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Ausblick auf die Spiele 2016

Bye London, olá Rio!

  • Brasilien lädt ein
  • Bilderserie Bild für Bild ein Stück Olympia
  • Brasilien lädt ein
    artist for rio de janeiro 2016 perform during the closing ceremony of the london 2012 olympic games at olympic stadium, london, great britain, 12 august 2012. photo: michael kappeler dpa +++(c) dpa - bildfunk+++

    Sambatänzer geben eine Vorahnung, was die Welt in Rio erwartet.

    (13.08.2012)
    BilderserieBild für Bild
    Jacques Rogge (BEL) IOC Präsident / Quelle: imago
    (10.08.2012)

    Kurzmeldung

    • 14:43 12.08.2012Kurzmeldung

      Rogge: "Es waren fabelhafte Spiele" 14:43 12.08.2012
      IOC-Präsident Jacques Rogge hat den London-Spielen ein hervorragendes Abschlusszeugnis ausgestellt. "Ich bin ein glücklicher und dankbarer Mann. Es waren absolut fabelhafte Spiele", bilanzierte der Belgier in London wenige Stunden vor der Schlussfeier. "Das waren Athletenspiele, das olympische Dorf war fantastisch, die Sportstätten haben funktioniert und das Publikum war großartig. London hat die olympische Bewegung erfrischt." Das dritte Ringe-Spektakel in der britischen Hauptstadt nach 1908 und 1948 habe immerhin 44 Weltrekorde und 117 olympische Rekorde produziert.

    In London wurde die Olympische Fahne von der britischen Marine noch ordentlich gebügelt, heute wird sie bei ihrer Ankunft am Flughafen von Rio de Janeiro von der brasilianischen Luftwaffe empfangen. In der Stadt am Zuckerhut kämpfen die Athleten 2016 um die Medaillen.

    von Solveig Floerke


    Die ersten Olympischen Spiele in Südamerika überhaupt, sie sollen zu einem großen Erfolg werden. Unter dem Motto "Paixao e Transformacao", Leidenschaft und Wandel, will Brasilien zeigen, dass es vorne mitmischt - auch sportlich. In London hat Großbritannien vorgemacht, wie erfolgreich die Athleten im eigenen Land sein können. Brasilien hat da einigen Nachholbedarf. Und das, obwohl noch nie so viel in die Olympia-Athleten investiert worden war wie in den letzten vier Jahren.

    Der Präsident des Brasilianischen Olympischen Komitees (COB), Carlos Arthur Nuzman, spricht von umgerechnet 380 Millionen Euro, die in die Vorbereitung der 259 Sportler geflossen waren. Die Zielvorgabe des COB waren 15 Medaillen - eine realistische Forderung, denn Brasilien landete mit 17 Medaillen auf Platz 22.

     

    "Das Geld wird für diejenigen ausgegeben, die schon ganz oben sind"

     In den nächsten vier Jahren will man beim COB jedoch mehr sehen. Bei den Spielen im eigenen Land sollen die brasilianischen Athleten mindestens doppelt so viele Medaillen holen und Brasilien so unter die besten zehn Länder im Medaillenspiegel katapultieren. Aber wie? Zweifelsohne gibt es genug Potential im fünfgrößten Land der Erde. Bei über 190 Millionen Einwohnern dürften einige Talente dabei sein, doch die müssen sich um ihren Einstieg und ihr Fortkommen im Sport bisher selbst kümmern. Eine Infrastruktur an der Basis gibt es außerhalb des Fußballs nicht. Der brasilianische Sportjournalist Eduardo Tironi aus Rio de Janeiro bringt es auf den Punkt: "Die Resultate aus London haben bewiesen, dass das ganze System in Brasilien nicht funktioniert. Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund: Es existiert keine vernünftige Ausbildung für junge Talente, weil nicht einmal in allen Schulen wirklich Sport unterrichtet wird."

    Vielseitigkeitsreiter Renan Guerreira sagt über seinen eigenen Werdegang: "Ich musste alles selbst bezahlen, um mich für London zu qualifizieren. Das ist das große Problem: Das Geld wird für diejenigen ausgegeben, die schon ganz oben angekommen sind, aber nicht an der Basis. Die gibt es in vielen Sportarten gar nicht. Wenn überhaupt, dann liegt es an einzelnen Städten, die Wert auf Sportförderung legen, ansonsten musst du dich um alles selbst kümmern und das können nur die wenigsten."

     

    47% aller Sportanlagen existieren schon

    Deutlich besser als um die Situation des sportlichen Nachwuchses steht es um die Infrastruktur in der nächsten Olympiastadt. Eduardo Paes, Bürgermeister von Rio de Janeiro, versicherte gegenüber brasilianischen Medien, dass alle Bauprojekte im Zeitplan seien. "Wir haben einige Arbeiten sogar schon parallel zur Olympiabewerbung der Stadt eingereicht",  wird Paes zitiert. Tatsächlich befindet man sich in einer komfortablen Lage. 47% aller Sportanlagen existieren schon.

    Viele stammen aus dem Jahr 2007 als in Rio schon die  Panamerikanischen Spiele stattgefunden haben. Mit dem riesigen See Rodrigo de Freitas im Süden der Stadt und dem Meer vor der Tür trägt auch die Geographie zu einer guten Ausgangslage Rios bei. Um weitere Bauprojekte, wie Flughäfen, Metrolinien, Hotels, Medien- und Konferenzzentren, müssen sich bis 2014 zur Fußballweltmeisterschaft andere kümmern.

     

    "Leidenschaft und Wandel"

    Trotz günstiger Vorzeichen - Problemfälle gibt es auch. Das Velodrom entspricht nicht den IOC-Normen. Kontrovers wird auch über die Leichtathletik-Arena diskutiert, seit offiziell bekannt geworden ist, dass Namensgeber Joao Havelange in den Korruptionsskandal des Weltfußballverbandes FIFA um die ehemalige
    Sportmarketingagentur ISL verstrickt war. "Leidenschaft und Wandel" sieht anders aus.

    12.08.2012
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