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Bundesliga

HSV schon in der Abwärtsspirale

  • Video HSV: Trübe Aussichten fürs Jubiläumsjahr
  • Bilderserie Der Ball rollt zum Bundesliga-Auftakt
  • VideoTrübe Aussichten fürs Jubiläumsjahr

    Der Hamburger SV knüpft auch in dieser Spielzeit nahtlos an die Leistungen der vergangenen Saison an, in der der Klassenerhalt gerade noch geschafft wurde. Nun könnte es noch schlimmer kommen.

    (26.08.2012)
    BilderserieDer Ball rollt zum Bundesliga-Auftakt
    Schahin / Quelle: reuters
    (25.08.2012)

    Kurzmeldung

    • 13:12 27.08.2012Kurzmeldung

      HSV vor Jiracek-Verpflichtung 13:12 27.08.2012
      Der Hamburger SV steht vor der Verpflichtung von Petr Jiracek. Der tschechische Nationalspieler vom VfL Wolfsburg absolvierte beim kriselnden Bundesligisten bereits den Medizincheck und soll einen Vierjahresvertrag erhalten. Dem Vier-Millionen-Transfer muss noch der Aufsichtsrat zustimmen. "Wir haben Probleme in der Mittelfeldachse, die es zu beheben gilt", sagte HSV-Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow. Zweiter Hoffnungsträger neben Jiracek ist der schon vor Wochen verpflichtete Kroate Milan Badelj (Dinamo Zagreb), der am Mittwoch in der Hansestadt erwartet wird.

    • 11:30 21.08.2012Kurzmeldung

      HSV: Arnesen will investieren 11:30 21.08.2012
      Nach dem Saison-Fehlstart mit der DFB- Pokalpleite in Karlsruhe geht Frank Arnesen beim Hamburger SV in die Offensive. Trotz des Fehlens der Pokaleinnah- men von rund einer Million Euro will sich der HSV-Sportchef von seinen Vorstandskollegen und dem Aufsichtsrat das Okay für ein kontrolliertes Transferrisiko holen, um den dringend benötigten Spielmacher finanzieren zu können. "Wir dürfen uns nicht kaputt sparen", betonte Arnesen, der das Konzept der finanziellen Konsolidierung bisher voll mitgetragen hat. Er bestätigte, derzeit mit zwei Mittelfeld-Regisseuren über einen Wechsel zu verhandeln.

    • 11:17 31.07.2012Kurzmeldung

      HSV: Seeler fürchtet Zittersaison 11:17 31.07.2012
      Uwe Seeler hat die Transferpolitik seines Vereins kritisiert und macht sich Sorgen vor einer erneuten Zittersaison. "Ich hätte gedacht, dass man schon weiter ist. Es muss noch einiges getan werden", sagte der 75-Jährige. Bei der jüngsten Testspielniederlage habe er die gleichen Fehler gesehen wie in der vergangenen Saison: kein kreatives Aufbauspiel, schlechtes Deckungsverhalten. "Wir brauchen noch zwei oder drei neue Spieler. Ganz wichtig ist ein kreativer Spieler fürs Mittelfeld, für die Abwehr brauchen wir mehr Stabilität und für den Sturm würde ich mir noch einen echten Brecher wünschen", sagte Seeler.

    • 10:48 27.08.2012Kurzmeldung

      Adler: Diskussionen voreilig 10:48 27.08.2012
      Rene Adler hat einen verpatzten Bundesliga-Start des Erstliga-Dinos Hamburger SV eingeräumt, hält aber die Diskussionen über einen bevorstehenden Kampf um den Klassenerhalt für voreilig. "Der Start ist missglückt, aber nach dem er- sten Spieltag als Abstiegskandidat zu gelten, ist ein bisschen verfrüht", sagte der Ex-Nationaltorhüter im NDR. Dennoch, so Adler weiter, stehe dem HSV eine schwierige Zeit bevor: "Wir brauchen positive Ergebnisse, aber momentan geht es nur über den Kampf. Wir haben willige, junge Spieler, die aber noch nicht das nötige Selbstvertrauen haben."

    • 12:11 23.08.2012Kurzmeldung

      HSV: Seeler fordert Verstärkung 12:11 23.08.2012
      Uwe Seeler fordert Verstärkung für den Hamburger SV, um eine erneute Zittersaison in der Bundesliga zu vermeiden: "Es muss schnellstens etwas passieren. Sonst wird das eine ganz schwere Spielzeit". Seit Wochen wird über die Rückkehr des niederländischen Fan-Lieblings Rafael van der Vaart nach Hamburg spekuliert, was aber an den Finanzen scheitern dürfte. Sportchef Frank Arnesen und Trainer Thorsten Fink sind sich einig: Handlungsbedarf besteht auf der Spielmacher-Position im Mittelfeld. Wirtschaftlich machbar wäre die Verpflichtung vom Tschechen Petr Jiracek.

    Endzeitstimmung am Volkspark

    Noch sind erst drei Punkte vergeben – aber beim HSV geht bereits jetzt die Abstiegsangst um. Zu wenig Klasse für die Klasse – so die fast einhellige Meinung nach der Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Kommt jetzt Rafael van der Vaart als Heilsbringer zurück?

    Ralf Lorenzen


    Egal wie die Saison endet, ein Rekord ist dem HSV in seinem fünfzigsten Bundesliga-Jahr nicht mehr zu nehmen: So früh ist noch keinem Klub das Abstiegsgespenst erschienen. „Die nackte Angst“, „Zum HSV-Jubiläum gibt’s den Abstieg“ – das sind keine Schlagzeilen aus der Endphase der vergangenen Saison, als der HSV sich nur mit letzter Kraft auf Platz 15 rettete. Das sind die Schlagzeilen vom Montagmorgen nach dem ersten Spieltag der Jubiläumssaison.


    HSV-Legende hat Angst
    ZITAT
    Was am meisten erschreckte: Keinem Profi war das Engagement abzusprechen
    Hamburger Morgenpost
    Die meisten von ihnen waren schon vor dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg fertig – die 0:1-Niederlage war für viele nur eine Bestätigung für das, was spätestens seit der peinlichen Pokalschlappe in Karlsruhe für sie feststeht: dieser HSV ist nicht erstligareif. „Ich habe Angst, dass mein HSV in der kommenden Saison aus der Bundesliga absteigt“, hatte HSV-Legende Uwe Seeler schon vor Wochen kundgetan.


    In der Soziologie gibt es den Begriff der „Sich selbst erfüllenden Prophezeiung“ – für den lieferten die Hamburger mit ihrer Leistung gegen Nürnberg ein Paradebeispiel ab. Behäbig und planlos traten sie den ebenfalls schwachen Nürnbergern entgegen. Als wenn die längste Sommerpause der Bundesliga-Geschichte nicht gereicht hätte, ein konkurrenzfähiges Spielsystem einzuüben.


    Durchhalteparolen und Klartext
    „Was am meisten erschreckte: Keinem Profi war das Engagement abzusprechen. Alle wollten. Sie können es als Mannschaft nur eben nicht besser“, schreibt die Morgenpost. Während die Aussagen von Trainer Thorsten Fink schon jetzt wie Durchhalteparolen klingen("Ich werde nicht müde, an die Mannschaft zu glauben") legt zumindest Mittelfeldspieler Marcell Jansen den Finger in die Wunde.


    „Das zieht sich nun schon seit zwei Jahren wie ein roter Faden durch den HSV, wir schaffen keine Weiterentwicklung, obwohl der HSV im Etatbereich an sechster Stelle der Liga liegt“, sagte Jansen. „Mannschaften wie Nürnberg und Freiburg machen es uns vor, und das kann es doch nicht sein.“ Deutlicher kann man die sportliche Leitung eines Klubs nicht kritisieren.


    Abwärtsspirale seit drei Jahren

    Jansen hätte in seiner Analyse noch ein Jahr weiter zurückgehen können. Seit 2009 kurz hintereinander Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer und Trainer Martin Jol den Klub verließen, stolpert der HSV von einer Verlegenheit in die nächste. Trainerwechsel am laufenden Band, monatelanges Vakuum in der sportlichen Leitung, dazu die öffentliche Machtkämpfe in Vorstand und Aufsichtsrat haben eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die möglicherweise erst in Liga 2 endet.


    Dabei haben sich einige Vorzeichen durchaus ins Positive verändert. In den Machtzentren ist es zumindest öffentlich so ruhig wie lange nicht und mit Frank Arnesen wurde vor der letzten Saison ein Sportdirektor verpflichtet, der den nötigen Umbruch glaubwürdig zu verkörpern schien: weg von teuren Altstars, hin zu hungrigen Jungprofis.


    Umbruch ohne Qualität
    Frank Arnesen
    Ich arbeite in alle Richtungen
    Doch bislang haben Arnesen und Trainer Fink es nicht geschafft, die notwendige Verjüngung auch mit Qualität auszustatten, weder personell noch strukturell. Leistungsträger wie Petric, Guerrero und Jarolim wurden abgegeben, aber gegen Nürnberg stand außer Torwart René Adler keine einzige Neuverpflichtung in der Startelf. Von einem modernen Spielsystem, dass dieses personelle Manko ausgleichen könnte, war nicht im Ansatz etwas zu erkennen.


    Alle verfügbare Resthoffnung ruht nun auf Verstärkungen, die bis Ende der Transferperiode Ende der Woche kommen sollen. „Ich arbeite in alle Richtungen“, sagt Sportdirektor Arnesen. Erkennbar sind vor allem zwei Richtungen: nach vorne und nach hinten. Vorwärtsgewandt wäre die Verpflichtung des tschechischen Nationalspieler Petr Jiracek vom VfL Wolfsburg, der Presseberichten zufolge zum Medizincheck in die Hansestadt kommen soll.

    Rückkehr zum Starkult
    Ein Schritt zurück wäre dagegen die Rückkehr von Rafael van der Vaart, der in Hamburg fast wie ein Heilsbringer verehrt wird. Seine Verpflichtung wäre nicht nur eine Rückkehr zum Starkult, der gerade überwunden schien. Sie würde auch nur möglich mit den Millionen des in der Schweiz residierenden Milliardärs Klaus-Michael Kühne, der in der Vergangenheit mehrfach versucht hat, Einfluss auf die Vereinspolitik zu nehmen. Noch im Juli hatte HSV-Präsident Carl-Edgar Jarchow die Geschäftsbeziehungen zu Kühne eingefroren.


    Für die Rückkehr von van der Vaart und seiner Ehefrau Sylvie, die mehr als einmal deren Titel füllte, setzt sich auch die Bild-Zeitung vehement ein. „Die Pfiffe sind nicht mehr so laut“, spottete das Boulvard-Blatt angesichts der Tatsache, dass mit gut 50.000 Zuschauern so wenige wie lange nicht mehr im Stadion waren.

    27.08.2012
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