SportXtreme | Sendung am 15. Juli
Kitesurfer - Die Windkraft-Werker
Das ist Kitesurfen
So begann es - die jüngere Geschichte
Schon in den frühen 80er Jahren wurden Kites als Fortbewegungsmittel auf dem Wasser genutzt. Allerdings hatten die Versuche noch wenig mit dem heutigen Kiten gemein: So waren damals die Protagonisten mit Wasserskiern und überdimensionalen Lenkdrachen unterwegs.
Richtig los ging es mit der Erfindung von Vierleiner-Kites um die Jahrtausendwende. Heroen wie Robby Naish beeindruckten damals die Wassersportgemeinde mit spektakulären Sprüngen und produzierten serienreife Kites. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre wuchs das Kitesurfen drastisch an und ist mittlerweile so populär wie Windsurfen.
Ein Kite - was ist das überhaupt?
Es gibt zwei verschiedene Kitesysteme:
Foil- oder Softkites ähneln in ihrer Konstruktion den Gleitschirmen. Die Kammern füllen sich selbstständig mit Luft und geben dem Kite sein Profil.
Kiter auf dem Wasser verwenden jedoch häufiger Tube-Kites. Deren Luftkammern müssen vor dem Start mit einer Pumpe aufgepumpt werden. Die Luftkammern (auch Tubes oder Struts genannt) wirken wie Verstrebungen, zwischen denen Spinnakertuch gespannt ist. Auch wenn der Kite in das Wasser stürzt, behält er seine Form bei.
Kite-Schirme messen fünf bis zwanzig Quadtratmeter – so kann für jede Windstärke der passende Kite eingesetzt werden.
Freestyle, Race und auch zu Lande
Auf dem Wasser gilt Freestyle als Königsdisziplin: Kiter tricksen unter dem Kite, während der Kite dabei kaum bewegt werden darf. Daneben gibt es Oldschool- oder Airstyle-Wettbewerbe, bei denen, mit Unterstützung des Kites, die Sprünge bis zu zehn Meter hoch in die Luft gehen.
In der Disziplin Race fahren die Kitesurfer in Geschwindigkeitsfahrten durch festgelegte Kurse um die Wette. Beim Kiten in der Welle nutzen die Kiter nicht nur den Zug des Schirms, sondern auch den Schub der Welle.
Der Kite-Sport beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Wasser. Auch auf dem Schnee - dann mit Ski oder Snowboard - oder auf dem Land - mit Buggys und Mountainboards - findet man die bunten Schirme.
Wie fange ich mit dem Kiten an?
Kiten sollte ernst genommen werden. Try-and-Error-Versuche auf eigene Faust führen meistens ins Krankenhaus. Entlang der Nord- und Ostseeküste bieten sehr viele Schulen Kitekurse an. Auch an den größeren Seen im Binnenland gibt es zahlreiche Kursangebote. Wer es wärmer möchte, findet günstige Pauschalreiseangebote inklusive Kitekurs - zum Beispiel nach Ägypten oder ans Mittelmeer.
Welche Ausrüstung brauche ich?
Die Ausstattung eines Kiters beinhaltet etwa zwei bis drei Kite-Schirme mit Bar (Griff) und Leinen, ein Board, einen Neoprenanzug gegen die Kälte und ein Trapez, das den Zug des Kites auf den Körper überträgt. Die Kosten dafür liegen etwa bei 3000 Euro.
Wie sicher ist Kiten?
In den vergangenen zehn Jahren hat sich nicht nur die Leistung des Materials stark verbessert, auch die Sicherheit im Kite-Sport ist durch den Einsatz des Quickreleases - einem Notauslösesystem - gestiegen. Außerdem sind die Kites mittlerweile leichter zu beherrschen als früher.
Rekorde
Mit über 103 km/h ist der Amerikaner Rob Douglas nicht nur der schnellste Kiter, sondern hält mit dieser Bestmarke auch den Segel-Speed-Rekord aller Klassen.
Mit 22 Sekunden gelang dem Amerikaner Jesse Richman die längste Flugeinlage über dem Wasser.
Erfolgreichste Kiter sind der fünffache Freestyle-Weltmeister Aaron Hadlow aus England sowie die 18 Jahre junge Spanierin Gisela Pulido, die schon sieben Mal Freestyle-Weltmeisterin geworden ist.



