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Tischtennis

Holger Nikelis: Barrieren abbauen und Gold gewinnen

  • Rollstuhl-Tischtennis: Holger Nikelis
  • Bilderserie Paralympics-Medaillenhoffnungen
  • Interaktiv Paralympics: Sportarten und Startklassen
  • Holger Hikelis / Quelle: imago

    Rollstuhl-Tischtennis Spieler Holger Nikelis scheut im Training keine Mühe, um nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den Paralympics in Athen eine weiteres Edelmetall in London zu erobern.

    (24.08.2012 Quelle: imago)
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    (15.08.2012)
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    (31.08.2012 Quelle: ZDF)

    Kurzmeldung

    • 19:36 01.09.2012Kurzmeldung

      Wollmert und Nikelis im Finale 19:36 01.09.2012
      Jochen Wollmert und Holger Nikelis stehen bei den Spielen in London vor dem Gewinn ihrer nächsten Goldmedaillen im Tischtennis. Wolmert, der bereits in Sydney 2000 und Peking 2008 triumphiert hatte, zog mit 3:2 gegen Michailo Popow (Ukraine) ins Finale am Sonntag gegen dessen Landsmann Maxim Nikolenko ein. Athen-Sieger Nikelis erreichte durch ein 3:0 gegen den Briten Pat Davies das Endspiel gegen den Franzosen Jean-Francois Ducay. Dagegen haben Stephanie Grebe und Thomas Schmidberger das Endspiel verpasst und spielen im kleinen Finale um die Bronzemedaille.

    Von Anne Hulitschke

     

    Ping, pong, ping, pong. So klingt der monotone Widerhall des Balles in der nahezu leeren Sporthalle. An einer Tischtennisplatte spielen sich Rollstuhl-Spieler Holger Nikelis und sein Trainingspartner im Blitztempo die Bälle zu. Für seinen großen Traum vom erneuten Gold bei den Paralympics scheut Nikelis, einer der Stars der deutschen Behindertensport-Szene, keine Schweißperle.

     

    Dass er einmal um paralympisches Edelmetall mitspielen würde, wäre für Nikelis vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen: Als sich Nikelis im Alter von 17 Jahren bei einem Badeunfall einen Bruch des sechsten Halswirbels zuzieht, steht seine Welt auf dem Kopf. Diagnose: Querschnittslähmung. Ein Leben im Rollstuhl. Doch er lässt sich nicht unterkriegen. Er ist eine Kämpfernatur. „Die Diagnose war schockierend, aber ich wollte versuchen, dass Beste aus meiner Situation zu machen“, sagt der 34-jährige Kölner heute selbstbewusst.

     

    Erschreckender Perspektivwechsel

    Bereits kurz nach seinem Unfall fängt Holger wieder mit dem Tischtennisspielen an. Doch erst einmal ist er skeptisch. „Das ist doch kein Tischtennis“, meint er damals. „Der Perspektivwechsel vom Fußgänger zum Rollstuhlfahrer war erschreckend.“ Doch mit der Zeit gewöhnt sich der Rheinländer an die Umstellung. Und er wird immer besser. „Ich dachte mir, wenn du dran bleibst, kannst du echt etwas erreichen“, erinnert sich die aktuelle Nummer Eins der Weltrangliste.

     

    Mit viel Fleiß und Ehrgeiz kämpft sich Nikelis schließlich an die Spitze des Rollstuhl-Tischtennis-Sports. Mittlerweile kann der 34-Jährige sieben Deutsche Meistertitel, vier EM- sowie drei WM-Titel auf seinem Konto verbuchen. Der Höhepunkt seiner bemerkenswerten Karriere war bislang der Gewinn der Goldmedaille bei den Paralympics 2004 in Athen. Doch ausruhen möchte sich der ehrgeizige Athlet auf diesen Erfolgen nicht. Beharrlich arbeitet er weiterhin an seinen Zielen, insbesondere an seinem großem Traum: Gold bei den Paralympics 2012.

     

    Barrieren in den Köpfen der Menschen abbauen

    Sport stellt für Nikelis einen wichtigen Teil seines Lebens dar. So hat ihm der Sport nicht nur kurz nach seinem Unfall neuen Aufwind gegeben, sondern auch auf seinem weiteren Lebensweg in besonderer Weise unterstützt. Der Sport hat ihn selbstsicherer gemacht. Offener. Willensstärker. Sich selbst bezeichnet er als Optimist: „Ich versuche immer das Positive zu sehen und nicht vorzeitig aufzugeben.“

    Dies möchte Holger Nikelis auch anderen Menschen mit auf den Weg geben. Er möchte ihnen Mut machen, Visionen und Träume aufzeigen. So setzt sich der Ausnahme-Athlet auch abseits der Tischtennis-Platte für die Inklusion behinderter Menschen in die Gesellschaft ein. Der Träger des Silbernen Lorbeerblattes möchte dabei helfen, die Barrieren in den Köpfen der Menschen abzubauen und so behinderten Menschen ermöglichen, ohne Einschränkungen selbstbestimmt am Leben teilzunehmen.

    01.09.2012
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