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Dokumentation  Rendezvous im wilden Osten

Polen, Ukraine und das Sommermärchen

Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und in der Ukraine reisten ZDF-Reporter Anne Gellinek und Armin Coerper durch die Gastgeberländer. 

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Die Reise

Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und in der Ukraine reisen ZDF-Reporter Anne Gellinek und Armin Coerper durch die Gastgeberländer.

(23.05.2012)

Sie treffen Menschen, die ihnen berichten, was sie sich ganz persönlich von dem „Fußballmärchen“ erhoffen und – viel wichtiger noch – wie sie sich ihre eigene Zukunft erträumen. 22 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sind die Weichen in den beiden Ländern ganz unterschiedlich gestellt: In Polen blickt man nach Westen, nach Europa. Die Modernisierung des Landes geht rasant vonstatten, zum Teil auch mit schmerzhaften Nebenwirkungen wie zum Beispiel stark gestiegenen Lebenshaltungskosten.

Die Ukraine dagegen ist gespalten: Es gibt den westlichen Teil mit dem Zentrum Lemberg, der seine Zukunft, ebenso wie Polen, in einer engen Anbindung an Europa sieht. Im östlichen Teil um Charkiw fühlt man sich unter dem Schutz von „Mütterchen Russland“ am besten aufgehoben. 

"Chancen vermasselt"

Für das EM-Werbe-Video allerdings hat man eine XXL-Lenin-Statue in Charkiw einfach wegretuschiert. Ist den Ukrainern die eigene Anhänglichkeit an die Sowjetvergangenheit am Ende doch peinlich? „Die Ukraine ist ein Land, das bisher jede Chance, die sich ihm bot, konsequent vermasselt hat“, sagt der ukrainische Poet und Punkrocker Serhij Zhadan. Diesmal, im Fußballsommer 2012, sollen seine Landsleute die Chance nutzen, so hofft er.

Denn allzu oft sind es Menschenrechtsverletzungen, Verstöße gegen die Pressefreiheit und die irrwitzige Macht der Oligarchen, mit denen sich die Ukraine  ihren Platz in westlichen Schlagzeilen sichert.

Zukunft im Westen?

Charkiw, die Heimat des Dichters und Fußballfans Zhadan, ist der Ausgangspunkt der Reise von Anne Gellinek, ZDF-Studioleiterin in Moskau. Gleichzeitig starten ihr Kollege Armin Coerper, ZDF-Studioleiter in Warschau, und sein Team ihre Drehreise in Westpolen. Auch sie beginnen im Schatten einer Riesenstatue: Die größte Christusfigur der Welt steht auf einem Acker bei Swiebodzin. Fast ein Jahrzehnt lang hat der dortige Pfarrer für das gottgefällige Werk gesammelt. Jetzt mahnt es die Gläubigen als Monument einer Kirche, die immer mehr um ihren Einfluss fürchten muss. Natürlich blickt der Jesus von Swiebodzin nach Westen, dorthin, wo Polen seine Zukunft sieht.

Dass Polen eine große wirtschaftliche Zukunft hat, davon ist Solange Olszewska überzeugt. Sie selbst hat es bereits nach ganz oben geschafft, gilt als reichste Frau ihres Landes. In der Nähe von Posen bauen  ihre Angestellten Busse der Marke „Solaris“, die in 22 europäischen Ländern unterwegs sind. Selbst auf Dubais Straßen rollen die Busse aus Posen.

Weiter geht es nach Masuren, einer Sehnsuchtslandschaft für viele Deutsche. Im wieder aufgebauten Schloss der Familie von Lehndorff gibt es zahlreiche Erinnerungen an die jüngste Geschichte. Der Schlossherr Heinrich Graff von Lehndorff war am Attentat auf Adolf Hitler 1944 beteiligt, seine Kusine Marion Gräfin von Dönhoff, selbst Opfer der Vertreibung, steht wie keine andere für die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen nach dem zweiten Weltkrieg. Die deutsche Journalistin Renate Marsch erzählt von ihrer Faszination für diesen magischen Ort, umgeben von einer der schönsten Seenlandschaften Europas.

Pulsierende Metropole

In der Ostseestadt Danzig wird die deutsche Nationalmannschaft während der EM ihr Quartier haben. Obwohl hier 1939 der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Angriff auf die Westerplatte begann, freut man sich auf die Deutschen. Das neue Kapitel der beiden Völker ist hier längst aufgeschlagen. Danzig, mit seinen deutschen Wurzeln, erfindet sich gerade als pulsierende Metropole des modernen Polen neu. Zusammen mit seinen Schwesterstädten, dem mondänen Badeort Sopot und der geschäftigen Industriestadt Gdingen, bildet Danzig den Ballungsraum „Troj Miasto“, zu Deutsch „Dreistadt“.

Auf ukrainischer Seite erreicht das Team von Anne Gellinek unterdessen die Halbinsel Krim. Unter Palmen erholten sich hier schon die russischen Zaren, und später ging hier der Sozialismus baden. Nun sind die Neureichen der postsowjetischen Ära an der Reihe, gönnen sich in den weißen Palästen der Krimküste Champagner, Schlammpackungen und Sonnenbrand.

Junge Muskelprotze

Nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew verteidigt ein Haufen jung gebliebener Muskelprotze ihren aus alten Eisenteilen selbst zusammenschweißten Fitnesspark gegen die Modernisierungswut, die jetzt im Vorfeld der EM um sich greift.

In Czernowitz in Galizien stößt das ZDF-Team auf ein vergessenes Stück Europa. Auf dem jüdischen Friedhof fotografiert Bronislaw Tutelmann, was vom europäischen „Schtetl“ übrig geblieben ist. Seine Söhne leben längst in Tel Aviv und New York, doch er kehrte zurück in seine Heimatstadt am Rande der Karpaten und kämpft auf seine Weise gegen das Vergessen.

Über unwegsame Bergsträßchen geht es weiter in die Karpaten, wo das Volk der Huzulen zu Hause ist. In wilden Hochtälern leben die „Ureinwohner“ der westlichen Ukraine beinahe genauso wie vor hundert Jahren mit und von der Natur.

Hier in den Karpaten liegt auch der Grenzübergang Smylnitsa, an dem die Reise für beide ZDF-Teams zu Ende geht. Ein frisch gestrichener weißroter und ein etwas abgeblätterter blaugelber Grenzpfahl markieren die Grenze zwischen Polen und der Ukraine. Zwei Nachbarn, die sich voneinander entfernt haben und nun dank Fußball wieder zusammenrücken.

28.06.2012, Quelle: ZDF

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