Champions League
De Jong unter Zugzwang
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De Jong unter Zugzwang
Mit zwölf Millionen Ablöse ist Luuk de Jong der teuerste Spieler in der Geschichte von Borussia Mönchengladbach. Am Dienstag tritt der Bundesligist in der Champions-League-Quali gegen Dynamo Kiew an – und hat ein Problem: denn der Torjäger findet das Tor noch nicht.Von Andreas Deelstra
Luuk de Jong steht immer noch im Kabinentrakt des Aachener Tivoli-Stadions. Er kam schon als Letzter vom Feld. Der Niederländer musste viele Interviews geben – und am Ende stand eigentlich immer dieselbe Frage: Wann fällt das erste Tor? In Aachen jedenfalls fiel es nicht. 90 Minuten spielte Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal gegen den Drittligisten Alemannia, Borussias neuer Top-Star hatte zwei hundertprozentige Torchancen. Doch der Ball, er wollte nicht rein.
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„Ich bin nicht nur für Tore geholt worden, sondern auch für meine Vorlagen.”Luuk de Jong
Champions League im ZDF
In den Playoffs um die Gruppenphase der Champions League trifft Borussia Mönchengladbach auf Dynamo Kiew. Der Bundesligist tritt am Dienstag das Hinspiel gegen den ukrainischen Top-Club im heimischen Stadion an. Das ZDF überträgt die Partie ab 20.25 Uhr live. Anstoß ist um 20.45 Uhr.
In den Playoffs um die Gruppenphase der Champions League trifft Borussia Mönchengladbach auf Dynamo Kiew. Der Bundesligist tritt am Dienstag das Hinspiel gegen den ukrainischen Top-Club im heimischen Stadion an. Das ZDF überträgt die Partie ab 20.25 Uhr live. Anstoß ist um 20.45 Uhr.
Kiew ist ein anderes Kaliber
Am Ende könnte nur eine solche gute Aktion zu wenig sein, wenn Gladbach in der Champions-League-Qualifikation antreten muss. Dynamo Kiew ist die letzte Hürde vor der Teilnahme am Millionenball. Und bei allen möglichen Gegnern aus Kopenhagen oder Athen sind die Ukrainer das größte Kaliber. Ein ganz anderes zumindest als ein Drittligist aus Aachen. „Ich habe Kiew gegen Feyenoord Rotterdam gesehen“, sagt de Jong. „Es ist eine sehr starke Mannschaft. Aber sie haben ihre Schwächen, vor allem in der Defensive.“ Dort also, wo der 21-Jährige zuschlagen muss.Doch noch ist der Stürmer, der von Twente Enschede geholt wurde, nicht ganz angekommen in Mönchengladbach. „Ich habe mein erstes Spiel über 90 Minuten gemacht“, sagt er entschuldigend. „Zuerst wurden meine Mandeln herausgenommen, dann habe ich in Twente nur ganz leicht trainiert. Als ich nach Gladbach kam, musste ich bei Null anfangen, während die Kollegen schon im Training waren.“ Es klingt, als würde er nach Ausreden suchen, doch genau so soll es nicht sein. Denn, so weiß de Jong, „auf diesem Niveau kannst du dir einfach nicht leisten, nicht bei 100 Prozent zu sein“.
Viel Ärger in der Sommerpause
Es ist indes nicht verwunderlich, dass Luuk de Jong seine Zeit braucht, sich in Mönchengladbach einzugewöhnen. 21 Jahre ist er erst alt. Das Geplänkel um den Transfer des Stürmers aus Enschede an den Niederrhein glich einer Vorabend-Soap. Ständige Wendungen und Schuldzuweisungen, Gerüchte und Widersprüche. Und dann noch das Debakel mit der niederländischen Mannschaft bei der Europameisterschaft – ziemlich viel, was da so auf einen jungen Mann einprasseln kann.
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„Hier reifen junge Spieler unter Lucien Favre zu guten Fußballern heran.”George de Jong
Große Fußstapfen
Der Wechsel nach Gladbach war der Familie so wichtig, dass der Spieler sogar auf die ihm vertraglich zugesicherten 20 Prozent der Ablöse verzichtete. Und so ließ sich Twente am Ende auf zwölf Millionen plus zahlreicher möglichen Prämien ein. Für Mönchengladbach der teuerste Spieler der Vereinsgeschichte.
Es sind große Fußstapfen, in die der Niederländer treten muss. Mit Marco Reus haben Gladbach 18 Tore und elf Vorlagen aus der vergangenen Saison in Richtung Dortmund verlassen. Der Blondschopf brachte einen Ganz in den Borussia-Park, den die Fans des Traditionsklubs allenfalls aus den siebziger Jahren in Person von Alan Simonsen oder Günter Netzer kannten. De Jong ist ein anderer Spielertyp, weniger schnell, weniger dribbelstark, mehr ein „echter“ Torjäger. Ein Torjäger, der in Borussias erstem Europapokal-Spiel nach 16 Jahren zu einem Helden werden könnte. Wenn er denn trifft.



