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PRAXIS täglich  | 09.05.2016  Hautschutz nach Maß

Zu viel Sonnenlicht hat seine Schattenseiten

Wer sich zu häufig und zu lange der Sonne aussetzt, riskiert nachhaltige gesundheitliche Schäden. So erhöht nicht nur jeder Sonnenbrand, sondern auch jedes Sonnenbad das Hautkrebsrisiko. 

Operierte Haut mit Naht

Schwarzer Hautkrebs

Der schwarze Hautkrebs gehörte bisher zu den Krankheiten mit der höchsten Sterberate. Neue zielgerichtete Kombinationstherapien und Immuntherapien lassen die Überlebensraten deutlich steigen.

(09.05.2016)
Mutter reibt Rücken ihres Sohnes ein

Mit Sonnencreme kann man seine Verweildauer in der Sonne verlängern - aber nicht unbegrenzt.

(Quelle: imago)

Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung überhaupt. Jährlich erkranken daran in Deutschland mehr als 200.000 Menschen. Dabei betreffen mehr als 20.000 Diagnosen den gefährlicheren „schwarzen“ Hautkrebs (Melanom).

Der sorglose Umgang mit der Sonne ist nach Ansicht vieler Dermatologen der Grund, warum die Zahl der Hautkrebserkrankungen dramatisch ansteigt. Verantwortlich dafür ist die UV-Strahlung des Sonnenlichts. Die kurzwelligen, aber energiereichen UV-B-Strahlen erreichen nur die oberen Hautschichten. Sie sorgen für Bräune, aber auch für Sonnenbrände.

Margerite vor Sonne
Die Sonneneinstrahlung wird zum Sommer hin intensiver. (Quelle: dpa)

Ultraviolett und gefährlich

Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Zellen der Oberhaut durch intensive oder lange Strahleneinwirkung geschädigt werden. Die langwelligen UV-A-Strahlen sind zwar energieärmer, aber nicht weniger gefährlich. Sie dringen tief in die Haut ein. Die Folge ist eine vorzeitige Hautalterung. Die Haut wird schlaff und faltig. Zudem können UV-A-Strahlen die Erbsubstanz der Zellen schädigen, ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs.

Die Intensität der UV-Strahlung hängt von verschiedenen Faktoren wie der Jahres- und Tageszeit, dem Wetter sowie von der geografischen Lage und der Umgebung ab. Dichte Bewölkung reduziert die Stärke der UV-Strahlung, hebt sie aber nicht auf. Wasser und Sand reflektieren die UV-Strahlung und verstärken sie. Um die Bevölkerung über das regionale Sonnenbrandrisiko zu informieren, wurde der "UV-Index" eingeführt. Als Faustregel gilt: Je geringer der UV-Index, desto geringer die UV-Belastung.

Lichtschutzfaktor je nach Hauttyp

Bei Europäern liegt die "Eigenschutzzeit", also die Zeit, die man sich ohne Schutz in der Sonne aufhalten kann, je nach Hauttyp und Strahlungsintensität bei etwa fünf bis 20 Minuten. Grundsätzlich unterscheiden Dermatologen zwischen vier Hauttypen.

Während Menschen mit blasser oder sommersprossiger Haut, hellblondem oder rotem Haar rasch einen Sonnenbrand bekommen und nicht braun werden (Typ I), bekommen dunkelhäutigere Menschen mit braunem oder schwarzem Haar seltener einen Sonnenbrand und werden schnell braun (Typ IV).

So schützen Sie Ihre Haut!

Die Eigenschutzzeit der Haut kann durch die Wahl eines Sonnenschutzmittels mit entsprechendem Lichtschutzfaktor (LSF) verlängert werden. Der Lichtschutzfaktor ist das Maß für die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und ein Anhaltspunkt, um wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

Rechtzeitig eincremen

Babys und Kleinkinder unter einem Jahr gehören überhaupt nicht in die Sonne. Auch danach sollten Kinder möglichst wenig der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, denn bis zum 14. Lebensjahr ist der Reparaturmechanismus der Haut noch nicht ausgebildet. Sonnenschutzmittel werden erst ab Ende des ersten Lebensjahrs als geeigneter Schutz angesehen.

Der einfachste, wirksamste und sicherste Schutz vor Sonnenlicht sind Schatten und sonnengerechte Kleidung (zum Beispiel UV-Schutz-Kleidung). In der Mittagszeit sollte man die Sonne ganz meiden, ansonsten die Haut langsam an die Sonne gewöhnen und sich anfangs möglichst nur im Schatten aufhalten. Grundsätzlich gilt: Ohne Sonnenschutz kein Sonnenbad! Die Stärke des Sonnenschutzmittels muss auf den jeweiligen Hauttyp und die Strahlungsintensität abgestimmt werden. Viel hilft viel! Sonnenschutzmittel immer reichlich und sorgfältig auftragen.

Verzögerte Wirkung

Viele Sonnenschutzmittel entfalten erst nach 30 Minuten ihre volle Wirkung. Deshalb: Schon eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad gründlich eincremen. Auch dann ein Sonnenschutzmittel auftragen, wenn etwa durch Bewölkung keine direkte Sonneneinstrahlung besteht. Regelmäßig eincremen, besonders nach dem Baden. Das erhält die Schutzwirkung, verlängert sie aber nicht. Deshalb: Raus aus der Sonne, wenn die Zeit vorbei ist.

Am besten die Sonne meiden

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Hautkrebs ist es, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Wenn man sich der Sonne aussetzt, sollte man dies nur mit hohem Lichtschutzfaktor tun. Zur frühen Erkennung eines Krebses sollte man regelmäßig seine Haut selbst untersuchen und bei auftretenden Veränderungen rasch zum Arzt gehen.

Zudem ist es ratsam, die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung zur Hautkrebsfrüherkennung wahrzunehmen. Ab 35 Jahren bietet der Gesetzgeber Männern und Frauen die Möglichkeit, beim Hautarzt ein Hautkrebs-Screening machen zu lassen und dieses alle zwei Jahre zu wiederholen. Dabei wird die gesamte Haut auf Anzeichen von Hautkrebs und Krebsvorstufen untersucht.

Fragen zum Thema Hautkrebs

Warum sollte ich mich untersuchen lassen?

Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 140.000 Menschen neu an Hautkrebs. Es ist die häufigste Krebserkrankung. Hautkrebs kann man sowohl sehr gut erkennen als auch – im Frühstadium – gut behandeln. Durch Früherkennung lässt sich die Schwere der Erkrankung mindern. Hautkrebs tritt oft in gut sichtbaren Bereichen wie dem Gesicht auf. Eine frühe Entdeckung und Behandlung ist wichtig, um Auffälligkeiten oder sogar Entstellungen zuvorzukommen.

Lassen Sie sich deshalb alle zwei Jahre vom Arzt untersuchen!

(Quelle: Deutsche Krebshilfe)

Was erwartet mich bei der Untersuchung?

Der Arzt erkundigt sich zunächst nach Ihrem Gesundheitszustand und möglichen Vorerkrankungen. Danach erfolgt die Ganzkörperuntersuchung. Hautkrebs kann am ganzen Körper auftreten und nicht nur an Körperstellen, die der Sonne besonders ausgesetzt sind. Deshalb wird Ihre Haut vom Scheitel bis zur Sohle überprüft. Dafür müssen Sie sich komplett entkleiden. Denn nur so kann der Arzt mögliche Auffälligkeiten erkennen. Abschließend klärt er Sie über Ihre persönlichen Risikofaktoren auf und gibt Ihnen Tipps für Ihre Hautgesundheit.

Das Hautkrebs-Screening ist eine schonende Krebsfrüherkennungsuntersuchung, die vollkommen ohne apparative Hilfsmittel auskommt.

(Quelle: Deutsche Krebshilfe)

Wie kann ich mich vorbereiten?

Da Hautkrebs auch unter den Nägeln entstehen kann, entfernen Sie vor dem Screening Nagellack von Finger- und Zehennägeln. Auch Körperschmuck wie Ohrstecker oder Piercings können dem Arzt das Erkennen kleiner Veränderungen erschweren.

Verzichten Sie außerdem auf Make-up: Vor allem der „helle Hautkrebs“ ist mit Make-up kaum zu entdecken. Da der Arzt Ihre Kopfhaut genau untersucht, sollten Sie auch auf aufwendige Frisuren (kein Gel, Haarspray, keine Zöpfe) verzichten. Planen Sie für die gesamte Untersuchung etwa eine Viertelstunde ein.

(Quelle: Deutsche Krebshilfe)

Zu welchem Arzt kann ich gehen?

Sie haben die Wahl: Gehen Sie entweder zum Hausarzt oder Hautarzt. Wichtig ist, dass er für das Hautkrebs-Screening zertifiziert ist, das heißt er hat an einer Fortbildung teilgenommen und kann die Untersuchung als gesetzliche Kassenleistung abrechnen.

(Quelle: Deutsche Krebshilfe)

Muss ich für das Screening bezahlen?

Wie bei allen anderen gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten.

Eventuell bietet Ihnen Ihr Arzt an, als Zusatzleistung ein Auflichtmikroskop („Dermatoskop“) zu verwenden. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Durchführung des Hautkrebs-Screenings ohne Auflichtmikroskop beschlossen. Trotzdem steht es jedem Arzt frei, ein Dermatoskop zu nutzen. Ob das Auflichtmikroskop Teil des Screenings wird, muss noch wissenschaftlich überprüft werden.

Die Auflichtmikroskopie ersetzt nicht die eventuell notwendige feingewebliche Untersuchung (Histologie). Nur diese erbringt letztlich den Beweis, ob eine verdächtige Hautstelle ein Hautkrebs ist.

(Quelle: Deutsche Krebshilfe)

Was geschieht, wenn mein Hausarzt etwas findet?

Sollte Ihr Hausarzt eine Auffälligkeit an Ihrer Haut feststellen, überweist er Sie zur Abklärung an einen Hautarzt (Dermatologen). Auch durch diese präventive Überweisung entstehen für Sie keine Kosten.

(Quelle: Deutsche Krebshilfe)

Was geschieht, wenn sich der Verdacht bestätigt?

Ein Verdacht auf Hautkrebs bedeutet noch nicht, dass Sie wirklich erkrankt sind. Wenn der Dermatologe die betreffende Hautstelle auch für abklärungsbedürftig hält, entnimmt er eine Probe (Biopsie).

Dies ist dann nicht mehr Teil des Hautkrebs-Screenings  - zusätzliche Gebühren können anfallen. Oftmals rechnet Ihr Arzt die Biopsie aber direkt mit Ihrer Krankenkasse ab. Erst die feingewebliche Untersuchung im Labor (Histologie) gibt Aufschluss, ob es sich tatsächlich um Krebszellen handelt.

Wenn Ihr Arzt Entwarnung gibt und Sie keinen Hautkrebs haben, können und sollten Sie zwei Jahre danach wieder zum Screening gehen.

Sollte bei Ihnen Hautkrebs festgestellt werden, kümmert sich Ihr Hautarzt um Behandlung und Nachsorge.

(Quelle: Deutsche Krebshilfe)

 

09.05.2016

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