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WM-Quali: Österreich - Deutschland

Hickersberger: "Koller kennt Bundesliga aus dem Effeff"

  • Josef Hickersberger
  • Bilderserie 9 Bundesliga-Legionäre fordern DFB-Elf
  • Quiz Wie gut kennen Sie Österreich?
  • Video WM '78: Die Schmach von Cordoba
  • Josef Hickersberger

    Josef Hickersberger: Der Ex-Coach der Austria lernte die Bundesliga in den 70ern als Spieler kennen. Bei der WM '78 brachte er Deutschland die Schmach von Cordoba bei.

    (07.09.2012)
    Bilderserie9 Bundesliga-Legionäre fordern DFB-Elf

    Am Abend treffen wiedererstarkte Österreicher in der WM-Qualifikation auf die DFB-Elf. Im Aufgebot sind neun Bundesliga-Kicker, die ihren Kollegen ein Schnippchen schlagen wollen.

    (04.09.2012)
    QuizWie gut kennen Sie Österreich?
    (07.09.2012 Quelle: ZDF)
    VideoWM '78: Die Schmach von Cordoba

    Von den Deutschen als Schmach, von den Österreichern als Wunder bezeichnet: In der Zwischenrunde bei der WM 1978 in Argentinien gelingt Österreich ein historischer 3:2 Sieg gegen ideenlose Deutsche.

    (01.09.2012)

    Kurzmeldung

    • 11:56 28.08.2012Kurzmeldung

      Österreich baut auf Bundesliga-Profis 11:56 28.08.2012
      Neun Bundesliga-Legionäre stehen im Aufgebot der österreichischen Fußball Nationalmannschaft für das WM-Qualifi- kationsspiel am 11.September in Wien gegen Deutschland (20.30 Uhr/ARD). Teamchef Marcel Koller nominierte Torwart Robert Almer, die Abwehrspieler Christian Fuchs, Emanuel Pogatetz und Sebastian Prödl, die Mittelfeldakteure Julian Baumgartlinger, Andreas Ivanschitz, Zlatko Junuzovic und Martin Harnik sowie Stürmer Marko Arnautovic. Verzichten muss Koller auf David Alaba von Bayern München, der wegen seines Ermüdungsbruchs im linken Fuß nicht zur Verfügung steht.

    • 10:37 05.09.2012Kurzmeldung

      Podolski: Vorfreude auf Koller 10:37 05.09.2012
      Torjäger Lukas Podolski freut sich auf ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Trainer Marcel Koller. Der Schweizer, früher Coach beim 1.FC Köln, betreut mittlerweile die österreichische Nationalmannschaft, am Dienstag kommender Woche in Wien erster Auswärtsgegner der DFB-Elf in der WM-Qualifikation. "Da werden wir uns treffen, das wird interessant", sagte der Stürmer vom FC London auf der DFB-Homepage. Im Duell mit Österreich und auch beim Qualifikations-Auftakt am Freitag (20.45 Uhr/live im ZDF) in Hannover sieht der 27-Jäh rige das Team von Bundestrainer Joachim Löw als klaren Favoriten.

    • 11:04 16.08.2012Kurzmeldung

      Koller wirft Scharner aus Nationalteam 11:04 16.08.2012
      Nach seiner eigenmächtigen Abreise aus dem Teamhotel ist die Karriere von Verteidiger Paul Scharner in Österreichs Fußball-Nationalmannschaft wohl beendet. "Ich kann es nicht akzeptieren, wenn einer einen Stammplatz fordert. Unter mir wird er sicher nicht mehr spielen", sagte Nationaltrainer Marcel Koller nach dem 2:0 gegen die Türkei. Im Vorfeld des Spiels hatte Scharner für einen Eklat gesorgt. Der Neuzugang des Hamburger SV forderte von Koller für die bevorstehende Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien eine Stammplatzgarantie. Als ihm diese verweigert wurde, verließ Scharner das Traininslager.

    Am Abend treffen wiedererstarkte Österreicher in der WM-Qualifikation auf die DFB-Elf. Im Aufgebot sind neun Bundesliga-Kicker. Weitere vier deutsche Legionäre gehören dem erweiterten Kader an. Was sie so wertvoll für Coach Marcel Koller macht, erklärt einer seiner Vorgänger, nämlich Josef Hickersberger, im zdfsport.de-Interview.  

    zdfsport.de: Österreichische Spieler sind groß in Mode in der Bundesliga. Das war zu Ihrer aktiven Zeit bei Kickers Offenbach und Fortuna Düsseldorf in den 70er Jahren noch anders ...  

    Josef Hickersberger: … Ja, es freut mich ganz besonders, dass viele österreichische Spieler derzeit nicht nur in den Kadern der Bundesligisten stehen, sondern dass sie auch Stammspieler dort sind.  

    zdfsport.de: Wenn man von Österreichs Erfolgen in diesem Jahr mal absieht, hat es davor jahrelang nicht so gut geklappt. Die WM 2010 und die EURO 2012 fand ohne Österreich statt. Woran hat das gelegen?

    Hickersberger: Nach der EURO 2008 wurde zuviel auf einmal verändert. Karel Brückner war nur kurz Trainer und Didi Constantini wollte danach eine komplett andere Mannschaft ohne Legionäre aufbauen. Spieler, die bei der EURO 2008 Erfahrung gesammelt hatten, wie etwa Andreas Ivanschitz oder György Garics vom FC Bologna, waren nicht mehr dabei. Dieser Umbau hat nicht funktioniert.

    Josef Hickersberger

    geboren am 27.4.1948 in Amstetten, Österreich
    Wichtige Spielerstationen:
    '66 – '72:  Austria Wien
    '72 – '76:  Kickers Offenbach
    '76 – '78:  Fortuna Düsseldorf
    '78 – '80:  SSW Innsbruck
    '80 – '82: Rapid Wien
    Wichtige Trainerstationen:
    1987: Österreich U-21
    1991:  Fortuna Düsseldorf
    '93 - '94:  Austria Wien
    1996: Bahrain
    1997 - 2002 weitere Stationen im arabischen Raum
    2002 - 2005: SK Rapid Wien
    2006 - 2008: Österreich
    2010 - Mai 2012:  Al-Wahda


    zdfsport.de: Drei Siege und ein Unentschieden in 2012 - die Rot-Weiß-Roten befindet sich im Aufwind. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für den Aufschwung?

    Hickersberger: Der neue Trainer Marcel Koller kennt die Bundesliga aus dem Effeff und hat all die Spieler der deutschen Klubs wieder zurückgeholt. Ich rechne damit, dass acht bis neun Bundesliga-Legionäre gegen Deutschland auflaufen werden.
     
    zdfsport.de: Inwiefern profitieren die österreichischen Spieler von ihrer Spielpraxis in der Bundesliga?

    Hickersberger: Die Bundesliga zählt zu den stärksten Ligen der Welt und wer auf hohem Niveau gefordert wird, entwickelt die nötige Wettkampfhärte. International kann man sich dann eher durchsetzen, als wenn man nur in der östereichischen Liga spielt.

    zdfsport.de: Welcher der österreichischen Spieler aus der Bundesliga hat für Sie das größte Potenzial?

    Hickersberger: Ich sehe viel Potenzial bei dem Mainzer Julian Baumgartlinger und auch bei Bremens Marko Arnautovic. Am weitesten ist aber David Alaba, weil er bei den Bayern spielt. Seine Leistung im Champions-League-Halbfinale in Madrid war sensationell für einen 19-Jährigen. Wenn er sich auf diesem Niveau stabilisiert, werden die Bayern noch viel Freude an ihm haben.  

    zdfsport.de: Kann sich die Mannschaft in der WM-Qualifikation durchsetzen oder anders gefragt: Wo sehen Sie die österreichischen Mannschaft im Vergleich mit Deutschland, Irland, Schweden, Kasachstan und den Färöern?

    ZITAT
    Früher haben wir uns ja nur darauf verlassen, dass unsere Straßenfußballer wie Krankl oder Prohaska ihren Weg machen.
    Josef Hickersberger
    Hickersberger:
    Österreich hat realistische Chancen auf den zweiten Platz hinter Deutschland. Mit Irland und Schweden ist die Mannschaft auf Augenhöhe. Die Auswärtsspiele in Kasachstan und den Färöern sind zweifellos auch Schlüsselspiele, die erst gewonnen werden müssen.

    zdfsport.de: Der deutsche Fußball profitiert derzeit von den Reformen in der Jugendarbeit, die vor gut zehn Jahren eingeleitet worden sind. Was hat sich in der Jugendarbeit des österreichischen Fußballs in den letzten Jahren getan?

    Hickersberger: In Deutschland hat man nach der misslungenen EM 2000 ein großes Augenmerk auf die Jugendarbeit gelegt. Wir haben etwas später als die Deutschen auch damit begonnen, die Jugend-Förderung zu intensivieren. Deswegen haben wir jetzt eine Reihe von jungen Spielern, die bei ausländischen Spielern unter Vertrag stehen. David Alaba von den Bayern ist einer von ihnen.

    zdfsport.de: Wie sehen die Maßnahmen in der Jugendarbeit konkret aus?

    Hickersberger: Wir haben in Österreich die Vereine dazu verpflichtet, sogenannte Akademien zu gründen. In diesen Akademien müssen ausgebildete Trainer arbeiten. Die Bestimmungen sind ähnlich wie in Deutschland. Früher haben wir uns ja nur darauf verlassen, dass unsere Straßenfußballer wie Krankl oder Prohaska ihren Weg machen.

    "Unnötige" Leitwolf-Diskussion um DFB-Elf

    zdfsport.de: Rund um die deutsche Nationalelf gibt es nicht zuletzt seit dem EM-Halbfinal-Aus gegen Italien eine große Leitwolf-Diskussion. Glauben Sie auch, dass der Mannschaft Spieler fehlen, die in brenzligen Situationen das Heft in die Hand nehmen?

    ZITAT
    In meinen Augen ist das, was die deutsche Mannschaft zeigt, mehr Wert als ein Titel, den man mit Hängen und Würgen erringt.
    Josef Hickersberger
    Hickersberger:
    Nein, das glaube ich absolut nicht. Ich fand diese Diskussion völlig überzogen. Die deutsche Mannschaft hat bis zum Halbfinale eine ausgezeichnete EM abgeliefert, alle Partien gewonnen und sehr gut gespielt. Gegen Italien hatte sie zu Beginn Pech im Abschluss und es war nicht alles so aufgegangen wie geplant.  Die deutsche Mannschaft hat in den letzten Jahren tollen Fußball gespielt und es macht auch Unbeteiligten Spaß, der Mannschaft zuzusehen. Das hat es davor 1972 das letzte Mal gegeben. In meinen Augen ist das, was die deutsche Mannschaft zeigt, mehr Wert als ein Titel, den man mit Hängen und Würgen erringt.

    zdfsport.de: Wie wird das Spiel Deutschland - Österreich ausgehen?

    Hickersberger: Deutschland ist klarer Favorit, das Team hat mehr Klasse und müsste sich eigentlich durchsetzen. Wenn es aber Österreich gelingt in Führung zu gehen, traue ich der Mannschaft eine Überraschung zu, sprich ein Unentschieden.

    Das Gespräch führte Frank Schmidt

    Statistik und Historisches

    Österreich - Deutschland 1:2 (0:1)

    Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger (85. Janko), Kavlak - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz (75. Jantscher) - Harnik( 55. Burgstaller

    Deutschland: Neuer - Lahm, Hummels, Badstuber, Schmelzer - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Reus (46. Götze) - Klose (75. Podolski)


    Tore: 0:1 Reus (44.), 0:2 Özil (52., Foulelfmeter), 1:2
    Junuzovic (57.)

    Gelbe Karten: Prödl, Fuchs, Baumgartlinger - Lahm (2)

    Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)

    Zuschauer: 47.000 (ausverkauft)

    WM '78: Die Schmach von Cordoba

    EM-Qualifikation: Österreich - Deutschland 1:2

    EM-Qualifikation: Deutschland - Österreich 6:2

    WM-Qualifikationsspiele der DFB-Elf

    07.09.2012    Deutschland - Färöer (Hannover)
    11.09.2012    Österreich - Deutschland (Wien)
    12.10.2012    Irland - Deutschland (Dublin)
    16.10.2012    Deutschland - Schweden (Berlin)
    22.03.2013    Kasachstan - Deutschland (Astana)
    26.03.2013    Deutschland - Kasachstan (Nürnberg)
    06.09.2013    Deutschland - Österreich (München)
    10.09.2013    Färöer - Deutschland (Tórshavn)
    11.10.2013    Deutschland - Irland (Köln)
    15.10.2013    Schweden - Deutschland (Ort offen)

    Der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die Endrunde der WM 2014.

    11.09.2012
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