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PRAXIS täglich  | 20.06.2014  Viel Flüssigkeit und leichte Kost

Wie Sie heiße Tage besser überstehen

Der Sommer hat Deutschland erreicht. Doch der Körper hat mit der Hitze zu kämpfen. Viel trinken ist wichtig. Auch das richtige Essen kann helfen. Aber nicht alles, was Erfrischung verspricht, ist auch wirklich gut für den Körper. 

Wer sich zu lange und ungeschützt der Sonne aussetzt oder anstrengenden Sport bei hohen Temperaturen betreibt, riskiert einen Sonnenstich oder Hitzschlag. Im Ernstfall sollte man schnell handeln!

(18.06.2014)

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Morgen startet der Sommer. Doch müssen wir mit weiteren Stürmen wie an Pfingsten rechnen oder dürfen wir uns auf viel Sonnenschein einstellen? Meteorologin Inge Niedek verrät, wie das Wetter wird.

(20.06.2014)
Thermometer

Hitze in Deutschland

Was hilft, wenn das Thermometer steigt?

(Quelle: ap)

Das Hauptproblem an heißen Tagen ist Salzmangel, der Salz- und Elektrolythaushalt stimmt nicht. Daher sollte man viel trinken. Besonders gut sind Mineralwasser und verdünnte Fruchtsäfte. Das Wasser sollte Natrium enthalten. Leitungswasser ist kochsalzarm und daher an heißen Tagen weniger geeignet.

Ältere Menschen leiden besonders unter der Hitze, weil sie an heißen Tagen viel zu wenig trinken. Ihnen fehlt das Durstgefühl. Das kann dazu führen, dass sie verwirrt sind. Grundsätzlich sollten sie sich lieber nur im Schatten aufhalten.

Flüssigkeitsverlust ausgleichen

Stellen sich aufgrund von Hitze Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung, Übelkeit oder gar Benommenheit ein, sind das deutliche Anzeichen für Flüssigkeitsmangel. Normalerweise sollte man mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken. An heißen Tagen benötigt der Mensch jedoch erheblich mehr. Tipp: Am besten stellt man sich die Menge Wasser, die im Tagesverlauf getrunken werden soll, schon morgens auf den Tisch und trinkt sie im Laufe des Tages weg.

Kühl, aber nicht eiskalt

Auf eiskalte Getränke sollte man an heißen Tagen ganz verzichten. Die löschen nur vorübergehend den Durst und führen dazu, dass man noch mehr schwitzt. Wenn Sie Kaffee trinken möchten, dann wie in mediterranen Gefilden üblich mit einem Glas Mineralwasser dazu. Besser ist etwas Salzhaltiges wie eine Tasse Gemüsebrühe. Alkohol weitet die Gefäße, das kann der Kreislauf jetzt gar nicht gebrauchen.

Gut an heißen Tagen sind leicht verdauliche Mahlzeiten, beispielsweise eine Suppe mit Brot. Außerdem sollte man wasserreiches Obst und Gemüse essen wie Melonen, Gurken und Paprika. Sie enthalten neben viel Flüssigkeit auch viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Tierische Fette sollten an heißen Tagen gemieden werden. Denn die belasten die Durchblutung im Darm. Das kann dazu führen, dass der Blutdruck zu niedrig ist. Eine kleine Erholungspause nach dem Mittagessen - ähnlich einer "Siesta" - ist eine Wohltat. Der Alltag lässt das leider nur selten zu. Falls die Möglichkeit besteht: Ein kurzes Nickerchen im Schatten steigert sicher auch die Leistungsfähigkeit am Nachmittag.

Gesundheitsgefahr Ozon

Bei länger anhaltenden Schönwetter-Perioden steigen die Ozonwerte. Etwa jeder zehnte Deutsche reagiert empfindlich darauf. Ozon wirkt an der Oberfläche des Atemtraktes und dringt durch seine geringe Wasserlöslichkeit bis an die Zellen des Lungengewebes vor, wo es die Zellmembran schädigen kann. Je höher das Atemvolumen, desto eher kommt es zu Beschwerden wie Husten, Kopfschmerzen, Augenreizung oder Asthma. Deshalb sollte man bei hoher Ozonbelastung nicht lange Sport im Freien treiben.

Bei einer Konzentration von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft kann die Gesundheit gefährdet werden. Die gesundheitsschädigende Wirkung hängt aber nicht nur von der Konzentration, sondern auch von der Dauer der Einwirkung und der eingeatmeten Menge ab. Vor allem Kleinkinder und Säuglinge sind in Gefahr, weil ihr Atemvolumen im Verhältnis zur Körpergröße relativ groß ist. Auch ältere Menschen und Herzkranke haben ein erhöhtes Risiko.

Besondere Belastung für Kinder

Kinder können nicht wie Erwachsene schwitzen. Deshalb sollten die Eltern darauf achten, ihnen leichte, atmungsaktive Kleidung anzuziehen - keine Synthetik-Klamotten, sondern Naturfasern wie Baumwolle. Auf keinen Fall darf man Kinder bei Hitze im Auto lassen, auch nicht für zwei Minuten. Denn im Auto sind 60 Grad schnell erreicht. Und: Wer sein Kind dennoch im Auto lässt, muss mit einer Strafanzeige rechnen. Das gilt übrigens auch für Tiere.

Sport und Sonne meiden

Da der Körper mit der Hitze genug zu kämpfen hat, sollte er nicht zusätzlich belastet werden. Wer sich bewegen will, kann spazieren oder schwimmen gehen, sollte aber keinen anstrengenden Sport wie Joggen betreiben, weil das den Energieumsatz erhöht und den Körper zusätzlich aufheizt. Wer aufs Laufen nicht ganz verzichten will, sollte es auf die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegen.

Am besten setzt man sich an extrem warmen Tagen der Sonne gar nicht aus. Die UVB-Belastung sorgt für Stress und der Körper ist schnell überfordert. Die Klimaanlage nicht zu kalt einstellen, denn der rasche Wechsel von Temperaturen strengt an.

Bei Hitzestau: Beine kühlen

Für schnelle Abkühlung sorgt kaltes Wasser auf der Innenseite der Handgelenke. Sackt tatsächlich der Kreislauf zusammen, heißt es: hinlegen und im Liegen viel trinken. Einen Hitzestau erkennt man am roten Kopf. In dem Fall Beine und Kopf mit einem nassen Handtuch kühlen oder die Füße in ein kaltes Fußbad stellen.

Sonnenstich und Hitzschlag

Allgemeines

Wer sich lange und ungeschützt der Sonne aussetzt, riskiert einen Sonnenstich. Durch die Sonnenstrahlen kommt es dabei zu einer Erhitzung des Schädels und als Folge zu einer Irritation der Hirnhäute. Dies kann zu einer Entzündungsreaktion im ganzen Körper führen. Beim Hitzschlag handelt es sich um eine schwere akute Erkrankung, die unbedingt notfallmäßig versorgt werden muss.

Symptome bei Sonnenstich

Typische Symptome, die auf einen Sonnenstich hinweisen, sind ein geröteter Kopf sowie Unruhe, Kopfschmerzen und Übelkeit. Manche Betroffene müssen sich auch übergeben. Darüber hinaus können Ohrgeräusche und Bewusstseinsstörungen auftreten. Typisch sind zudem Nackenschmerzen, die mit einer Nackensteifigkeit einhergehen können.

Erste Maßnahmen bei Sonnenstich

Patienten mit einem Sonnenstich müssen sofort aus der Sonne gebracht werden. Der Kopf sollte anschließend mit feuchten, kühlen Tüchern, jedoch nicht mit Eiswürfeln gekühlt werden. Zudem sollten Betroffenen etwas zum Trinken verabreicht werden. Am besten sind Wasser oder Saftschorlen. Kommt es zu starkem Erbrechen oder Bewusstseinseintrübungen, sollten Sonnenstichpatienten umgehend medizinisch versorgt werden: Hierzu sollte man Betroffene ins Krankenhaus bringen oder den Notarzt verständigen.

Was hilft noch?

Wenn Sonnenstichpatienten an starken Kopfschmerzen leiden, ist die Einnahme von Schmerzmitteln, wie Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure ratsam. Zudem ist bei einem Sonnenstich Bettruhe erforderlich, bis die Symptome wieder abgeklungen sind. Um sich vor einem Sonnenstich zu schützen, sollte man eine Kopfbedeckung tragen. Dies gilt vor allem für Säuglinge, deren Schädeldecke wesentlich dünner und damit wesentlich empfindlicher ist. Außerdem sollte man mehr Flüssigkeit als üblich zu sich nehmen. Hier gilt für Erwachsene: mindestens einen halben Liter mehr als üblich trinken.

Auslöser für Hitzschlag

Ausgelöst wird ein Hitzschlag durch körperliche Überanstrengung in heißer Umgebung. Betroffen sind beispielsweise Saunabesucher, die zu lange in der Sauna bleiben oder Sportler.

Hitzschlag-Symptome

Bei einem Hitzschlag kommt es, anders als beim Sonnenstich, zu einer lebensgefährlichen Erhöhung der Körpertemperatur von 40 Grad Celsius und mehr. Die Ursache hierfür ist ein Versagen des körpereigenen Temperatur-Regulierungssystems. Dadurch versagt die Schweißproduktion und es entsteht ein Wärmestau. Typische Symptome eines Hitzschlags sind neben dem Temperaturanstieg Bewusstseinseintrübungen und Muskelkrämpfe. Beim Hitzschlag zeigt auch die Haut Symptome: Sie ist am ganzen Körper hochrot bis blaurot und fühlt sich heiß und trocken an.

Sofort-Maßnahmen bei Hitzschlag

Hitzschlagpatienten müssen sofort aus der heißen Umgebung gebracht und flach aber mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden. Zudem ist sofort der Notarzt zu rufen. Anschließend sollten sie am ganzen Körper mit feuchten Tüchern gekühlt oder mit Wasser beträufelt werden. Ziel der Behandlung ist es, die gefährlich erhöhte Körpertemperatur wieder zu reduzieren. Bei Hitzschlag Patienten müssen bis zum Eintreffen des Notarztes Puls, Herzschlag und Atmung ständig kontrolliert werden. Wenn Patienten das Bewusstsein verlieren sind diese in die stabile Seitenlage zu bringen. Sollte die Atmung versagen, muss eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt werden.

Zur Vorbeugung

Um einem Hitzschlag vorzubeugen, sollte man sich in größerer Hitze auf keinen Fall überanstrengen. Zudem sollte man sich leicht kleiden und möglichst im Schatten aufhalten. Außerdem ist auf die Aufnahme von genügend Flüssigkeit zu achten. Am besten eignet sich Mineralwasser, ungesüßte Tees sowie Saftschorlen.

20.06.2014

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