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Funke und die HRE

Milliardenrechnung an die Steuerzahler

Vor der Bankenkrise kannte die Hypo Real Estate (HRE) kaum jemand. Doch 2008 musste der Staat die Bank vor der Pleite retten. Mit über 100 Milliarden Euro stützen die Deutschen die HRE. Damals ging es um Bürgschaften, jetzt geht es um echtes Geld. Denn die Steuerzahler bekommen die erste dicke Rechnung präsentiert. Derweil meldet sich der ehemalige Chef der HRE, Georg Funke, von seinem Domizil auf Mallorca zurück. Er sieht sich als Opfer des ehemaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), fordert  3,5 Millionen Abfindung und eine Monatsrente von 47.000 Euro. 

"Da lehne ich die Verantwortung ab"

Im exklusiven Fernseh-Interview weist Georg Funke, ehemaliger Chef der HRE-Bank, die Verantwortung für Pleite und Milliardenverluste von sich. Er erklärt im Domizil auf Mallorca, warum er gegen Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) Strafanzeige gestellt hat. Funke sieht sich als Opfer.

(02.07.2012)

von Michael Haselrieder

Wenn die Bad Bank der HRE, die „FMS Wertmanagement“, am Dienstag den 3. Juli ihre Zahlen für 2011 vorlegt, wird unterm Strich ein Milliardenverlust stehen. Allein in Griechenland hat die Schrottbank 8,9 Milliarden Euro verloren. Damit wird die FMS die Steuerzahler viel teurer zu stehen kommen, als bei ihrer Gründung befürchtet. Die Verluste müssen letztlich aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen werden – und das noch über Jahre. Insgesamt lagern Altlasten von 173 Milliarden Euro in der Bad Bank.

Solche Probleme liegen für den Gründer und ehemaligen Chef der Hypo Real Estate in weiter Ferne. Der Ex-Bankmanager Georg Funke lebt heute auf Mallorca. Er hat jahrelang geschwiegen, selbst im Untersuchungsausschuss des Bundestages. In seinem ersten Fernsehinterview weist Funke jede Schuld an dem Desaster von sich, sieht sich als Opfer des damaligen Finanzminister Peer Steinbrück. Der habe die Bank zerstört und sei daher verantwortlich für die Milliardenverluste. Der Ex-Finanzminister weist die Vorwürfe zurück: Die Bank habe gerettet werden müssen, sonst sei das gesamte deutsche Bankensystem in Gefahr gewesen.

"Verzicht ist eine freiwillige Sache"

Georg Funke klagt unterdessen auch in eigener Sache. Er will von seinem alten Arbeitgeber HRE die Millionen-Abfindung und eine Monatsrente von 47.000 Euro. Da die Bank inzwischen dem Staat gehört, müsste auch dies am Ende der Steuerzahler zahlen. In einem exklusiven Fernsehinterview weist Georg Funke die Verantwortung für die Pleite und Milliardenverluste von sich. Er erklärt in seinem Domizil auf Mallorca, warum er gegen Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) Strafanzeige gestellt hat. Der geschasste Banker sieht sich als Opfer, ihm stehe eine Abfindung in Millionenhöhe zu. Er sagt: "Ein Verzicht ist eine freiwillige Sache. Verzichten kann ich auf etwas, was mir zusteht."

02.07.2012, Quelle: ZDF

Sendetermine


22. Apr 2014 21:00


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