Basketball - Olympia
Bryant und Co.: Amerikas Gold-Garantie für London?
VideoDie olympische Basketballarena
Obwohl die Sommerspiele in London noch gar nicht begonnen haben, scheint der Basketball-Olympiasieger schon Wochen vor dem Finale festzustehen. Denn die US-amerikanische Star-Truppe gilt als Gold-Garantie - und hat allenfalls eine kleine Schwäche. von Heiko OldörpEs war nur ein kurzes Interview zwischen zwei Trainingseinheiten, aber es sorgte für Gesprächs-Stoff im ganzen Land. “Es wäre schwer, aber ich denke, wir würden gewinnen”, hatte Kobe Bryant geantwortet, als er im Trainingscamp der US-Basketballer in Las Vegas gefragt wurde, ob die heutige Mannschaft das legendäre Dream Team von 1992 besiegen könnte. Michael Jordan, der Superstar jener Gold-Mannschaft von Barcelona, lachte laut, als er Bryants Aussage hörte. Charles Barkley betonte promt, dass es von der jetzigen Equipe mit Bryant, LeBron James und Kevin Durant nur drei Profis überhaupt ins Dream Team geschafft hätten. Und selbst US-Präsident Barack Obama sah bei dieser “Generationsfrage” Jordan und Co. vorn. “Aber Kobe ist halt ein Wettkampftyp, deshalb erwartet man von ihm einfach ein bisschen trash talk wenn immer er die Gelegenheit dazu hat”, so Obama.
“Unglaubliches Talent im Team”
Das Staatsoberhaupt war am Montag in Washington persönlich in der Halle, als das US-Team im letzten Test auf heimischem Boden Brasilien mit 80:69 besiegte. “Wir haben unglaubliches Talent in diesem Team. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht Gold mit nach Hause bringen sollten”, zeigte sich Obama zuversichtlich. Wie er sehen es auch die knapp 313 Millionen Landsleute - und die zwölf Spieler sowieso. “Wir haben viele Profis in ihrer Topform und dazu kommen junge Leute, die immer hungrig sind und sich auf eine Herausforderung freuen”, sagt James.
Er und seine Mitspieler haben an der Themse nur ein Ziel: Gold gewinnen. Silber käme bereits einer Blamage gleich. Es gibt wohl niemanden unter den Olympia-Teilnehmern, von dem der Triumph so ausnahmslos erwartet wird, wie von den US-Basketballern. Jamaikas Supersprinter Usain Bolt könnte ein Fehlstart oder eine Verletzung stoppen. Es wäre bei weitem keine Sensation, wenn Michael Phelps im Schwimmbecken hinter Landsmann Ryan Lochte als Zweiter anschlägt. Wer weiß schon, wie das Handball-Turnier endet oder ob der Deutschland-Achter tatsächlich das erhoffte Gold holt? Im Baskteball hingegen muss der Titel ganz einfach an die Stars aus der Profiliga NBA gehen.
Durchschnittsgehalt von 15,2 Millionen Dollar
Sie sind der Titelverteidiger, mit einem Durschnittsgehalt von 15,2 Millionen Dollar die Topverdiener der Liga und haben mit Bryant, James und Durant die derzeit drei besten Basketballer des Planeten in ihren Reihen. Hinzu kommen Ausnahmespieler wie Chris Paul, Carmelo Anthony oder Russell Westbrook. “Wir haben zwölf richtig gute Spieler, aus ihnen müssen wir jetzt ein Team formen”, sagt Trainer Mike Krzyzewksi. Er, der in Amerika nur “Coach K” genannt wird, hatte die USA bereits vor vier Jahren in Peking zu Gold geführt. Und er sah sich seit Beginn des Trainingslagers am 6. Juli fast täglich der selben Frage ausgesetzt: “Wie wollen Sie ohne einen echten zweiten Center auskommen?”
Ein derartiges Nachhaken war aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Dwight Howard, Chris Bosh und LaMarcus Aldridge zwar durchaus legitim, denn mit dem 2,16 Meter Kraftklotz Tyson Chandler steht Krzyzewski nur ein langer Kerl unter dem Korb zur Verfügung. Dennoch holte der Coach jüngst leicht genervt zur Gegenfrage aus. “Warum reden wir nicht darüber was wir haben, anstatt über das, was wir nicht haben?” Ja warum eigentlich nicht?
Fehlende Zentimeter mit Athletik ausgleichen
Wer Bryant, James und Durant in seinen Reihen hat, für den dürfte ein fehlender Ersatz-Center allenfalls eine kleine Schwächung sein - aber keinesfalls eine akute Problemstelle. “Große Spieler sind schwer zu stoppen, aber kleine ebenso”, betonte Durant. Wenn man Leute wie ihn (2,06 Meter), Carmelo Anthony oder James (jeweils 2,03 Meter) überhaupt als “klein” bezeichnen kann. Mit ihrer Athletik gleichen sie die fehlenden Zentimeter zudem locker aus. Hinzu kommt, dass die US-Amerikaner trotz ihrer klaren Favoritenrolle Gold nicht als Selbstläufer ansehen. Man begegne jedem Team mit Respekt, so Bryant. Sollte die von ihm angeführte Mannschaft letztlich ähnlich überzeugend Gold gewinnen, wie einst das Dream Team, wäre eine Fortsetzung der hypothetischen Diskussion, wer wen besiegen würde, wohl garantiert.
17.07.2012
“Unglaubliches Talent im Team”
Das Staatsoberhaupt war am Montag in Washington persönlich in der Halle, als das US-Team im letzten Test auf heimischem Boden Brasilien mit 80:69 besiegte. “Wir haben unglaubliches Talent in diesem Team. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht Gold mit nach Hause bringen sollten”, zeigte sich Obama zuversichtlich. Wie er sehen es auch die knapp 313 Millionen Landsleute - und die zwölf Spieler sowieso. “Wir haben viele Profis in ihrer Topform und dazu kommen junge Leute, die immer hungrig sind und sich auf eine Herausforderung freuen”, sagt James.
Er und seine Mitspieler haben an der Themse nur ein Ziel: Gold gewinnen. Silber käme bereits einer Blamage gleich. Es gibt wohl niemanden unter den Olympia-Teilnehmern, von dem der Triumph so ausnahmslos erwartet wird, wie von den US-Basketballern. Jamaikas Supersprinter Usain Bolt könnte ein Fehlstart oder eine Verletzung stoppen. Es wäre bei weitem keine Sensation, wenn Michael Phelps im Schwimmbecken hinter Landsmann Ryan Lochte als Zweiter anschlägt. Wer weiß schon, wie das Handball-Turnier endet oder ob der Deutschland-Achter tatsächlich das erhoffte Gold holt? Im Baskteball hingegen muss der Titel ganz einfach an die Stars aus der Profiliga NBA gehen.
ZITAT
„Wir haben unglaubliches Talent in diesem Team. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht Gold mit nach Hause bringen sollten”US-Präsident Barack Obama
Durchschnittsgehalt von 15,2 Millionen Dollar
Sie sind der Titelverteidiger, mit einem Durschnittsgehalt von 15,2 Millionen Dollar die Topverdiener der Liga und haben mit Bryant, James und Durant die derzeit drei besten Basketballer des Planeten in ihren Reihen. Hinzu kommen Ausnahmespieler wie Chris Paul, Carmelo Anthony oder Russell Westbrook. “Wir haben zwölf richtig gute Spieler, aus ihnen müssen wir jetzt ein Team formen”, sagt Trainer Mike Krzyzewksi. Er, der in Amerika nur “Coach K” genannt wird, hatte die USA bereits vor vier Jahren in Peking zu Gold geführt. Und er sah sich seit Beginn des Trainingslagers am 6. Juli fast täglich der selben Frage ausgesetzt: “Wie wollen Sie ohne einen echten zweiten Center auskommen?”
Ein derartiges Nachhaken war aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Dwight Howard, Chris Bosh und LaMarcus Aldridge zwar durchaus legitim, denn mit dem 2,16 Meter Kraftklotz Tyson Chandler steht Krzyzewski nur ein langer Kerl unter dem Korb zur Verfügung. Dennoch holte der Coach jüngst leicht genervt zur Gegenfrage aus. “Warum reden wir nicht darüber was wir haben, anstatt über das, was wir nicht haben?” Ja warum eigentlich nicht?
Fehlende Zentimeter mit Athletik ausgleichen
Wer Bryant, James und Durant in seinen Reihen hat, für den dürfte ein fehlender Ersatz-Center allenfalls eine kleine Schwächung sein - aber keinesfalls eine akute Problemstelle. “Große Spieler sind schwer zu stoppen, aber kleine ebenso”, betonte Durant. Wenn man Leute wie ihn (2,06 Meter), Carmelo Anthony oder James (jeweils 2,03 Meter) überhaupt als “klein” bezeichnen kann. Mit ihrer Athletik gleichen sie die fehlenden Zentimeter zudem locker aus. Hinzu kommt, dass die US-Amerikaner trotz ihrer klaren Favoritenrolle Gold nicht als Selbstläufer ansehen. Man begegne jedem Team mit Respekt, so Bryant. Sollte die von ihm angeführte Mannschaft letztlich ähnlich überzeugend Gold gewinnen, wie einst das Dream Team, wäre eine Fortsetzung der hypothetischen Diskussion, wer wen besiegen würde, wohl garantiert.



