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Eishockey - NHL-Lockout

Christian Ehrhoff – der Pinguin kehrt heim

  • Christian Ehrhoff
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    Christian Ehrhoff / Quelle: imago
    (16.09.2012 Quelle: imago)

    Kurzmeldung

    • 20:19 16.09.2012Kurzmeldung

      Adler nehmen Eisbären auseinander 20:19 16.09.2012
      Den Adlern Mannheim ist eine kleine Revanche für das bitter verlorene Finale in der DEL geglückt. Die Kurpfälzer setzten sich im Topmatch des zweiten Spieltags mit 6:1 (2:0, 2:0, 2:1) gegen die Eisbären Berlin durch. Craig MacDonald, Adam Mitchell, Steven Wagner, Yanick Lehoux, Marcus Kink und Christoph Ullmann trafen zum verdienten Sieg. Damit gelang den Adlern der Sprung an die Tabellenspitze. Titelverteidiger Berlin liegt auf dem 14. und letzten Platz. Auf Platz zwei kletterten die Kölner Haie, die in Straubing einen 0:2-Rückstand im letzten Drittel in einen 4:2 (0:0, 0:2, 4:0)-Erfolg verwandelten.

    • 09:33 16.09.2012Kurzmeldung

      Lockout: Alle NHL-Spieler ausgesperrt 09:33 16.09.2012
      Im Arbeitskampf der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL ist eine Überraschung ausgeblieben. Nachdem sich Teambesitzer und Spielergewerkschaft NHLPA bereits am Mittwoch und Donnerstag bei einem Treffen in New York nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen konnten, wurden die rund 700 Profis mit dem Ende des alten Kontraktes am Samstag um Mitternacht (Ortszeit) von den Eignern ausgesperrt. Es ist der dritte NHL-Lockout seit 1994. Die Spieler dürfen ab sofort nicht mehr die Vereinsgelände betreten. Viele von ihnen haben angekündigt, in Europa spielen zu wollen.

    von Heiko Oldörp

    Einer der besten deutschen Eishockeyspieler kommt zurück nach good old Germany – vorübergehend. Christian Ehrhoff ist wie alle NHL-Profis in Nordamerika ausgesperrt worden. Deshalb flieht er in die DEL, zu seinem Heimatverein.

    Christian Ehrhoff ist wütend, richtig wütend sogar. Sein Arbeitgeber, die Buffalo Sabres aus der NHL, hat ihn vor die Tür gesetzt, ihn ausgesperrt. Lockout sagen sie dazu in Nordamerika, wo Ehrhoff zu den besten und teuersten Verteidigern gehört und so gerne weiterhin arbeiten würde, es aber eben nicht darf. “Es ist ein frustrierendes Gefühl”, schimpft der 30-Jährige.

    Unerwünscht im Big Business NHL

    ZITAT
    Es ist ein frustrierendes Gefühl.
    Christian Ehrhoff
    Am Mittwoch und Donnerstag hatte Ehrhoff noch mit mehr als 250 anderen NHL-Profis in New York Zusammenhalt und Einigkeit mit der Spielergewerkschaft NHLPA demonstriert. Mitten in Manhatten machten sie sich gegenüber den Teambesitzern stark, präsentierten sich im zähen und seit Monaten andauernden Streit um einen neuen Arbeitsvertrag als Einheit. Doch es hat vorerst nichts genützt. Die Big Bosse des Big Business NHL mit einer jährlichen Einnahme von 3,3 Milliarden Dollar sind nach wie vor der Meinung, dass Angestellte wie Ehrhoff (acht Millionen Dollar) zu viel verdienen. Und bis sie keine Abstriche von ihren Gehältern machen wollen, sind sie unerwünscht.

    “Wir sind arbeitslos, von der Kommunikation vom Verein abgeschnitten und dürfen das Vereinsgelände nicht mehr betreten. Für mich ist deshalb der logische Schritt, zurück nach Hause, nach Deutschland zu fliegen”, sagt Ehrhoff. Bereits heute wird er in den Flieger Richtung Rheinland steigen. “Unsere Arbeitgeber lassen uns ja nicht arbeiten und es kann uns niemand verbieten, uns woanders Arbeit zu suchen.” Als einer der ersten NHL-Stars nimmt Ehrhoff einen “Teilzeitjob” in Europa auf, in der Deutschen Eishockey-Liga, bei den Krefeld Pinguinen. Hier, wo vor mehr als 20 Jahren seine Laufbahn auf dem Eis begann.

    Jedes Jahr Saisonvorbereitung in Krefeld
    Nicht nur deshalb betritt der Mann aus Moers bekanntes Terrain. Wie jedes Jahr hat Ehrhoff auch in diesem Sommer die Vorbereitung bei den Krefeldern mitgemacht, ehe er vor wenigen Tagen erst nach Amerika aufbrach. Er kennt seine Teamkollegen, das Spielsystem, ist mit allem und jedem vertraut. “Ich hoffe, dass ich bald spielen kann”, betont der 1,88 Meter große Blueliner, der einen der härtesten Schlagschüsse der NHL hat. Seine Qualitäten würde Ehrhoff am liebsten bereits am Freitag bei der Krefelder Saison-Heimpremiere gegen die Hamburg Freezers zeigen. Allerdings muss der Verein bis dahin eine Versicherungssumme aufbringen. Ohne die darf kein NHL-Profi woanders spielen.

    Sollte das Geld pünktlich vorhanden sein, würde Ehrhoff erstmals wieder seit 2003 im Pinguin-Trikot auf dem Eis stehen. Sein bislang letzter Einsatz vor dem Weggang nach Nordamerika war legendär – Ehrhoff wurde mit Krefeld durch einen 3:1-Sieg im fünften und entscheidenden Finalspiel bei den Kölner Haien Deutscher Meister. Jetzt ist er zurück. Neun Jahre, 639 NHL-Spiele, 65 Tore und 227 Torvorlagen für San Jose, Vancouver und Buffalo später. Ehrhoff hat gegen die Besten der Welt gespielt, die Meisterschaft 2011 nur um einen Sieg verpasst und war in der vergangenen Saison mit einem Gehalt von zehn Millionen Dollar des teuerste Verteidiger der Liga. Und dennoch kehrt er nicht als abgehobener Superstar heim, sondern als jemand, der sich einfach nur “total auf das erste Training am Dienstag freut.”

    “Ich kann jüngeren Akteuren helfen”
    Zwar sei ihm bewusst, so Ehrhoff, dass er einem Spieler den Platz im Krefelder Kader wegnehmen werde. “Aber ich denke, dass ich vor allem den jüngeren Akteuren im Training helfen kann und es für die Zuschauer sicherlich auch schön ist, einen NHL-Profi auf dem Eis zu sehen.” Wie lange sein Gastspiel am Niederrhein dauert, ist unklar. Ehrhoff wird täglich verfolgen, ob es Bewegungen im NHL-Tarifstreit gibt. Sobal ein neuer Deal abgeschlossen ist, muss er zurück nach Buffalo. Doch bis dahin will er es genießen, wieder ein Pinguin zu sein.

    16.09.2012
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