Beachvolleyball
In den Sand gesetzt
Julius Brink (l.) und Jonas Reckermann
VideoBeachvolleyball in speziellem Ambiente
von Torsten HaselbauerBerlin liegt nicht am Mittelmeer. Dauerregen, Kälte, ein verpasster Weltrekord und enttäuschende deutsche Teams prägten das Beachvolleyball-Turnier in der deutschen Hauptstadt. Aber bei Olympia soll dann alles besser werden.Spätestens seit Freitag hieß das Grand Slam der Beachvolleyballer in Berlin nur noch „Grand Schlamm“. Es war der Tag, als im vermeintlichen Gute-Laune-Sport alles schief ging. Der Dauerregen in der Hauptstadt hatte sich mal wieder keine Auszeit genommen, nur ein paar Zuschauer saßen verloren und in Plastik-Regenponchos gehüllt auf der riesigen Tribüne des Center Court.Noch nicht im Rhythmus
Von Sonne und Partystimmung war auf der riesigen Sportanlage tief im Westen Berlins nichts zu sehen, zu hören und zu spüren. Schlimmer noch: Es war der Tag, als Jonas Reckermann und Julius Brink wie zwei begossene Pudel vom „Sandkasten“ vor der Waldbühne schlichen. Sie hatten gerade im Achtelfinale gegen ihre deutschen Kollegen Eric Koreng und David Kemperer eine Dreisatz-Niederlage kassiert (21:13, 17:21, 10:15).Das wohl beste deutsche Duo rang nach Worten. Abwehrspieler Julius Brink fand sie schließlich. „Berlin ist nicht Olympia“, war die erste, knappe Deutung dieser überraschenden Niederlage. Immerhin machten die Londoner Olympia-Geheimfavoriten weder das Wetter noch eine Verletzung für ihr uninspiriertes Auftreten verantwortlich. „Uns ist es egal, ob es regnet oder nicht, und die Schulter macht mir auch keine Probleme mehr. Wir fanden einfach keinen Rhythmus“, sagte Europameister Reckermann sichtlich verärgert.Kein RückschlagEtwas später dann, es regnete immer noch, fanden Reckermann und Brink in der Achtelfinal-Niederlage sogar etwas Gutes. „Jetzt können wir ein paar Tage mehr trainieren, bevor wir nach Klagenfurt fahren“, meinte Jonas Reckermann. In Österreich findet am kommenden Wochenende der letzte Härtetest vor den Olympischen Spielen statt. Mehr Zeit, sich auf Klagenfurt vorzubereiten, haben auch die meisten anderen deutschen Olympiateams. Jonathan Erdmann und Kay Matysik hatten gegen das niederländische Duo Reinder Nummerdor/Richard Schuil im Viertelfinale keine Chance (21:18, 12:21,7:15).
Auch das deutsche Frauen-Vorzeigeteam, Sara Goller/Laura Ludwig, setzte die Olympia-Generalprobe bei ihrem Heimturnier ordentlich in den Sand. Das für Hertha BSC startende Duo scheiterte im Achtelfinale an den US-Amerikanerinnen Jennifer Kessy und April Ross in einer knappen Dreisatz-Niederlage (21:13, 18:21, 13:15). Doch dieses frühzeitige Aus bedeute keinen Rückschlag für die Olympischen Spiele, waren sich die beiden einig. „Es ändert nichts an unserem Ziel, in London besser zu sein als in Peking“, erklärte Laura Ludwig. Vor vier Jahren bei ihrer Olympiapremiere erreichte das Duo Goller/Ludwig Platz neun. Nur Katrin Holtwick und Ilka Semmler erreichten als einziges deutsches Olympiateam in Berlin das Halbfinale. Dort scheiterten sie wie erwartet an den favorisierten Chinesinnen Chen Xue/Xi Zhang mit 1:2 (15:21, 21:19, 11:15).Verpasster RekordDass zum Finalsieg des brasilianischen Männerduos Alison/Emanuel am späten Samstagabend dann nur 8000 statt der angestrebten 18.000 Zuschauer kamen und damit der angestrebte Zuschauer-Weltrekord deutlich unterboten wurde, passte ins Bild dieser verregneten Veranstaltung. In London soll dann alles besser werden. Sogar das Wetter.
15.07.2012
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„Berlin ist nicht Olympia”Julius Brink
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„Es ändert nichts an unserem Ziel, in London besser zu sein als in Peking.”Laura Ludwig



