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Hintergrund  | 27.07.2012  Ein Iraner mit deutschem Pass

Biografie von Bahman Nirumand

Bahman Nirumand wurde 1936 in Teheran geboren, studierte in München, Tübingen und Berlin Germanistik, Philosophie und Iranistik. 1960 promovierte er über Brecht. Nach Abschluss seines Studiums kehrte er in den Iran zurück und arbeitete dort als Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Teheran. Daneben war er als Schriftsteller und Journalist tätig. Heute lebt er wieder, mittlerweile mit deutscher Staatsbürgerschaft, als Publizist in Berlin.  

Leben in der Opposition

Die Biografie des iranischen Publizisten Bahman Nirumand, der vor dem Schah nach Deutschland floh, sich hier den Studentenprotesten der 68er anschloss - und heute noch hier lebt als Exil-Iraner.

(25.07.2012)
Bahman Nirumand als Redner bei 68er-Protesten

Nirumand als Redner bei 68er-Protesten

Bahman Nirumand spielte bei den Protesten der 1968er-Studentenbewegung eine Rolle - er war befreundet mit Rudi Dutschke, mit dem er plante, einen US-Sender lahm zu legen.

(25.07.2012 Quelle: ZDF)
Buchcover Nirumand: Weit entfernt von dem Ort ...

Buchcover

von Bahman Nirumands Autobiografie "Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste"

(27.07.2012 Quelle: ZDF)

Nirumand geriet mit dem in den 60er Jahren in Iran herrschenden Schah-Regime in Konflikt und flüchtete 1965, um einer bevorstehenden Verhaftung zu entgehen. Kurz vor dem Sturz des Schahs und der Machtübernahme der Islamisten kehrte er nach Iran zurück, musste jedoch nach dreijährigem Aufenthalt abermals ins Exil gehen, zunächst nach Paris und anschließend nach Berlin.

Bahman Nirumand ist Autor zahlreicher Bücher, Artikel, Rundfunk- und Fernsehbeiträge. Er hat darüberhinaus einige literarische Werke aus dem Persischen ins Deutsche übertragen. Er schreibt regelmäßig für die taz, die NZZ und andere Zeitungen. Seit 2001 verfasst er den monatlichen Iran Report der Heinrich-Böll-Stiftung.

Iran - die drohende Katastrophe

Bahman Nirumand
Bahman Nirumand (Quelle: ZDF)
In seinem Buch "Iran - die drohende Katastrophe" beschreibt Bahman Nirumand die Gefahren, die von dem Atomkonflikt mit dem Iran ausgehen. Und er analysiert die tiefen Widersprüche im Gottesstaat, die genutzt werden müssen, um einen militärischen Konflikt noch zu vermeiden.

Nirumand liefert einen prägnanten Überblick über den eskalierenden Atomkonflikt in einer Region, in der 50 Prozent der Weltölreserven lagern und wo die strategischen Interessen großer Mächte - von den USA bis Russland und China - aufeinander treffen.

Der unerklärte Weltkrieg

In "Der unerklärte Weltkrieg" betrachtet Nirumand Irak, Iran, Libanon, Israel, Palästina, Afghanistan, Pakistan. Die Liste der Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten wird immer länger, die Lage immer bedrohlicher.

Denn neben allen regionalen Konflikten findet hier zugleich ein unerklärter Weltkrieg statt. Bahman Nirumand liefert einen erhellenden Überblick über die Konfliktparteien und ihre Interessen. Das Buch ist von 2008 und kennt die jüngsten Entwicklungen in der arabischen Welt nicht - lesenswert bleibt es trotzdem.

Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste

In seiner Autobiografie "Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste" schildert Nirumand auch seine Zeit als 68er: Er kannte Rudi Dutschke, wollte mit ihm einen amerikanischen Sendemast sprengen. Auch Ulrike Meinhof, die sich später radikalisiert hat und zur RAF-Terroristin wurde, hat Nirumand gekannt und zunächst geschätzt.

Über beide spricht er im "Forum am Freitag"-Gespräch "Leben in der Opposition".

Autobiografie

Bahman Nirumand
Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste.
Rowohlt, Reinbek 2011.
381 Seiten

27.07.2012

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