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Sendung vom  | 17.08.2012  Auf der Suche nach dem Glück

Wolfgang Herles im Gespräch mit Füllhorn-Experten

Das Glück ist ein großes Versprechen. Anbieter von Urlaubsreisen oder Immobiliendarlehen behaupten, man könne Glück kaufen. Wer nicht glücklich ist, hat nicht bloß Pech, er behält es auch besser für sich, denn unglücklich sein gehört sich nicht in einer Gesellschaft, in der das Streben nach Glück zum Wettbewerb geworden ist. Deshalb haben Glücksforscher weltweit Hochkonjunktur. Und auch in der Politik macht das Glück Karriere. 

Grenzfluss von Costa Rica und Panama

Fotos von Wolfgang Herles' "Glückssuche"

Bilder von den Dreharbeiten in Bhutan und Costa Rica

(17.08.2012)

ZITAT

Ich bin glücklich, wenn ich das Glück der anderen entdecke. Glück hat nicht einmal etwas mit Geben zu tun, sondern damit, das Glück von anderen zu empfangen.”

Philippe Pozzo di Borgo, Autor

Der erste Teil der zweiteiligen Reportage von Wolfgang Herles "Auf der Suche nach dem Glück", "Die Glücksforscher", führt nach Osten und damit zu den spirituellen und seelischen Quellen des Glücks. Weltweit Beachtung findet das Himalajaland Bhutan, das als erster Staat ein Brutto-Glücksprodukt eingeführt und zum Maßstab seiner Politik gemacht hat. Keine Regierung weiß mehr über die Zufriedenheit der Bürger als die des Königreichs Bhutan. Was können wir von dem kleinen buddhistischen Staat lernen?

"Das Glück und die Macht", der zweiteTeil,  führt nach Westen. Das ist nicht nur als geographische Richtung, sondern auch als an materiellen Werten ausgerichtetes Verständnis von Glück zu verstehen. Auf der Weltkarte der Glücksforscher zeigt das nicht gerade wohlhabende mittelamerikanische Costa Rica die höchsten Glückswerte. Warum das so ist, zeigt die Reportage.

ZITAT

Wenn Menschen davon ausgehen, dass das Leben größten Teils Glück sein kann und im Wohlgefühl besteht, werden sie äußerst anfällig schon bei den kleinsten Herausforderungen.”

Wilhelm Schmid, Philosoph

Glückliche Reiche

In den USA zeigt das Glück trotz höchsten Verbrauchs materieller Güter nur mittlere Werte. Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz von der Columbia University New York kritisiert die Ungerechtigkeit der amerikanischen Gesellschaft. Er steht an der Spitze der internationalen Experten, die den Abschied vom Bruttoinlandsprodukt als einziges Maß für Fortschritt fordern.

Sein Nobelpreis-Kollege, der berühmte Psychologe Daniel Kahneman, bezweifelt, dass Menschen sicher beurteilen können, was sie glücklich macht. Das gegenwärtig empfundene Glück und die rückblickende Lebenszufriedenheit unterscheiden sich stark. Auch die alte These der Glücksforschung, wonach Geld nicht glücklich mache, ist wohl kaum haltbar: Wohlhabende sind tatsächlich zufriedener mit ihrem Leben.

ZITAT

Im Allgemeinen ist die Mehrheit unserer Bevölkerung spirituell orientiert und kann die Bedürfnisse von Körper und Seele ausbalancieren. Wenn man dazu in der Lage ist, kann man das Glück genießen.”

L.J.Y. Thinley, Premier Bhutan

Wie wichtig ist Glück?

Wolfgang Herles sprach auch mit führenden europäischen Glücksforschern. Mit dem Schweizer Bruno S. Frey, der untersucht hat, wie sehr politische Teilhabe das Glück fördert. Und mit dem Holländer Ruut Veenhoven, der die weltweiten Erkenntnisse der Glücksforscher sammelt und bewertet. Er ist die Spinne im Netz der internationalen Glücksforschung.

Wolfgang Herles stellt auch immer wieder kritische Fragen an die Propagandisten des Glücks. Kann das Glück politisch missbraucht und zur Ideologie werden wie das Wachstum? Gibt es im Leben wirklich nichts Wichtigeres als Glück?

Weitere Gesprächspartner:

Die Staatspräsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla Miranda

Costa Ricas Kulturminister, der Musiker Manuel Obregón

Der Premierminister des Königreiches Bhutan, Lyonchhen Jigmi Y. Thinley

Bhutans Oberster Richter, Lyonpo Sonam Tobgye

Der Chef-Glücksforscher Bhutans, Dasho Karma Ura

Die Neuropsychologin Tanja Singer, Direktorin Max-Planck-Institut Leipzig

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Gert Wagner

Skeptische Stimmen sind der Bestsellerautor Rolf Dobelli, der Philosoph Wilhelm Schmid, aber auch Philippe Pozzo di Borgo, Autor des Bestsellers „Ziemlich beste Freunde“. Der Auftritt des lebensklugen Querschnittsgelähmten ist ein Höhepunkt dieser Reportage in ferne Länder wie ins Innere der Gefühlswelt.

Sendungsinformationen

Autor: Wolfgang Herles

Kamera:Thomas Rebholz       

Schnitt: Ed van Megen

Redaktion: Anna Ernst, Matthias Hügle, Dorothea Schütt, Frauke Schlieckau

Online-Redaktion: Harald Grimm

17.08.2012

ZDFmediathek: Dokumentation

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Porträt

Glücks-Bücher-Tipps von Wolfgang Herles

Derek Bok: The politics of happiness

Derek Bok: The politics of happiness. What government can learn from the new research on well-being.

Gebundene Ausgabe, 262 Seiten

Princeton University Press, 2010

ASIN: B007NC161A

39,87 Euro

 

Harvard Professor Derek Bok stellt wichtige Fragen: Welche Politik kann Glück gewährleisten? Bei dem Versuch Antworten zu finden, beweist er fundierte Kenntnis die Politik, aber auch die Glücksforschung betreffend.

Leo Bormans: Glück. The world book of happiness.

Leo Bormans

Glück. The world book of happiness.

Gebundene Ausgabe, 352 Seiten

Dumont Buchverlag, 2012

ISBN: 383219357X

25,00 Euro

 

Im World Book of Happiness versammelt Leo Bormans Beiträge der führenden Glücksforscher aus aller Welt und zeigt uns neue, globale Perspektiven auf ein altes, aber immer noch hochaktuelles Thema. Eine unterhaltsame Weltreise auf den Spuren des Glücks.

Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens

Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die sie besser anderen überlassen.

Hardcover, 256 Seiten

Carl Hanser Verlag, 2011

ISBN: 3446426825

14,90 Euro

 

Ich denke also bin ich? Wenn es nach Rolf Dobelli geht, müsste es wohl eher heißen: Ich denke also irre ich. In seinem neuen Buch nimmt er die häufigsten Denkfehler unter die Lupe. Zu denen gehört zum Beispiel, das wir unser eigenes Wissen überschätzen und andere generell für dümmer halten, als sie sind. Lektüre die zum Nachdenken anregt.

Bruno S. Frey Glück: Die Sicht der Ökonomie

Bruno S. Frey

Glück: Die Sicht der Ökonomie

Taschenbuch, 167 Seiten

Rügger Verlag, 2010

ISBN: 3725309361

14,10 Euro

 

Als einer der führenden Schweizer Ökonomen beschäftigt sich Bruno Frey aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive mit dem Phänomen „Glück“. Dabei kommt der forschungsstärkste Volkswirt im deutschsprachigsten Raum zu spannenden Erkenntnissen.

Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern

Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern: Suche dein Glück nicht, dann findet es dich von selbst.

Übersetzt von Burkhard Hikisch

Taschenbuch, 448 Seiten

Goldmann Verlag

ISBN: 344215488X

9, 95 Euro

 

Unterhaltsam geschrieben hält Daniel Gilberts „Ins Glück stolpern“ vor allem eines für uns parat: Die Erkenntnis, das wir unser Glück und Unglück oft falsch einschätzen. Amüsant geschrieben erklärt uns der amerikanische Psychologieprofessor, weshalb wir bei dem Versuch glücklich zu sein, oft den falschen Weg einschlagen.

Daniel Kahnemann: Schnelles Denken

Daniel Kahnemann: Schnelles Denken langsames Denken

Übersetzt von Thorsten Schmidt

Hardcover, 624 Seiten

Siedler Verlag 2012,

ISBN: 3886808866

26,99 Euro

 

Nobelpreisträger Daniel Kahnemann entschlüsselt Geheimnisse rund um den Mechanismus des Denkens und erklärt dabei nicht nur, welchen Mustern wir folgen, sondern auch, wie wir Fehlentscheidungen vermeiden können. Kahnemanns Fazit: Menschen machen Fehler, aber einige davon lassen sich vermeiden.

Richard Layard: Die glückliche Gesellschaft

Richard Layard: Die glückliche Gesellschaft. Was wir aus der Glücksforschung lernen können.

Taschenbuch

Campus Verlag, 2009

ISBN: 3593389223

19,90 Euro

Richard Layard, Professor an der London School of Economics, fordert in „Die glückliche Gesellschaft. Was wir aus der Glücksforschung lernen können“ zum Umdenken im Umgang mit sich selbst und unserem Umfeld auf. Damit eine Gesellschaft glücklich ist, reicht es nicht, dass wir uns verwirklichen, wir brauchen viel mehr auch ein gemeinsames Ziel.

Phillippe Pozzo di Borgo: Ziemlich beste Freunde

Phillippe Pozzo di Borgo: Ziemlich beste Freunde
Hardcover

Übersetzt von Gesa Engelhardt, Marließ Ruß, Bettina Bach

Hardcover, 256 Seiten

Hanser Berlin, 2012

ISBN: 3446240446

14,90 Euro

 

In „Ziemlich beste Freunde“ erzählt Phillippe Pozzo di Borgo seine gleichermaßen berührende wie lehrreiche Lebensgeschichte. Und bietet jede Menge Anreiz, über das Glück nachzudenken

Matthieu Ricard: Glück

Matthieu Ricard: Glück

Taschenbuch, 384 Seiten

Knaur Verlag, 2009

ISBN: 342687413X

9,99 Euro

 

Ein Buch für Theoretiker und Praktiker. Matthieu Ricard setzt die Balance zwischen Körper und Seele als Grundvoraussetzung für das Glück. Und hilft uns mit Anleitungen zu einfachen Meditationsübungen dabei, dem schönsten aller Seelenzustände etwas näher zu kommen.

Wilhelm Schmid: Unglücklich sein

Wilhelm Schmid: Unglücklich sein. Eine Ermutigung

Hardcover, 102 Seiten

Insel Verlag, 2012

ISBN: 3458175598

8,00 Euro

 

Auch das Glück hat seine Schattenseiten! In seinem neuen Buch „Unglücklich sein. Eine Ermutigung. Für alle Glücksmuffel und die, die mit Glücksmuffeln leben müssen“ beschäftigt sich Wilhelm Schmid mit dem „Zwang zum glücklich sein“ der in unsere Gesellschaft ausgeübt wird. Und nimmt eine kritische Position zur Glücksdebatte ein.

Joseph Stiglitz: Der Preis der Ungleichheit

Joseph Stiglitz: Der Preis der Ungleichheit. Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht.

Übersetzt von Thorsten Schmidt

Hardcover, 450 Seiten

Siedler Verlag, 2012

ISBN: 3827500192

24,99 Euro

 

Die Schere zwischen Arm und reich wird immer größer. Das ist vor allem deshalb ein Problem, weil die wachsende Ungleichheit die Aussicht auf Chancengleichheit vermindert. Der Nobelpreisträger ruft mit guten Argumenten Wirtschaft und Politik zu Reformen auf, die dazu beitragen sollen, den Wohlstand gerechter zu verteilen.

Joachim Weimann u.a.: Geld macht doch glücklich

Joachim Weimann / Andreas Knabe / Ronnie Schöb: Geld macht doch glücklich. Wo die ökonomische Glücksforschung irrt.

Broschiert, 214 Seiten

Schäffer-Poeschel Verlag, 2012

ISBN: 3791031945

29,95 Euro

 

In „Geld macht doch glücklich. Wo die ökonomische Glücksforschung irrt“ werfen die Autoren einen kritischen Blick auf die Glücksforschung. Denn ihrer Meinung nach eignet sich die Glücksforschung nicht zur Messung des gesellschaftlichen Fortschritts.

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