Quietschende Reifen, wilde Schießereien, brachial maskierte Männer, eine gottverlassene, einsame Landstraße: Brutale Gangster befreien einen ihrer Kumpel, der sich im Gewahrsam der Polizei befindet. Eine Szene, die den neu in die Region gekommenen Cop Vincent Drieu (Richard Berry) auf die Atmosphäre des Industriegebiets einstimmt, denn hier führt die Gewalt Regie. Drieu, der nach einem missglückten, für einen Kollegen tödlich verlaufenen Einsatz in Paris in das heruntergekommene Kommissariat von Saint-Merrieux versetzt worden ist, fühlt sich immer noch schuldig.
Frischer Wind
Umso mehr hat er sich vorgenommen, seine Fehler aus der Vergangenheit hier wieder gut zu machen. Als er mit seinen neuen Kollegen Jean-Ba (Pascal Elbé) und Manu (Moussa Maaski) in der Gegend Streife fährt, stoßen sie auf einen leeren teuren Wagen, der in einem Slum abgestellt worden ist. Sehr zum Befremden seiner Kollegen beginnt Drieu sofort, die Limousine minutiös zu untersuchen, und es fällt ihnen wie Schuppen von den Augen: Hier herrscht ein neuer Geist, eine Arbeitsauffassung, die ihnen das Leben schwer machen wird. Auch die Chefin des Reviers, Commissaire Vasseur (Zabou Breitman), beobachtet argwöhnisch die Arbeitswut ihres neuen Kollegen. Hatte man bisher doch schwierige Fälle an andere Stellen weitergeleitet und noch so windige Beweise nur allzu schnell akzeptiert.So lassen sie den eifrigen Cop dann auch gleich ins offene Messer laufen, als er einen Drogendealer ins Gangstermilieu verfolgt. Aber Drieu lässt nicht locker und fügt ein Puzzleteil an das andere. Bei so viel Engagement bleibt längerfristig dann doch die Anerkennung nicht aus, und seine Kollegen beginnen selbst wieder Freude an ihrem Job zu haben. Mit großer Sorgfalt arbeiten sie sich nun in den Drogenfall ein, nur Jean-Ba, der Drieu von Anfang an nicht riechen kann, bleibt weiter auf Abstand. Dann wird Drieu selbst von Killern angegriffen.Vor und hinter der Kamera
Der französische Schauspieler und Regisseur Richard Berry hat in zahlreichen Kriminalfilmen mitgewirkt. Er wurde 1993 für seine Rolle als Adam Leibovich in "Der Flug des Schmetterlings" für den französischen nationalen Filmpreis, den César, als bester Hauptdarsteller nominiert, zuletzt brillierte er in der Kriminalkomödie "Le marquis" (2011). 2010 führte er zum ersten Mal Regie und setzte mit "22 Bullets" einen hervorragenden Thriller in Szene. Mit dabei war Schauspielerkollege Jean Reno, ein Superstar in der französischen Kinolandschaft.

