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Menschen mit Courage ausgezeichnet
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XY-Preis 2012: Anke Heilbronner
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XY-Preis 2012: Jan Gaetcke
XY-Preisverleihung
Anke Heilbronner
XY-Preis 2012: Jan Gaetcke
Der "XY-Preis - Gemeinsam gegen das Verbrechen" ist eine Auszeichnung für Menschen, die sich in besonderer Weise für andere eingesetzt haben, und damit Verbrechen vereiteln konnten oder Opfern geholfen haben. Am 10. September 2012 wurde der Preis zum elften Mal vergeben. Die elfköpfige Fachjury ermittelte aus über 200 eingereichten Vorschlägen die diesjährigen Preisträger. Drei gleichwertige Preise wurden verliehen, die jeweils mit 10.000 Euro dotiert sind. Die Laudationes auf die Preisträger wurden in diesem Jahr von Jasmin Tabatabai, Marco Girnth und Rudolf Kowalski gehalten.
Die Preisträger
Cedric Kelleners
Eine 35 Jahre alte Frau wartet an einer roten Ampel. Plötzlich fährt ein Mann neben ihr mit seinem Fahrrad bei Rot über die Straße. Die Frau, die selbst Mutter ist, ruft ihm nach, dass er für die zahlreichen Schulkinder auf dem Weg kein gutes Vorbild sei. Das versetzt den 51-Jährigen derart in Rage, dass er bremst und umkehrt. Mit voller Wucht fährt er die Frau an und versetzt ihr einen Faustschlag mitten ins Gesicht. Das Opfer geht sofort zu Boden. Doch auch jetzt lässt der Mann nicht von ihr ab und beginnt, auf sie einzutreten. Während andere Passanten und Autofahrer noch erschrocken zusehen, springt der damals 17-jährige Cedrik Kelleners sofort vom Fahrrad. Er brüllt den Mann an und rennt auf ihn zu. Dann packt er ihn an der Jacke und drängt ihn rund 20 Meter von seinem Opfer weg. Als der Mann versucht, auch nach ihm zu schlagen, geht er auf Sicherheitsabstand und bittet einen Passanten, die Polizei anzurufen. Der polizeibekannte Mann kommt für zwei Monate in die Psychiatrie, wird jedoch später als gesund entlassen. Er wird zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt und muss dem Opfer 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die Frau leidet noch heute unter den psychischen Folgen des Angriffs.
Anke Heilbronner
Anke Heilbronner ist Schulsekretärin in einem Oberstufenzentrum in Berlin. In ihrer Pause geht sie mit ihrem Hund täglich in der Nähe spazieren. Am 5. April 2011 gehen vor ihr ein Mann und ein etwa zehnjähriges Mädchen, die aussehen, als gehören sie nicht zusammen. Als der Mann und das Kind in einer Baracke verschwinden, schrillen bei ihr alle Alarmglocken. In ihrer Verzweiflung ruft sie eine Kollegin an, die die Polizei alarmiert und versucht, Hilfe zu organisieren. Sie hält zudem einen Radfahrer an, der jedoch kein Interesse zeigt, ihr zu helfen. Als sie das Kind schreien hört, zerrt Anke Heilbronner den Radfahrer mit zur Hütte, wo ihr das verstörte Kind weinend in die Arme fällt. Doch diesen Moment nutzt der Täter zur Flucht. Wie sich herausstellt, hatte er die Zehnjährige vor einer Schule angesprochen und ihr ein Handy versprochen - und in der Baracke dann versucht, das Kind sexuell zu missbrauchen.
Aber Anke Heilbronner störte ihn dabei und rettete das Kind aus der verfänglichen Situation. Die 47-Jährige kann den Mann auf einem Foto der Polizei identifizieren. Er ist bereits neun Mal vorbestraft, darunter wegen einer Sexualstraftat. Der alkoholabhängige ehemalige Tierpfleger wird wegen sexuellen Missbrauchs und sexueller Nötigung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.
Jan Gaetcke
Jan Gaetcke arbeitet an fast jedem Wochenende als Barkeeper in einer Kneipe in Lüneburg. An jenem Samstag kommt es in einer Gasse, etwa 50 Meter von der Gaststätte entfernt, zu einem brutalen Verbrechen: Ein junger Mann (24), der in seine Mitbewohnerin verliebt ist, kann nicht akzeptieren, dass sie einen neuen Freund (26) hat. Der eifersüchtige Mann stürzt sich mit einem langen Keramik-Messer auf den Kontrahenten. Immer wieder sticht er auf ihn ein. Das Opfer versucht, den Angreifer so gut wie möglich mit den Armen abzuwehren. Parallel zu der Tat rennt ein Stammgast in die Kneipe, in der Jan Gaetcke arbeitet, und ruft, dass draußen eine Schlägerei im Gange ist.
Während eine Kollegin die Polizei informiert, rennt Gaetcke nach draußen, sieht die beiden Männer, die schreiende Frau, das viele Blut und das Messer. Er packt den Täter von hinten und versucht, die Hand mit dem Messer festzuhalten. Letztlich gelingt es ihm, den Täter niederzuringen und von seinem Opfer wegzubekommen. Mit etlichen Schnitt- und Stichverletzungen wird es später zur Not-OP nach Hamburg geflogen. Jan Gaetcke hat ihm das Leben gerettet. Der Täter wird zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.


