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ZDF Politbarometer  

K-Frage: Merkel deutlich vor Steinbrück

CDU/CSU legen kräftig zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel würde derzeit den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück in der Wählergunst deutlich schlagen. Das zeigt das aktuelle ZDF Politbarometer. Im direkten Vergleich würden 53 Prozent der Befragten Merkel als Kanzlerin vorziehen. In der Projektion kann die Union zulegen, während die SPD Einbußen hinnehmen muss. 

Politbarometer interaktiv

(28.09.2012 Quelle: ZDF)

#_MME_4_Politbarometer vom 28.09.2012

Peer Steinbrück soll SPD-Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl 2013 werden. Als Konservativer in der SPD wird er vor allem vom linken Flügel kritisch beäugt. Aber viele glauben, er ist der Richtige.

(28.09.2012)

Politbarometer vom 28.09.2012

Wenn am Sonntag Wahl wäre, könnte die Union ihren Vorsprung gegenüber der SPD ausbauen. Die CDU/CSU käme auf 38 Prozent der Stimmen. Für eine schwarz-gelbe Koalition würde es aber nicht reichen.

(28.09.2012 Quelle: ZDF)

Finanzexperte Peer Steinbrück wird Kanzlerkandidat der SPD. Damit haben die Sozialdemokraten die K-Frage schneller entschieden als geplant, was ganz im Sinne der Mehrheit der Deutschen und besonders der SPD-Anhänger ist. 56 Prozent gaben diese Woche an, eine Klärung schon jetzt sei der richtige Weg (SPD-Anhänger: 60 Prozent).

Beste Chancen für Steinbrück

Peer Steinbrück werden von den drei bisher im Rennen befindlichen Kandidaten noch die besten Chancen gegen Angela Merkel eingeräumt. Aber auch er liegt zurzeit deutlich hinter der Kanzlerin. Für Steinbrück als Kanzler sprechen sich im direkten Vergleich 36 Prozent aus, für Angela Merkel dagegen 53 Prozent der Befragten.

Für den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel hätten sich nur 27 Prozent ausgesprochen, wenn er gegen Merkel (63 Prozent) angetreten wäre. Bei einer Kandidatur von Frank-Walter Steinmeier wäre dieser auf 36 Prozent und Merkel auf 54 Prozent gekommen (Rest zu 100 Prozent jeweils "weiß nicht").

CDU/CSU im Aufwind

Aktuell befindet sich die CDU/CSU deutlich im Aufwind und vergrößert damit den Abstand zur SPD, die an Zuspruch verliert. Für eine schwarz-gelbe Mehrheit würde es dennoch nicht reichen, selbst wenn die FDP wieder über die Fünf-Prozent-Hürde kommen würde.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielte die CDU/CSU 38 Prozent (plus zwei), die SPD käme nur noch auf 29 Prozent (minus eins). Die FDP bliebe bei vier Prozent, die Linke bei sechs Prozent, die Grünen bei 13 Prozent und die Piraten bei sechs Prozent (alle unverändert). Die sonstigen Parteien kämen zusammen auf vier Prozent (minus eins). Dazu sagt Theo Koll, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Politik und Zeitgeschehen: "Die kräftig zulegende Union profitiert zugleich von der Stärke der Kanzlerin und der Schwäche der SPD. Die Opposition ist für eine Mehrheit schlicht keine bessere Alternative. Auch deshalb drängen besonders die Anhänger der Sozialdemokraten auf eine baldige Kür des SPD-Kanzlerkandidaten – obwohl keiner aus der Troika derzeit im direkten Vergleich gegen Angela Merkel eine Chance hat."

Bundesregierung positiv bewertet

Trotz der aktuellen Differenzen zwischen den Koalitionspartnern CDU, CSU und FDP um das Betreuungsgeld, das weiterhin von den Befragten mit klarer Mehrheit (66 Prozent) abgelehnt wird (dafür: 31 Prozent; weiß nicht: drei Prozent), wird die Arbeit der Bundesregierung eher positiv bewertet: 60 Prozent meinen, dass die Bundesregierung alles in allem ihre Sache eher gut macht, und nur 33 Prozent sagen, sie mache es „eher schlecht“ (weiß nicht: sieben Prozent).

Nur wenige erwarten sich von einer rot-grünen Bundesregierung eine Verbesserung: Lediglich 19 Prozent meinen, dass es eine Koalition aus SPD und Grünen, die ja aktuell auch keine Mehrheit hätte, besser machen würde, wenn sie an die Regierung käme. 24 Prozent glauben, dass sie dann schlechter regieren würde und eine Mehrheit von 48 Prozent meint, dass das kein großer Unterschied wäre (weiß nicht: neun Prozent).

Angela Merkel bleibt wichtigste Politikerin

Nach Meinung der Befragten gehört jetzt Jürgen Trittin wieder zu den zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern, während Hannelore Kraft nicht mehr dazu gerechnet wird. Von den aktuell zehn wichtigsten erhält weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel die beste Bewertung: Auf der Skala von +5 bis -5 kommt sie, etwas verschlechtert, auf einen Durchschnittswert von 1,9 (Sept. I: 2,0). Auf Platz zwei liegt jetzt Wolfgang Schäuble mit unveränderten 1,5.  Danach folgen Peer Steinbrück mit etwas verschlechterten 1,3 (Sept. I: 1,4) und Frank-Walter Steinmeier mit unveränderten 1,3.

Ursula von der Leyen kommt jetzt nur noch auf 0,6 (Sept. I: 0,8), Horst Seehofer auf unveränderte 0,5 und Sigmar Gabriel nur noch auf 0,4 (Sept. I: 0,6). Jürgen Trittin kommt auf 0,2. Gregor Gysi liegt mit minus 0,5 (Sept. I: minus 0,4) imNegativbereich, ebenso wie Guido Westerwelle mit minus 0,7, der sich damit ein weiteres Mal etwas verbessern konnte (Sept. I: minus 0,9).

47 Prozent für Verbot islamfeindlicher Karikaturen
Proteste um das Mohmmed-Video / Quelle: dpa
Proteste gegen Mohammed-Video (Quelle: dpa)

Wegen eines amerikanischen Videofilms, in dem der Prophet des Islam, Mohammed, verunglimpft wird, gibt es in vielen Ländern der islamischen Welt gewalttätige Proteste. 22 Prozent der Deutschen haben Verständnis für die gewalttätigen Proteste und 73 Prozent haben dafür kein Verständnis (weiß nicht: fünf Prozent).

Inzwischen sind auch in anderen Ländern islamfeindliche Karikaturen erschienen. Vor die Frage gestellt, ob man solche Karikaturen bei uns aus Rücksicht auf die religiösen Gefühle in der islamischen Welt trotz der Einschränkung der Meinungsfreiheit verbieten sollte, votieren 47 Prozent für ein Verbot und 48 Prozent dagegen (weiß nicht: fünf Prozent).

Wichtigste Kanzler: Helmut Kohl liegt vorn

Diese Woche gab es verschiedene Berichte, nach denen die Haushaltslöcher in Griechenland noch deutlich größer ausfallen könnten als bisher angenommen. Sollte dies zutreffen und Griechenland deshalb über die bisher vorgesehenen Kredite hinaus weitere finanzielle Unterstützung benötigen, sind 60 Prozent der Befragten der Meinung, dass dann die Euro-Länder den Bankrott Griechenlands in Kauf nehmen sollten. Lediglich 25 Prozent sprechen sich in solch einem Fall für weitere Finanzhilfen aus (weiß nicht: 15 Prozent).

Nach Meinung von 26 Prozent ist Helmut Kohl bis heute der wichtigste Kanzler für Deutschland gewesen. 25 Prozent nennen Helmut Schmidt und 23 Prozent Konrad Adenauer. (Willy Brandt: elf Prozent; Ludwig Erhard: drei Prozent; Gerhard Schröder: zwei Prozent; Angela Merkel: zwei Prozent).

Die Umfragen zum Politbarometer

... wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 25. bis 27. September 2012 bei 1187 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 42 Prozent, SPD: 31 Prozent, FDP: zwei Prozent, Linke: fünf Prozent, Grüne: 13 Prozent, Piraten: fünf Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Donnerstag, den 11. Oktober 2012.

28.09.2012

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