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PRAXIS täglich  |  22.08.2012 

Totalschaden im Knie

Nach einem Kreuzbandriss ist viel Zeit zur Rehabilitation nötig

Für Profisportler ist die Diagnose Kreuzbandriss niederschmetternd. Denn sie bedeutet in der Regel nicht nur, dass operiert werden muss, sondern auch eine lange Ausfallzeit für Wettkämpfe – und ebenso viel Zeit in der Rehabilitation. Gleiches gilt auch für Hobby- und Amateur-Sportler – mit dem Unterschied, dass sie Beruf und Rehabilitation unter einen Hut bringen müssen. 

Animation Verlauf Kreuzbänder

Wehe, wenn sie reißen!

Das vordere und das hintere Kreuzband stabilisieren das Knie und sorgen für Beweglichkeit. Wenn sie allerdings reißen, wachsen sie von selbst nicht mehr zusammen.

(24.08.2012)

Lymphdrainagen

Ein Kreuzbandriss gilt bei Hobby- wie Profi-Sportlern als "worst case" unter den Sportverletzungen, denn eine solche Verletzung ist oft mit Operation und langer Rehabilitation verbunden. Direkt nach der Operation helfen Lymphdrainagen, die Schwellung aus dem Knie abzuleiten.

(22.08.2012)

Der Kreuzbandriss zählt zu den schlimmsten Verletzungen im Kniegelenk, da er in der Regel mit einer langen Auszeit und einer intensiven Rehabilitationsphase verbunden ist. Eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes ist meistens die Folge eines Sportunfalls. Sehr häufig kommt dies im Fußball, Volleyball, Basketball oder im alpinen Skisport vor. Nicht selten werden zusätzlich der Meniskus und das Innenband in Mitleidenschaft gezogen.

Die Kreuzbänder sorgen neben der Gelenkkapsel und anderen Bändern für die Stabilität des Kniegelenkes. Sie verhindern, dass sich der Oberschenkel im Knie nach vorn und hinten verschiebt.

Mit einem „Knacken“

Meistens reißt das vordere Kreuzband. Dies geschieht durch plötzliches und kräftiges Verdrehen des Kniegelenkes. Ursachen für den Riss des hinteren Kreuzbandes sind ein direkter Schlag von vorne gegen den Unterschenkel oder eine ungewollte Überstreckung des Knies.

Kommt es zum Kreuzbandriss, ist dies im Knie deutlich spürbar und manchmal auch als knackendes Geräusch zu hören. Zudem ist das Kniegelenk oft stark angeschwollen, schmerzt stark und kann nicht vollständig gestreckt und gebeugt werden. Nicht selten wird ein Bluterguss beobachtet.

Unhappy Triad

Bei einem Kreuzbandriss reißen fast immer zusätzlich noch andere Bänder im Knie. Als „unhappy triad“ bezeichnen Mediziner deshalb die Kombination aus einem Riss des vorderen Kreuzbandes, einem Innenmeniskusriss und einem Innenbandriss.

Diagnose per Schubladentest

Häufig ergeben sich bereits anhand der Kniebeschwerden Hinweise auf eine mögliche Kreuzbandverletzung. Typisch für einen Kreuzbandriss ist ein instabiles Knie. Beim so genannten „Schubladen-Test“ lässt sich der Unterschenkel deutlich gegenüber dem Oberschenkel nach vorne wegziehen.

Der Schubladentest hilft bei der Diagnose eines Kreuzbandrisses.
Doch nicht immer ist eine „vordere Schublade“ unmittelbar nach einer Knieverletzung zu erkennen. Klarheit verschafft eine Kernspintomographie, auf der das Knieinnere deutlich zu erkennen ist. Um Brüche auszuschließen, werden in der Regel zusätzlich Röntgenaufnahmen gemacht.

Kreuzband-Ersatz notwendig

Da das vordere Kreuzband keine Tendenz hat von selber zu heilen, muss es in der Regel operiert werden. Dabei wird das Kreuzband rekonstruiert und durch ein körpereigenes Transplantat ersetzt. Dieses wird meist aus einer Sehne aus der Kniekehle oder dem Oberschenkel gewonnen. Ebenfalls oft verwendet wird der mittlere Teil der Patellasehne.

Der Eingriff erfolgt inzwischen oft mit nur kleinen Schnitten. Der Chirurg bringt das Transplantat im Verlauf des Kreuzbands über Bohrungen im Oberschenkelknochen und Schienbein an und fixiert es dort mit Schrauben. Diese Schrauben sind entweder metallisch oder bestehen aus bioabsorbierbarem Material. In der Regel lösen sie sich innerhalb von zwei Jahren vollständig auf.

Behandlung ohne Operation

In einigen Fällen wird ein Kreuzbandriss lediglich konservativ behandelt. Das bedeutet, dass das Kreuzband nicht ersetzt oder anderweitig repariert wird. Dann wird versucht, durch ein effektives Muskelaufbautraining eine ausreichende Stabilität des Kniegelenks zu erreichen. Dieses konservative Verfahren wird vor allem bei älteren Patienten angewandt, die keine außergewöhnlichen sportlichen Leistungen mehr erbringen wollen.

Knie-Orthese nach Kreuzband-Operation
Direkt nach der Operation hilft eine Orthese bei der Stabilisierung.

Wieder auf die Beine kommen

Der Erfolg der Operation hängt auch von der Qualität der physiotherapeutischen Nachbehandlung ab. Bereits in den ersten Tagen nach dem Eingriff sollte mit Physiotherapie und Lymphdränagen begonnen werden. Ziel ist es, möglichst rasch wieder eine vollständige Streckung des Kniegelenkes und eine optimale Beugungsfähigkeit zu erreichen sowie alle Flüssigkeit aus dem Gelenk abzuleiten. Wie der Muskelaufbau kostet auch das Training von Koordination und Gleichgewicht Zeit. Es gilt, das Zusammenspiel von Nervensystem und Muskulatur wieder neu zu koordinieren und zu optimieren.

Physiotherapeutische Praxis gesucht

Sobald Sie einen Termin zur Operation erhalten haben, kümmern Sie sich um eine physiotherapeutische Praxis, in welcher Sie mit der Rehabilitation beginnen können. Dabei ist es ratsam, auf räumliche Nähe zum Wohnort oder gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu achten, denn gerade in den ersten Wochen nach einer Operation sind Sie auf Krücken angewiesen. An Autofahren ist dann nicht zu denken.

Günstige Prognose

Die Langzeitprognose einer richtig durchgeführten Kreuzbandersatzoperation ist insgesamt gut. Die Stabilität des Gelenks ist über Jahre gesichert. Nach etwa sechs Wochen können wenig belastende Sportarten in den Rehabilitationsprozess aufgenommen werden. Kniebelastende Sportarten mit abruptem Richtungswechsel sollten erst nach etwa einem Jahr wieder ausgeübt werden. Denn erst dann hat das Knie wieder jene Stabilität wie vor der Verletzung. Zudem bietet es sich an, vor dem Sportbeginn noch einmal seinen Arzt zu konsultieren, um die Stabilität des Knies und den Heilungsprozess im Knie zu überprüfen.

Bei einer weiteren Hürde kann Ihnen allerdings auch kein Arzt helfen: dem Vertrauen in den eigenen Körper. Oft kostet es viel Überwindung, wieder den Sport auszuüben, bei dem die Verletzung passiert ist oder den Ort aufzusuchen, wo es zur Verletzung kam. Lassen Sie sich Zeit, gehen Sie es ruhig an – erwarten Sie nicht sofort von sich wieder Spitzenleistungen. Und gönnen Sie Ihrem Knie auch immer wieder Erholungspausen.

22.08.2012

Gefahren beim Sport

Stressfraktur

Jeden Tag in der Woche zu trainieren und dabei mehrere Kilometer zu laufen, ist für begeisterte Sportler kein Problem. Dabei werden Gelenke und Knochen stark belastet - manchmal auch zu stark.

Fußball-Verletzungen

Dass Sport nicht immer der Gesundheit förderlich ist, zeigen die circa 350.000 Verletzungen pro Jahr. Fußball spielen ist nicht ungefährlich.

Gebrochenes Nasenbein

Ein Zusammenstoß beim Sport - und schon ist es passiert: das Nasenbein ist "durch". Je nach Art des Bruchs muss nicht immer operiert werden. Doch manchmal kommt man um den Eingriff nicht herum.

Herzmuskelentzündung

Der plötzliche Herztod von Sportlern wirft viele Fragen auf: Die Ursache kann ein angeborener Herzfehler, eine Herzmuskelentzündung oder aber auch Doping sein. Antworten gibt uns ein Sportmedinizer.

Rückenschmerzen

Wer bei der Arbeit lange stehen muss oder im Büro acht Stunden am Schreibtisch sitzt, kennt dieses Gefühl: Eingerostet und unbeweglich, mit schmerzendem Rücken zieht der Tag vorbei.

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