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ZDF Politbarometer  |  11.10.2012 

Hauchdünne Mehrheit für Verbleib Griechenlands im Euro

Union trotz Steinbrück bei den Wählern weiterhin vorn

Noch vor einem Vierteljahr wollten die meisten Befragten Griechenland lieber aus der Euro-Zone ausschließen. Jetzt zeigt das aktuelle ZDF Politbarometer eine leichte Trendwende. Allerdings soll Griechenland seine Sparvorgaben auch einhalten, um weiter Hilfen zu erhalten. 

Griechenland - Euro

Griechenland soll den Euro behalten

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Was nun? Steinbrück redet Klartext

(02.10.2012)

Politbarometer vom 11.10.2012

Politbarometer vom 11.10.2012

(11.09.2012 Quelle: ZDF)

Nachdem im Politbarometer seit mehr als einem Jahr jeweils eine zum Teil deutliche Mehrheit den Verbleib Griechenlands im Euro abgelehnt hatte, spricht sich jetzt erstmals eine hauchdünne Mehrheit dafür aus: 46 Prozent meinen, dass Griechenland weiterhin am Euro beteiligt bleiben soll und nur noch 45 Prozent sind dagegen (weiß nicht: neun Prozent). Im August sprachen sich noch 61 Prozent dagegen aus und nur 31 Prozent plädierten für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone (weiß nicht: acht Prozent).

Europaflagge / Quelle: dpa
Deutschland setzt bei der Euro-Rettung auf strenge Regeln. (Quelle: dpa)

"Ungerechtfertigte Kritik"

Allerdings wollen nur 32 Prozent, dass Griechenland die in Aussicht gestellten Kredite auch dann bekommt, wenn es die vereinbarten Sparziele nicht einhält. 57 Prozent sind in einem solchen Fall gegen die Gewährung weiterer Kredite und wollen den Bankrott des stark verschuldeten Landes in Kauf nehmen (weiß nicht: elf Prozent).

Deutschland wird bei der Euro-Rettung von vielen Ländern wegen der geforderten strengen Begrenzung der Staatsverschuldung kritisiert. Eine solche Kritik aus dem Ausland finden 74 Prozent der Deutschen nicht gerechtfertigt, lediglich 22 Prozent sind da anderer Meinung (weiß nicht: vier Prozent).

CDU-Logo auf der Bühne / Quelle: imago
Die Union kann die Spitzenposition behaupten. (Quelle: imago)

Union bei den Wählern weiterhin vorn

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielte die CDU/CSU 38 Prozent (unverändert), die SPD käme jetzt auf 31 Prozent (plus zwei). Die FDP bliebe bei vier Prozent, die Linke bei sechs Prozent, die Grünen lägen bei zwölf Prozent (minus eins) und die Piraten nur noch bei fünf Prozent (minus eins). Die sonstigen Parteien kämen zusammen auf vier Prozent (unverändert).

Im direkten Vergleich hat sich der Vorsprung von Merkel gegenüber Steinbrück nach dessen Nominierung verringert: Gefragt, wen die Deutschen lieber als Regierungschef/-in hätten, sprechen sich jetzt 49 Prozent für Angela Merkel und 40 Prozent für Peer Steinbrück aus (weiß nicht: elf Prozent). Vor zwei Wochen und damit unmittelbar vor der SPD-Entscheidung zugunsten von Steinbrück wollten 53 Prozent Angela Merkel und nur 36 Prozent Peer Steinbrück. Weiterhin ist die Reichweite von Merkel ins SPD-Lager größer als die von Steinbrück ins Lager der Union: So wollen 19 Prozent der SPD-Anhänger Angela Merkel als Kanzlerin und nur 74 Prozent den SPD-Kanzlerkandidaten, während Peer Steinbrück nur von neun Prozent der CDU/CSU-Anhänger präferiert wird und 87 Prozent hier für die Kanzlerin votieren.

Peer Steinbrück und Angela Merkel / Quelle: ap
Peer Steinbrück und Angela Merkel - wer kommt besser beim Bürger an? (Quelle: ap)

Geringe Unterschiede zwischen Kandidaten

Fragt man genauer nach, dann wird deutlich, dass viele Befragte eher keine großen Unterschiede zwischen der Amtsinhaberin und ihrem Herausforderer sehen: 27 Prozent trauen eher Merkel zu, die Euro-Krise bekämpfen zu können, 14 Prozent eher Steinbrück, aber 49 Prozent sehen keine großen Unterschiede. Eine Regierung besser führen zu können, das trauen 37 Prozent eher Merkel zu, 18 Prozent eher Steinbrück, und 32 Prozent sehen keine großen Unterschiede. Mit dem Begriff „politische Mitte“ verbinden 24 Prozent eher Merkel und 17 Prozent eher Steinbrück (kein Unterschied: 49 Prozent), 24 Prozent verbinden mit der "Sozialen Marktwirtschaft" eher Merkel und 30 Prozent eher Steinbrück, während 36 Prozent hierbei keine großen Unterschiede wahrnehmen (Rest zu 100 Prozent jeweils "weiß nicht").

Von den aktuell zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern erhält weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel die beste Bewertung: Auf der Skala von +5 bis -5 kommt sie, geringfügig verschlechtert, auf einen Durchschnittswert von 1,8 (Sept. II: 1,9). Auf Platz zwei liegt Wolfgang Schäuble mit 1,4 (Sept. II: 1,5). Danach folgt Peer Steinbrück mit ebenfalls etwas verschlechterten 1,2 (Sept. II: 1,3) unmittelbar vor Frank-Walter Steinmeier, auch er mit 1,2 (Sept. II: 1,3). Ursula von der Leyen erreicht unverändert 0,6, Horst Seehofer 0,4 (Sept. II: 0,5) und Sigmar Gabriel unveränderte 0,4. Jürgen Trittin kommt jetzt auf 0,3 (Sept. II: 0,2). Gregor Gysi liegt mit minus 0,4 (Sept. II: minus 0,5) im Negativbereich, ebenso wie Guido Westerwelle mit minus 0,8 (Sept. II: minus 0,7).

Geldscheine / Quelle: ZDF,Kerstin Bänsch
Nebeneinkünfte müssen Abgeordnete bilang nicht komplett offen legen. (Quelle: ZDF)

Nebeneinkünfte sollen offen gelegt werden

Dass Bundestagsabgeordnete in Zukunft angeben sollen, von wem und in welcher genauen Höhe sie Nebeneinkünfte erhalten haben, fordern 76 Prozent. Nur 20 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Nebeneinkünfte wie bisher nur eingeschränkt offen gelegt werden sollen (weiß nicht: vier Prozent).

Wenn die Deutschen wählen könnten, wäre US-Präsident Barack Obama der große Sieger: Für ihn sprechen sich 89 Prozent aus, für seinen republikanischen Herausforderer, Mitt Romney, lediglich zwei Prozent (weiß nicht: neun Prozent).

Die Umfragen zum Politbarometer ...

... wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 08. bis 10. Oktober 2012 bei 1225 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 41 Prozent, SPD: 37 Prozent, FDP: ein Prozent, Linke: fünf Prozent, Grüne: elf Prozent, Piraten: vier Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 26. Oktober 2012.

11.10.2012

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