beerbaum hat öffentliche Kritik am 10-Millionen-Hengst Totilas und dessen an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankten Reiter Matthias Rath geübt. "Totilas ist kein Wunderpferd. Er ist ein ganz normales Pferd", sagte Beerbaum dem "Tagesspiegel". Auch Rath bekam sein Fett weg. "Das Wunder war in Holland. Unter Edward Gal (vorheriger Totilas-Reiter, d. Red.) war das eine perfekte Symbiose aus Pferd und Reiter. Jetzt ist nur ein Teil des vermeintlichen Wunders in Deutschland", sagte der 48-Jährige.

    • 22:33 05.07.2012Kurzmeldung

      Deutsche Springreiter Zweite 22:33 05.07.2012
      Deutschlands Springreiter haben den Sieg im Nationenpreis beim CHIO in Aachen erneut verpasst. Marcus Ehning mit Pot Blue, Christian Ahlmann mit Codex One, Janne-Friederike Meyer mit Lambrasco und Marco Kutscher mit Cornet Obolensky belegten mit zwölf Fehlerpunkten hinter Frankreich den zweiten Platz und blieben damit auch im vierten Jahr in Folge im prestigeträchtigen Mannschaftsspringen ohne Erfolg. Den dritten Rang belegte Irland. Der Nationenpreis unter Flutlicht vor 45.000 Zuschauern ist weltweit eine der traditionsreichsten Prüfungen.

    von Christiane Mitatselis

    Dressur-Starpferd startet nicht bei Olympia

    Totilas wird seine Piaffen und Pirouetten in London nicht präsentieren können. Da der Reiter des Starpferdes der Dressur-Szene, Matthias Rath, am Pfeifferschen Drüsenfieber leidet, wird es keinen Olympia-Start des Hengstes geben. Das deutsche Dressur-Team hat nun zwar kaum Chancen auf Gold, Rath und Totilas könnten jedoch gestärkt aus der Pause hervorgehen.

    ZITAT
    Das ist eine ganze herbe Geschichte und verdammt bitter
    Dressur-Bundestrainer Hilberath

    Obwohl Matthias Rath und Totilas nicht beim CHIO in Aachen starten konnten, ist in diesen Tagen viel über sie gesprochen worden. Wird Rath rechtzeitig gesund, um mit dem zwölfjährigen Rapphengst bei den Olympischen Spielen zu starten? Falls ja, wird er seinen Trainingsrückstand aufholen können? Wie sind seine Siegchancen? Die Spekulationen endeten am Donnerstagnachmittag, als die die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mitteilte, dass Rath definitiv nicht in London nicht antreten kann.

    Decktaxe stabil

    Der 27-Jährige, vor zwei Wochen am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt, hatte sich zunächst auf dem Weg dem Besserung befunden. Doch nachdem er am Mittwoch erstmals wieder auf dem heimischen Schafhof in Kronberg mit Totilas trainiert hatte, erlitt er einen Rückfall. Seine Blutwerte waren so schlecht, dass die Ärzte ihm wieder Bettruhe verordneten.

     
    CHIO in Aachen im ZDF

    Samstag, 7. Juli 23 Uhr

    im Rahmen des aktuellen sportstudios

    Sonntag, 8. Juli 16 Uhr

    SPORTextra im ZDF und bei zdfsport.de im Livestream

    Dressur-Bundestrainer Johnny Hilberath, der das Olympia-Team bis Sonntagabend benennen muss, war geknickt. „Das tut mir für Matthias unheimlich leid“, sagte er. „Das ist eine ganze herbe Geschichte und verdammt bitter.“ Totilas-Mitbesitzer Paul Schockemöhle reagierte seinerseits erstaunlich gefasst auf die Nachricht („So etwas passiert im Leben“), was darauf hindeutet, dass die Decktaxe von 8000 Euro, die er mit Totilas erzielt, auch ohne Olympiastart stabil bleiben sollte.

    Goldchancen gering
    Die deutsche Dressur-Equipe hat in London ohne Totilas allerdings keine realistische Chance auf die Goldmedaille, die seit 1984 immer an Deutschland ging. Zwar gewannen Christina Sprehe, Helen Langehanenberg, Anabel Balkenhol und Dorothee Schneider am Donnerstag den Aachener Nationenpreis. Das Ergebnis ist jedoch nicht aussagekräftig, da die Weltklasse-Paare aus Holland und England nicht nach Aachen gereist sind.

    Um in London Gold zu gewinnen, so wird kalkuliert, müssen drei Reiter mehr als 80 Prozentpunkte erreichen. Rath wäre dies zuzutrauen gewesen. Auch wenn er nie an die Traumergebnisse des früheren Totilas-Reiters Edward Gal herangekommen ist, so lagen seine Resultate zuletzt im 80-Prozent-Bereich. In Aachen kamen nur Sprehe (79,702) und Langehanenberg (78,426) nah an diese Grenze, Balkenhol (75,426) und Schneider (74,277) waren weit von ihr entfernt.

    Faszination vorbei?

    Man könnte nun auf die Idee kommen, Totilas einfach mit einem anderen Reiter ins olympische Rennen zu schicken. Doch das ist zeitlich nicht möglich, da zwei gemeinsame Starts in diesem Jahr Voraussetzung für die Nominierung sind. Außerdem hat gerade Totilas' Werdegang gezeigt, wie entscheidend die Beziehung zwischen Reiter und Pferd ist. Der Holländer Gal und Totilas harmonierten perfekt, sie bildeten ein Paar, das Zuschauer und Preisrichter gleichermaßen faszinierte. Höhepunkt ihrer Laufbahn waren die Weltreiterspiele in Kentucky im Herbst 2010, wo sie alle Goldmedaillen gewannen und Weltrekorde aufstellten.

     

    Nachdem Schockemöhle und Raths Stiefmutter Ann-Kathrin Linsenhoff den Hengst Ende 2010 für zehn Millionen Euro gekauft hatten, mühte sich der neue Reiter redlich, das Beste aus dem Pferd herauszuholen. Die Resultate waren gut, aber nicht außerordentlich, einige Male bockte das Pferd im Wettkampf, was Rath Häme und Tadel einbrachte. Zuletzt wendete er sogar die in Deutschland zwar nicht verbotene, aber verpönte Rollkur an (Herunterziehen der Nase des Pferdes bis auf die Brust), um den Hengst besser zu beherrschen.

    Weniger ist mehr

    Unter Druck gesetzt wurde der junge Reiter zudem durch die aggressive Vermarktung des Pferdes, schon vor dem ersten Auftritt von Totilas und Rath wurden Fan-Artikel des angeblich neuen Traumpaars verkauft. In London werden nun wohl neue Dressur-Sterne aufsteigen und zumindest einen Teil der öffentlichen Aufmerksamkeit absorbieren, die sich bisher auf Totilas konzentrierte. Rath kann das nur Recht sein. Weniger ist in seinem Fall mehr.

    06.07.2012
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