Fußball - 2. Liga
Stanislawski: Gegen seine alte Liebe muss die Wende her
von Andreas MorbachDas mediale Gewitter rund um den Fall Kevin Pezzoni hat Holger Stanislawski und den 1. FC Köln arg mitgenommen. Sportlich geht es für den FC-Coach heute, 20.15 Uhr, gegen seine alte Liebe St. Pauli – ein Duell, zu dem FC-Sportchef Frank Schaefer schönere Zeiten herbeisehnt.Nach dem Sonntagstraining wurden Holger Stanislawski und seine Kölner Fußballer noch einmal an das jüngste, düstere Kapitel in der Geschichte des Geißbockklubs erinnert. Rund 200 FC-Anhänger waren am Tag vor dem Nervenspiel gegen St. Pauli bei schönstem Spätsommerwetter in den Kölner Grüngürtel gepilgert – mit einem klaren Ziel: Im Anschluss an die Übungseinheit distanzierten sie sich im Gespräch mit der Mannschaft von jenen stupiden Fans, die den Verteidiger Kevin Pezzoni mit ihrem Psychoterror vor gut zwei Wochen aus der Stadt vertrieben und dem 1. FC Köln wieder einmal reichlich negative Schlagzeilen beschert hatten."Wie ein kleiner Tsunami"„Schlimm genug das Thema, schlimm genug, wie alles gelaufen ist“, sagt Trainer Stanislawski dazu – und sucht vor dem wichtigen Duell gegen seinen Ex-Klub auf seine Art Distanz. „Jetzt muss es weitergehen, das Thema ist für uns beendet“, verkündet der 42-jährige Coach, dessen offene Worte zum Fall Pezzoni auf der Pressekonferenz nach der letzten Partie gegen Cottbus letztlich wie Brandbeschleuniger wirkten.„Fehler in der kompletten ersten Phase der Kommunikation“, beklagte der sportliche Leiter Frank Schaefer. Was bedeuten sollte: Die Hintergründe für die Vertragsauflösung mit Pezzoni, einige Stunden vor dem 0:1 gegen Cottbus verkündet, hätten besser erklärt werden müssen. Und zwar ehe Stanislawski nach dem Spiel frei von der Leber weg über die Gewaltandrohungen gegen den 23-Jährigen berichtete. „Diese Geschichte“, gesteht Schaefer, „ist wie ein kleiner Tsunami über uns hereingebrochen.“Nicht ganz geheuerUmso mehr, wo zuvor trotz des grandiosen Fehlstarts des FC – vier Spiele, ein Punkt, Abstiegsrang 17 – in Köln erstaunliche Ruhe und Geduld vorherrschten. „Ich glaube, dass viele der Themen, die in den letzten Wochen hochgekommen sind, lange nicht so weit oben gelandet wären, wenn wir vorher ein paar mehr Punkte geholt hätten“, mutmaßt Sportchef Schaefer etwas gewagt – und hofft, dass Stanislawski am Montag gegen seine alte Liebe nun die sportliche Wende hinbekommt.„St. Pauli ist immer ein besonderes Spiel, weil ich noch viele Verbindungen dorthin habe“, sagt seinerseits der Trainer, dessen Familie in der Hansestadt lebt und der betont: „Mein Lebensmittelpunkt ist und bleibt Hamburg.“ Er sei „die Coolness in Person“, behauptet Stanislawski vor dem Wiedersehen mit Paulis Personal zwar, doch ganz geheuer ist ihm sein neuer Arbeitgeber auch nach drei Monaten am Geißbockheim noch nicht.Normale TrainerrhetorikSo äußerte der gebürtige Hamburger kurz vor der großen Aufregung um Pezzoni sein Erstaunen über den extrem hohen FC-Infektionsgrad unter Kölns Bürgern. Und die im jüngsten Tohuwabohu frisch eingetroffenen Spieler Sascha Bigalke und Anthony Ujah empfing Stanislawski mit den Worten: „Willkommen in Köln, so ist es hier. Das ist eine ganz normale Sache.“Ganz und gar nicht normal waren dagegen die Aktionen einiger Fans gegen Kevin Pezzoni. Nach Aussage der FC-Offiziellen kam der Spieler am 29. August auf den Verein zu und erklärte sich außerstande, gegen Cottbus zwei Tage später im Kader zu stehen, geschweige denn aufzulaufen. Gepaart mit der medialen Kritik an Pezzonis Leistungen hatte Stanislawski bereits am 28. August wortgewaltig erklärt: „Kevin wird in Richtung Schlachtbank geführt.“ Für Frank Schaefer ist das „normale Trainerrhetorik“, die dem FC in den Augen seines sportlichen Leiters prinzipiell auch gut zu Gesicht steht.Keine Garantien „Holger Stanislawski“, findet Schaefer jedenfalls, „bringt ganz viele Voraussetzungen mit, um gerade in einer Stadt wie Köln Trainer zu sein. Weil seine Emotionalität, die er selbst hat und auslebt, zu diesem Klub passt.“ Deshalb wünscht er seinem Nachfolger auf der FC-Bank auch, „dass er jetzt langsam mal die andere Seite kennenlernt.“Die schöne Seite des 1. FC Köln, meint Frank Schaefer damit. Drei Punkte gegen St. Pauli wären auf dem Weg dorthin allemal hilfreich, und auf seiner Flucht nach vorn tönt Holger Stanislawski für die verbleibenden 30 Spieltage schon mal: „Wenn meine Mannschaft merkt, wie es sich anfühlt zu gewinnen, kann ich für nichts mehr garantieren.“
| 2. Bundesliga - Saison 2012/2013 - Begegnungen - 1.Spieltag | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ergebnis | ||||||||
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Erzgebirge Aue | - | ![]() |
FC St. Pauli | 0:0 | (0:0) | ||
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FC Ingolstadt 04 | - | ![]() |
Energie Cottbus | 2:2 | (2:0) | ||
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Hertha BSC | - | ![]() |
SC Paderborn | 2:2 | (0:1) | ||
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1860 München | - | ![]() |
Jahn Regensburg | 1:0 | (1:0) | ||
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VfL Bochum | - | ![]() |
Dynamo Dresden | 2:1 | (0:1) | ||
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MSV Duisburg | - | ![]() |
VfR Aalen | 1:4 | (1:2) | ||
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SV Sandhausen | - | ![]() |
FSV Frankfurt | 1:1 | (1:1) | ||
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Eintracht Braunschweig | - | ![]() |
1. FC Köln | 1:0 | (0:0) | ||
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1. FC Kaiserslautern | - | ![]() |
1. FC Union Berlin | 3:3 | (0:0) | ||
| Letzte Aktualisierung: 22.05.13 - 16:20:24 | ||||||||
17.09.2012





















