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Praxis täglich  |  24.08.2012 

Sport gegen Brustkrebs

Bestandteil der Rehabilitation

Etwa 57.000 Frauen erkranken jedes Jahr neu an Brustkrebs. Bei rechtzeitiger Diagnose kann die Krankheit mit den heutigen Methoden oft gut behandelt und häufig sogar geheilt werden. Eine große, aber lang unterschätzte Rolle spielt dabei sportliche Betätigung. 

Brustkrebs / Quelle: imago

Brustkrebs

Eine neue Studie zeigt, dass Sport sich positiv auswirkt bei der Reha-Behandlung von Brustkrebs.

(15.08.2012 Quelle: imago)

Neben den medizinischen Maßnahmen können betroffene Patentinnen durch Sport den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

(24.08.2012)

Die Deutsche Sporthochschule in Köln hat in Zusammenarbeit mit dem Brustzentrum der Uniklinik Köln im Rahmen der so genannten Valesco-Studie herausgefunden, dass körperliche Aktivität wichtiger Bestandteil in der Rehabilitation von Brustkrebspatientinnen ist. Im Fokus der Studie steht die Wirkung von Krafttraining auf die körperliche und psychische Verfassung von Brustkrebspatientinnen. Erste Ergebnisse belegen, dass Kraftsport den Heilungsprozess fördern und den Betroffenen Selbstbewusstsein sowie Lebensqualität zurückgeben kann. Durch den Sport erleben sich die Patienten wieder als leistungsfähig und erlangen neues Selbstvertrauen in ihre körperlichen Fähigkeiten. Zudem setzt die Bewegung Glückshormone frei, die Niedergeschlagenheit entgegen wirken können.

An der Valesco-Studie nehmen bislang 80 Frauen teil. Mit weiteren 120 Probanden werden daneben die Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf andere Krebserkrankungen erforscht. Diese Daten werden später mit dem Gesundheitszustand von Krebspatienten verglichen, die keinen Sport treiben. Nach ersten Hinweisen geht es ihnen in der Regel psychisch und physisch nicht so gut wie den sportlich aktiven Studienteilnehmern.

Das richtige Training

Das Training wird individuell auf die körperliche Verfassung der Studienteilnehmer abgestimmt. Die Belastung wird mit wachsendem Trainingserfolg gesteigert. Die Betroffenen können, je nach Art der Chemotherapie, schon ein bis zwei Tage nach Beginn der Chemotherapie mit dem Training starten. Je früher sie damit beginnen, desto besser. Denn viele Patienten ziehen sich nach der Krebsdiagnose zurück und verfallen in Passivität. Durch den Sport beugen sie Bewegungsmangel vor und verhindern Folgeerkrankungen wie Muskelschwund und Osteoporose.

Nebenwirkungen der Chemotherapie, wie Müdigkeit und Erschöpfung sowie Übelkeit oder Schmerzen, können durch die körperliche Aktivität deutlich reduziert werden. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich das geschwächte Immunsystem der Patienten durch den Sport leichter regeneriert. Ein gestärktes Immunsystem hilft dem Körper, besser mit den Krebszellen umzugehen. In der Studie wird darüber hinaus das Ziel verfolgt, onkologische Patientinnen vor einer anstehenden Operation zu trainieren. Die so verbesserte körperliche Konstitution soll den Frauen helfen, nach dem Eingriff wieder schnell zu regenerieren.

Die Auswertung

Zu Beginn und am Ende des Trainingszeitraums geben die Brustkrebspatientinnen Blut ab. Die Blutwerte geben Auskunft darüber, wie hoch der oxidative Stresslevel ist. Es wird vermutet, dass dieser für eine Krebserkrankung mitverantwortlich sein kann. Sport mindert hingegen oxidativen Stress. Wenn die Patientinnen kontinuierlich Sport treiben, kann durch die verbesserte Balance zwischen Ruhe und sportlicher Aktivität eine erneute Brustkrebserkrankung unter Umständen verhindert werden.

Auch die Kraftzunahme der Teilnehmerinnen wird gemessen. Je stärker die Muskelaktivität ist, desto besser sind die koordinativen Fähigkeiten, die oftmals durch die Chemotherapie stark geschwächt worden sind. Insgesamt verbessert sich somit durch das Training die Lebensqualität der Betroffenen. Um diese zu überprüfen, werten die Wissenschaftler in regelmäßigen Abständen über Fragebögen Angaben zur mentalen Verfassung und dem körperlichen Befinden aus.

24.08.2012

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