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ZDF Politbarometer  |  26.10.2012 

CDU/CSU und Grüne rauf – SPD runter – Piraten raus

Inzwischen klare Mehrheit für Verbleib Athens im Euro

Die Sozialdemokraten können ihr Umfragehoch nach der Entscheidung für Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nicht halten. Das zeigt das aktuelle ZDF Politbarometer. Die Union erreicht dagegen einen Rekordwert. In Bezug auf Griechenland gibt es jetzt eine deutliche Mehrheit für den Verbleib des Landes in der Euro-Zone. 

Politbarometer Interaktiv vom 26.10.2012

CDU und Grüne legen zu - Piraten raus

CDU und Grüne legen zu - Piraten raus

(26.10.2012 Quelle: ZDF)

Merkel baut Vorsprung aus

Angela Merkel oder Peer Steinbrück - wer wird der nächste Kanzler? Zurzeit kann Merkel ihren Vorsprung wieder vergrößern.

(13.10.2012)

Umfrage: Steinbrück verliert an Glanz

(26.10.2012)

Nur zwei Wochen nach dem Hoch, das die Kanzlerkandidaten-Entscheidung der SPD bescherte, ist sie wieder auf ihr altes Niveau gefallen. Die Piraten würden den Sprung in den Bundestag nicht schaffen. Die CDU/CSU hingegen erzielt ihren besten Wert in dieser Legislaturperiode. Auch die Grünen können zulegen.

Der Deutsche Bundestag / Quelle: imago
Im Bundestag säßen laut Projektion derzeit nur vier Parteien (Quelle: ap)
Nur vier Fraktionen im Bundestag

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielten CDU/CSU 39 Prozent (plus eins), die SPD käme jetzt wieder nur noch auf 29 Prozent (minus zwei). Die FDP bliebe bei vier Prozent, die Linke bei sechs Prozent, die Grünen verbesserten sich wieder auf 13 Prozent (plus eins) und die Piraten kämen zurzeit nur noch auf vier Prozent (minus eins). Die sonstigen Parteien lägen zusammen bei fünf Prozent (plus eins). Damit wären wieder nur vier Fraktionen im Bundestag vertreten. Neben einer großen Koalition wäre nur eine schwarz-grüne oder eine Koalition aus SPD, Linkspartei und Grünen mehrheitsfähig.

Im direkten Vergleich hat sich der Vorsprung von Merkel gegenüber Steinbrück deutlich vergrößert: Gefragt, wen die Deutschen lieber als Regierungschef/-in hätten, sprechen sich jetzt 52 Prozent (plus drei) für Angela Merkel und nur 37 Prozent (minus drei) für Peer Steinbrück aus (weiß nicht: elf Prozent). Dabei ist der Rückhalt von Merkel bei den CDU/CSU-Anhängern mit 89 Prozent deutlich höher als der von Steinbrück bei den SPD-Anhängern (73 Prozent).

Phiipp Rösler, Angela Merkel und Horst Seehofer (L-R) / Quelle: dpa
Die FDP soll vor allem Schuld sein an Streit in der Koalition. (Quelle: dpa)
Mehrheit: Schlechte Stimmung in Koalition

Anfang November wollen sich die Spitzen von CDU, CSU und FDP bei den in der Regierungskoalition strittigen Themen einigen. Aktuell meinen nur 21 Prozent aller Befragten, dass das Verhältnis von CDU, CSU und FDP eher gut ist und 70 Prozent halten es eher für schlecht (weiß nicht: neun Prozent). Die Hauptschuld geben die meisten Befragten der FDP (39 Prozent). Nur wenige vermuten die Hauptschuldigen bei der CDU (vier Prozent) beziehungsweise der CSU (sechs Prozent), 16 Prozent machen alle Regierungsparteien dafür gleichermaßen verantwortlich (Rest zu 100 Prozent: „sehe kein schlechtes Verhältnis“und „weiß nicht“).

Von den aktuell zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern erhält weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel die beste Bewertung: Auf der Skala von +5 bis -5 kommt sie unverändert auf einen Durchschnittswert von 1,8. Auf Platz zwei liegt Wolfgang Schäuble mit 1,4 (unverändert). Danach folgt Peer Steinbrück mit unveränderten 1,2 vor Frank-Walter Steinmeier mit 1,1 (Okt. I: 1,2). Ursula von der Leyen erreicht 0,5 (Okt. I: 0,6), Horst Seehofer ebenfalls 0,5 (Okt. I: 0,4) und Sigmar Gabriel kommt nur noch auf 0,1 (Okt. I: 0,4) genau wie Jürgen Trittin (Okt. I: 0,3). Gregor Gysi liegt mit minus 0,5 (Okt. I: minus 0,4) im Negativbereich ebenso wie Guido Westerwelle mit minus 0,7 (Okt. I: minus 0,8).

Euroscheine fallen auf  griechische Fahne / Quelle: dpa
Mehrheit: Mehr Geld für Griechen nur bei Einhaltung der Sparziele. (Quelle: dpa)
Mehrheit für Verbleib Griechenlands im Euro

Nachdem lange Zeit jeweils eine zum Teil deutliche Mehrheit den Verbleib Griechenlands im Euro abgelehnt hatte, spricht sich jetzt eine klare Mehrheit dafür aus: 48 Prozent (plus zwei) meinen, dass Griechenland weiterhin am Euro beteiligt bleiben soll und nur noch 44 Prozent (minus eins) sind dagegen (weiß nicht: acht Prozent).

Allerdings will weiterhin eine deutliche Mehrheit (54 Prozent) Griechenland nur weitere Kredite gewähren, wenn es die vereinbarten Sparziele auch einhält. Nur 35 Prozent sind dafür, dass Griechenland die in Aussicht gestellten Kredite auch dann bekommt, wenn es die vereinbarten Sparziele nicht einhält (weiß nicht: elf Prozent).

Jeder Dritte findet Energiewende zu schnell

Zur Förderung der erneuerbaren Energien wurde jetzt die sogenannte EEG-Umlage auf den Strompreis erhöht. Dass der Strompreis wegen der Energiewende deutlich steigt, finden 77 Prozent nicht richtig, während dies bei 21 Prozent auf Zustimmung stößt (weiß nicht: zwei Prozent). Deutlich abgelehnt werden dabei vor allem die Ausnahmen für die Industrie: Lediglich 15 Prozent halten die Befreiung energieintensiver Industriebetriebe von der EEG-Umlage für richtig und 81 Prozent lehnen sie ab (weiß nicht: vier Prozent). Die Geschwindigkeit der Energiewende wird dabei inzwischen deutlich verändert bewertet: Waren im März noch 38 Prozent der Meinung, dass die Energiewende zu langsam vorankommt, sind es jetzt nur noch 30 Prozent. Damals meinten nur 18 Prozent, sie gehe zu schnell, inzwischen sind das 31 Prozent (gerade richtig: jetzt 34 Prozent; März: 39 Prozent).

Dank der guten Konjunktur hat die Rentenversicherung aktuell hohe Einnahmenüberschüsse. Der Bundestag hat deshalb jetzt eine Senkung der Beiträge für die Rentenversicherung beschlossen. Diese Maßnahme finden allerdings nur 21 Prozent richtig. Eine sehr deutliche Mehrheit von 74 Prozent hätte die Erhöhung von Rücklagen bei der Rentenversicherung besser gefunden (weiß nicht: fünf Prozent).

Die Umfragen zum Politbarometer ...

... wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 23. bis 25. Oktober 2012 bei 1.286 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 43 Prozent, SPD: 31 Prozent, FDP: zwei Prozent, Linke: vier Prozent, Grüne: 13 Prozent, Piraten: drei Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 16. November 2012.

26.10.2012

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