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PRAXIS täglich  | 29.06.2015  Hautschutz nach Maß

Zu viel Sonnenlicht hat seine Schattenseiten

Wer sich zu häufig und zu lange der Sonne aussetzt, riskiert nachhaltige, gesundheitliche Schäden. So erhöht nicht nur jeder Sonnenbrand, sondern auch jedes Sonnenbad das Hautkrebsrisiko.  

Mutter reibt Rücken ihres Sohnes ein

Mit Sonnencreme kann man seine Verweildauer in der Sonne verlängern - aber nicht unbegrenzt.

(Quelle: imago)

Der sorglose Umgang mit der Sonne ist nach Ansicht vieler Dermatologen der Grund, warum die Zahl der Hautkrebserkrankungen dramatisch ansteigt. Verantwortlich dafür ist die UV-Strahlung des Sonnenlichtes. Die kurzwelligen, aber energiereichen UV-B-Strahlen erreichen nur die oberen Hautschichten. Sie sorgen für Bräune, aber auch für Sonnenbrände.

Ultraviolett und gefährlich

Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Zellen der Oberhaut durch intensive oder lange Strahleneinwirkung geschädigt werden. Die langwelligen UV-A-Strahlen sind zwar energieärmer, aber nicht weniger gefährlich. Sie dringen tief in die Haut ein. Die Folge ist eine vorzeitige Hautalterung. Die Haut wird schlaff und faltig. Zudem können UV-A-Strahlen die Erbsubstanz der Zellen schädigen, ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs.
Margerite vor Sonne
Somme - Sonne - Hitze (Quelle: dpa)

Die Intensität der UV-Strahlung hängt von verschiedenen Faktoren wie der Jahres- und Tageszeit, dem Wetter sowie von der geographischen Lage und der Umgebung ab. Dichte Bewölkung reduziert die Stärke der UV-Strahlung, hebt sie aber nicht auf. Wasser und Sand reflektieren die UV-Strahlung und verstärken sie. Um die Bevölkerung über das regionale Sonnenbrandrisiko zu informieren, wurde der "UV-Index" eingeführt. Als Faustregel gilt: Je geringer der UV-Index, desto geringer die UV-Belastung.

Lichtschutzfaktor je nach Hauttyp

Eigenschutzzeit: Bei Europäern liegt die "Eigenschutzzeit", also die Zeit, die man sich ohne Schutz in der Sonne aufhalten kann, je nach Hauttyp und Strahlungsintensität bei etwa fünf bis 20 Minuten. Grundsätzlich unterscheiden Dermatologen zwischen vier Hauttypen.

Während Menschen mit blasser oder sommersprossiger Haut, hellblondem oder rotem Haar rasch einen Sonnenbrand bekommen und nicht braun werden (Typ I), bekommen dunkelhäutigere Menschen mit braunem oder schwarzem Haar seltener einen Sonnenbrand und werden schnell braun (Typ IV).

So schützen Sie Ihre Haut!

Die Eigenschutzzeit der Haut kann durch die Wahl eines Sonnenschutzmittels mit entsprechendem Lichtschutzfaktor (LSF) verlängert werden. Der Lichtschutzfaktor ist das Maß für die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und ein Anhaltspunkt, um wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

Schon vor dem Sonnenbad eincremen

Babys und Kleinkinder unter einem Jahr gehören überhaupt nicht in die Sonne. Auch danach sollten Kinder möglichst wenig der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, denn bis zum 14. Lebensjahr ist der Reparaturmechanismus der Haut noch nicht ausgebildet. Sonnenschutzmittel werden erst ab Ende des ersten Lebensjahres als geeigneter Schutz angesehen.

Der einfachste, wirksamste und sicherste Schutz vor Sonnenlicht sind Schatten und sonnengerechte Kleidung (zum Beispiel UV-Schutz-Kleidung). In der Mittagszeit sollte man die Sonne ganz meiden. Die Haut langsam an die Sonne gewöhnen und sich anfangs möglichst nur im Schatten aufhalten. Grundsätzlich gilt: Ohne Sonnenschutz kein Sonnenbad! Die Stärke des Sonnenschutzmittels muss auf den jeweiligen Hauttyp und die Strahlungsintensität abgestimmt werden. Viel hilft viel! Sonnenschutzmittel immer reichlich und sorgfältig auftragen.

Verzögerte Wirkung

Viele Sonnenschutzmittel entfalten erst nach 30 Minuten ihre volle Wirkung. Deshalb: Schon eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad gründlich eincremen. Auch dann ein Sonnenschutzmittel auftragen, wenn etwa durch Bewölkung keine direkte Sonneneinstrahlung besteht. Regelmäßig eincremen, besonders nach dem Baden. Das erhält die Schutzwirkung, verlängert sie aber nicht. Deshalb: Raus aus der Sonne, wenn die Zeit vorbei ist.

29.06.2015

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