Fußball - Dritte Liga
Arm, aber sexy
AbstimmungDritte Liga - wer macht das Rennen?
von Bastian HenrichsDrei Absteiger mit Bundesliga-Vergangenheit, Aufsteiger mit Ambitionen und jede Menge Tradition - und trotzdem möchte eigentlich niemand hier spielen, gibt es doch verhältnismßig wenig Geld zu verdienen. Dennoch: Die 3. Liga 2012/2013 ist attraktiv und spannend wie nie.
Schon der Auftakt ist verheißungsvoll. Während die Bundesligisten und Zweitligavereine noch auf den Trainingsplätzen und in Testspielen Kondition bolzen und Taktikformationen einstudieren, startet die 3. Liga schon an diesem Wochenende den Spielbetrieb - und zwar mit einem Knaller:
Live im FernsehenArminia Bielefeld empfängt Alemannia Aachen. Ein Duell zweier Traditionsvereine, das noch vor fünf Jahren in der Bundesliga stattfand. Der WDR überträgt den Startschuss in die Fußballsaison live, in der Bielefelder Arena werden 10.000 Zuschauer erwartet.
Es wird in dieser Saison in der untersten Profiliga nicht die einzige Partie zwischen ehemaligen Erstliga-Klubs bleiben. Der Karlsruher SC ist dabei, die Offenbacher Kickers, Hansa Rostock, die SpVgg Unterhaching, Darmstadt 98.
Derby en masseDazu gesellen sich ambitionierte Klubs wie der VfL Osnabrück, der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Saarbrücken. Es wird emotional aufgeladene Derbys geben - so trifft der KSC auf die zweite Mannschaft des alten Rivalen VfB Stuttgart oder Preußen Münster auf den VfL Osnabrück und Bielefeld.
Nach einem eher ruhigen Jahr, in dem die traditionsärmeren Vereine aus Sandhausen, Aalen und Regensburg die Liga dominierten, könnte die fünfte Drittliga-Saison eine der interessantesten ihrer noch jungen Geschichte werden.
Drittliga-Fan Rösler"Das wir die Liga eröffnen dürfen, ist klasse", sagt Aachens Stürmer Sascha Rösler, der sich nach dem Bundesliga-Aufstieg mit Fortuna Düsseldorf und trotz seiner 34 Jahre für die 3. Liga begeistern ließ. "Die Liga wird ein hartes Brot", sagt Rösler.
Erst in der vergangenen Saison haben die damaligen Zweitligaabsteiger VfL Osnabrück, Arminia Bielefeld und vor allem Rot-Weiß Oberhausen zu spüren bekommen, wie hoch die Qualität der anderen Mannschaften ist. Und Rösler glaubt: "Auch für uns wird die kommende Saison als Neuling in der Klasse erst einmal ein Abenteuer."Zurück in die zweite LigaWolfgang Wolf, Trainer von Absteiger Rostock, will seiner neuformierten Mannschaft ebenfalls Zeit geben, sich an die Liga zu gewöhnen. "Wir dürfen uns von Durststrecken, die jeder durchleiden wird, nicht verrückt machen lassen." Das Ziel ist dennoch klar: Zurück in die Zweite Liga.
Vor kurzem erst hatte Wolf gesagt, dass er sich nicht mit der 3. Liga anfreunden könne. So geht es vielen Vereinen. Den Absteigern, den Traditionsmannschaften, die um den Anschluss kämpfen und alte Zweitliga-Zeiten herbeisehnen, und sogar den Aufsteigern, die die 3. Liga als Sprungbrett betrachten, als sanften Weg in den Profifußball.
Sprungbrett nach obenMannschaften wie Vorzeigeklub Fortuna Düsseldorf, der nach dem Absturz bis in die vierte Liga nun wieder in der Bundesliga spielt, aber auch Eintracht Braunschweig oder Dynamo Dresden sind Vorbild. Sie haben vorgemacht, wie es gehen kann und sich in den vergangenen Jahren über den Umweg 3. Liga wieder in den höheren Klassen etabliert.
Dort möchten auch die Stuttgarter Kickers auf lange Sicht wieder hin. Für den Liga-Neuling, der zuletzt 2001 in der Zweiten Liga spielte, soll der Aufstieg nur die Initialzündung sein.
Gefühlter Zweitligist"Die Liga ist sehr stark und unheimlich interessant", sagt Guido Buchwald, Präsidiumsmitglied bei den Kickers. "Viele Mannschaften haben früher in der ersten Liga gespielt. Für uns ist das eine tolle Herausforderung und ein großer Sprung. Aber vom Gefühl her gehören wir in die Zweite Liga. Und wir wollen zusehen, dass wir hier behutsam etwas aufbauen und auf lange Sicht im Profigeschäft wieder Fuß fassen."
Das wollen eigentlich alle Vereine: auf lange Sicht, aber am liebsten so schnell wie möglich wieder raus aus Liga drei, nach oben. Das macht die Liga so attraktiv. "Zehn bis zwölf Mannschaften können um den Aufstieg mitspielen", glaubt Hansa-Trainer Wolf.Claus-Dieter Wollitz, Trainer des VfL Osnabrück, stimmt zu: "Du gewinnst zweimal und bist oben dabei, dann verlierst du zweimal und steckst unten drin."
Zuschauerboom?Es ist jedoch nicht nur die hohe Leistungsdichte, die die Liga so spannend und unvorhersehbar macht. Der Abstieg der drei Traditionsmannschaft aus Aachen, Rostock und Karlsruhe wird auch wieder mehr Zuschauer anlocken. In der vergangenen Saison lag der Ligadurchschnitt bei knapp über 4500 pro Spiel - Minusrekord. "Es könnte einen neuen Zuschauerrekord geben", sagt Wolf.
Neben den drei Absteigern stehen auch Mannschaften wie Osnabrück, Bielefeld, Münster oder Offenbach für Fankultur, gut gefüllte Stadien und tolle Atmosphäre. Eigentlich gibt es keinen Grund zur Flucht - diese Liga wird Spaß machen.
20.07.2012
Schon der Auftakt ist verheißungsvoll. Während die Bundesligisten und Zweitligavereine noch auf den Trainingsplätzen und in Testspielen Kondition bolzen und Taktikformationen einstudieren, startet die 3. Liga schon an diesem Wochenende den Spielbetrieb - und zwar mit einem Knaller:
Live im FernsehenArminia Bielefeld empfängt Alemannia Aachen. Ein Duell zweier Traditionsvereine, das noch vor fünf Jahren in der Bundesliga stattfand. Der WDR überträgt den Startschuss in die Fußballsaison live, in der Bielefelder Arena werden 10.000 Zuschauer erwartet.
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„Es könnte einen neuen Zuschauerrekord geben”Wolfgang Wolf
Derby en masseDazu gesellen sich ambitionierte Klubs wie der VfL Osnabrück, der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Saarbrücken. Es wird emotional aufgeladene Derbys geben - so trifft der KSC auf die zweite Mannschaft des alten Rivalen VfB Stuttgart oder Preußen Münster auf den VfL Osnabrück und Bielefeld.
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Quelle: imago
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Nach einem eher ruhigen Jahr, in dem die traditionsärmeren Vereine aus Sandhausen, Aalen und Regensburg die Liga dominierten, könnte die fünfte Drittliga-Saison eine der interessantesten ihrer noch jungen Geschichte werden.
Drittliga-Fan Rösler"Das wir die Liga eröffnen dürfen, ist klasse", sagt Aachens Stürmer Sascha Rösler, der sich nach dem Bundesliga-Aufstieg mit Fortuna Düsseldorf und trotz seiner 34 Jahre für die 3. Liga begeistern ließ. "Die Liga wird ein hartes Brot", sagt Rösler.
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„Die Liga wird ein hartes Brot”Sascha Rösler
Vor kurzem erst hatte Wolf gesagt, dass er sich nicht mit der 3. Liga anfreunden könne. So geht es vielen Vereinen. Den Absteigern, den Traditionsmannschaften, die um den Anschluss kämpfen und alte Zweitliga-Zeiten herbeisehnen, und sogar den Aufsteigern, die die 3. Liga als Sprungbrett betrachten, als sanften Weg in den Profifußball.
Sprungbrett nach obenMannschaften wie Vorzeigeklub Fortuna Düsseldorf, der nach dem Absturz bis in die vierte Liga nun wieder in der Bundesliga spielt, aber auch Eintracht Braunschweig oder Dynamo Dresden sind Vorbild. Sie haben vorgemacht, wie es gehen kann und sich in den vergangenen Jahren über den Umweg 3. Liga wieder in den höheren Klassen etabliert.
Saarbrücker Fans finden die dritte Liga sexy
Quelle: imago
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Dort möchten auch die Stuttgarter Kickers auf lange Sicht wieder hin. Für den Liga-Neuling, der zuletzt 2001 in der Zweiten Liga spielte, soll der Aufstieg nur die Initialzündung sein.
Gefühlter Zweitligist"Die Liga ist sehr stark und unheimlich interessant", sagt Guido Buchwald, Präsidiumsmitglied bei den Kickers. "Viele Mannschaften haben früher in der ersten Liga gespielt. Für uns ist das eine tolle Herausforderung und ein großer Sprung. Aber vom Gefühl her gehören wir in die Zweite Liga. Und wir wollen zusehen, dass wir hier behutsam etwas aufbauen und auf lange Sicht im Profigeschäft wieder Fuß fassen."
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„Du gewinnst zweimal und bist oben dabei, dann verlierst du zweimal und steckst unten drin.”Claus-Dieter Wollitz
Zuschauerboom?Es ist jedoch nicht nur die hohe Leistungsdichte, die die Liga so spannend und unvorhersehbar macht. Der Abstieg der drei Traditionsmannschaft aus Aachen, Rostock und Karlsruhe wird auch wieder mehr Zuschauer anlocken. In der vergangenen Saison lag der Ligadurchschnitt bei knapp über 4500 pro Spiel - Minusrekord. "Es könnte einen neuen Zuschauerrekord geben", sagt Wolf.
Neben den drei Absteigern stehen auch Mannschaften wie Osnabrück, Bielefeld, Münster oder Offenbach für Fankultur, gut gefüllte Stadien und tolle Atmosphäre. Eigentlich gibt es keinen Grund zur Flucht - diese Liga wird Spaß machen.



