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Olympia - Fechten

Psycho-Spiele auf der Planche

  • Video Limbach: Säbelfechten ist Körperschach
  • Video Kleibrink: "Olympia macht immer nervös"
  • Video Fechten ist "wie Flirten in der Bar"
  • VideoLimbach: Säbelfechten ist Körperschach

    Nicolas Limbach ist Weltmeister und reist entsprechend motiviert zu den Olympischen Spielen nach London. Er weiß, "dass er alle schlagen kann", versichert der Säbelfechter im ZDFsport-Interview.

    (16.07.2012)
    VideoKleibrink: "Olympia macht immer nervös"

    Benjamin Kleibrink freut sich auf die Olympischen Sommerspiele. Dass er nicht nach London fährt, um Zehnter zu werden, unterstreicht der Fechter im ZDF-Interview.

    (16.07.2012)
    VideoFechten ist "wie Flirten in der Bar"

    Ein Unfall im letzten Oktober warf die Degen-Spezialistin in ihrer Vorbereitung zurück. Jetzt ist sie wieder fit, wie Imke Duplitzer m ZDF-Interview bestätigt. Ihre Erwartungen sind aber eher gering.

    (16.07.2012)

    Kurzmeldung

    • 16:34 28.07.2012Kurzmeldung

      Golubytskyi scheitert im Achtelfinale 16:34 28.07.2012
      Florettfechterin Carolin Golubytskyi ist beim olympischen Turnier im Achtelfinale ausgeschieden. Die 26-Jährige verlor gegen die Italienerin Elisa di Francisca mit 9:15. Dabei führte Golubytskyischon mit 7:2 und 8:3. Beim siebten Gegentreffer bekam die Tauberbischofsheimerin die Glocke des 500 Gramm schweren Floretts an den Hals und musste danach minutenlang behandelt werden. In ihrem Auftaktgefecht hatte sich Sportsoldatin Golubytskyi als weltweite Nummer 15 gegen die Kolumbianerin Saskia Loretta van Erven Garcia nach Anfangsproblemen sicher mit 14:9 Treffern durchgesetzt.

    • 20:03 28.07.2012Kurzmeldung

      Florett: Italiens Frauen dominieren 20:03 28.07.2012
      Florettfechterin Elisa di Francisca hat bei den Olympischen Spielen in London die zweite Goldmedaille für Italien geholt. Im Finale bezwang die frühere Weltmeisterin ihre Landsfrau Arianna Errigo mit 12:11 nach sudden death. Valentina Vezzali hatte zuvor durch einen 13:12-Sieg über die Südkoreanerin Nam Hyun Hee Bronze geholt und das italienische Podium komplett gemacht. Die fünfmalige Olympiasiegerin Vezzali war in der Vorschlussrunde an Errigo gescheitert und verpasste es damit, als erste Sportlerin der Geschichte viermal in Folge in der gleichen Disziplin Gold zu holen.

    Psycho-Spiele auf der Planche

    von Oliver Trust

    Für die "Times" steht fest: Die Fechter holen das erste deutsche Gold. Nicolas Limbach, so glaubt das angesehene Blatt, gewinnt am Sonntag das Säbel-Finale der Männer. Trotz der guten Prognose hofft man beim Deutschen Fechter-Bund auf weitere Medaillen. Die Chancen stehen gut.

    archiv - der deutsche saebel-fechter nicolas limbach jubelt am 17.07.2010 waehrend der fecht- und europameisterschaft in leipzig. am sonntag (27.07.2012) greift nicolas limbach in der saebel-konkurrenz nach einer medaille. foto: peter endig dpa (zu dpa-korr.: �fechter limbach noch ganz locker - golubytskyi ehrgeizig� vom 27.07.2012) +++(c) dpa - bildfunk+++ / Quelle: dpa

    Nicolas Limbach
    Quelle: dpa

    Etwas anderes, als in London Gold gewinnen zu wollen, hat Nicolas Limbach nie behauptet. Insofern ist die Voraussage der Londoner Tageszeitung nicht besonders kühn. In den Tagen vor dem Einzelwettbewerb genießt es der Dormagener regelrecht, zu den Favoriten zu gehören und als Fechter endlich wieder einmal im Rampenlicht zu stehen, „was meistens nur alle vier Jahre bei Olympia vorkommt“, wie der Weltmeister von 2009 bemerkt.

    "... dann bin ich der Depp"

    Limbachs Zuversicht soll nicht nur die Säbel-Athleten beflügeln, sondern auch den anderen deutschen Fechtern Mut machen, mit dem besonderen olympischen Druck umzugehen. Für den 27-Jährigen ist Lockerheit Grundlage für Erfolge.

    Das Säbelfinale ...

    ... beginnt am Sonntag um 20.10 Uhr. Nicolas Limbach - derzeit Weltranglisten-Erster - stand zuletzt dreimal in Folge in einem WM-Finale, 2009 gewann er den Titel. In diesem Jahr hat er schon vier Weltcupsiege verbucht.

    Seine gefährlichsten Konkurrenten sind der Russe Alexey Yakimenko und der Italiener Aldo Montano.

    „Es gibt wenige, die für den Sieg in Frage kommen. Ich zähle mich dazu“, so Limbach, der beim Training am Royal Victoria Dock seine Vorfreude offen zeigte und grinsend einem Bekannten im Publikum winkt. „Wenn ich in der ersten Runde rausfliege oder im Viertelfinale 14:15 verliere, bin ich der Depp“, fügt Limbach an, der zusammen mit Benedikt Wagner und Max Hartung im Team-Wettbewerb ebenfalls gute Medaillenchancen hat.

     

    "Gut aufgestellt"

    Sportdirektor Manfred Kasper dagegen ist mit mutigen Prognosen vorsichtig. „Wenn wir zwei Medaillen holen, kann man von einem gelungenen Wettbewerb sprechen“, so Kasper: „Die Medaillenzählerei bin ich leid. Wir sind gut aufgestellt. Öffentlichen Druck gibt es nicht."

    Auch Florett-Fechter Peter Joppich sieht durchaus die Gefahr eines frühen Ausscheidens. „Fechten ist ein Nervenspiel. Es geht darum, wie kommt man in den Tag, wie ist der Lauf. Früh draußen, weit kommen - alles ist drin“, so Joppich.

    Genießt!

    Für Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann ist genau das kein Problem: „Meine Medaille von Peking spielt in London keine Rolle mehr." Ihr Ratschlag an die Kollegen ist es, Olympia zu genießen: „Ich finde es zum Beispiel faszinierend, in der riesigen Mensa des Olympiadorfes zu sitzen und mit Athleten aus aller Welt über alles mögliche zu sprechen."

    Ist es neben der richtigen Olympiaform tatsächlich die nötige Portion Lockerheit, die zum Gold-Erfolg verhilft, könnte die „Times“ mit ihrem Limbach-Tipp richtig liegen. Der im belgischen Eupen geborene Fechter beschrieb kürzlich die "Psycho-Spiele" auf der Planche als Schlüssel: "Du musst ein guter Schauspieler sein. Den Gegner einschüchtern und Emotionen herauskitzeln. Es geht darum, den Rhythmus des Gegners zu brechen, wenn es nicht läuft". Limbach bindet sich dann seine Schuhe neu oder zerrt am Trefferkabel herum, von dem er vorgibt, es sei nicht mehr korrekt verbunden.

    ZITAT
    Du musst ein guter Schauspieler sein. Den Gegner einschüchtern und Emotionen herauskitzeln
    Nicolas Limbach

    Gelebter Teamgedanke

    Sein Optimismus baut aber nicht nur auf ein gesundes Selbstbewusstsein, sondern auch auf den starken Teamgeist innerhalb der deutschen Mannschaft. „Bei anderen Mannschaften und anderen Nationen gibt es viele Einzelgänger, die eine Gruppe sprengen. Da kommt kein richtiges Wir-Gefühl auf. Das ist bei uns anders", sagt Limbach.

    Da fährt man dann auch mal für ein paar gemeinsame Tage nach Mallorca.  "Ich glaube, das macht fast keiner“, sagt er und rät, die eigenen Gefühle auszuleben "Wenn man ein introvertierter Typ ist, geht das alles nicht. Ein bisschen extrovertiert, ein bisschen aufbrausend ist gut. Ab und zu schießt der eine oder andere von uns sicher auch mal über das Ziel hinaus. Aber daraus lernen wir, und so schaffen wir es, unsere Grenzen zu finden."

    Einzelkämpferin

    Auf ein Team kann sich Carolin Golubytski nicht stützen. Die Frauen-Florett-Mannschaft verpasste die Olympia-Qualifiaktion. Im Einzel-Wettbewerb tritt die EM-Dritte von 2008 am Samstag an. „Alleine ist nie so gut, aber auch daraus muss man das Beste machen“, sagt Golubytski. "In Peking hab ich den neunten Platz belegt, habe kurz vorher geführt und die letzten Sekunden noch abgegeben. Deswegen will ich das in London auf jeden Fall besser machen."

    Weitere Interviews

    Joppich: "Im Kopf musst Du stark sein"

    28.07.2012
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