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Top-Thema  |  05.04.2013 

Rette dein Erspartes!

Welche Geldanlage ist heutzutage noch sicher?

Die Zypern- und die Eurokrise scheinen der deutschen Börse nichts anhaben zu können: Der DAX befindet sich schon länger im Höhenflug - ein Ende ist nicht in Sicht. Schon interessieren sich die Sparer wieder verstärkt für Aktien. Doch ist das Geld in Aktien wirklich sicher angelegt? Welche anderen Anlageoptionen werfen auch in Zeiten der Krise Zinsen ab? 

Aktien - Sollte man jetzt investieren?

Der DAX befindet sich im Höhenflug und die Investition in Aktien wird für viele Anleger wieder attraktiv. Marc Tüngler von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz weiß, ob sich Aktien jetzt lohnen.

(05.04.2013)

Alternativen zum Sparbuch

Bei welcher Anlageform ist gespartes Geld sicher?

(30.10.2012)

Zu Krisenzeiten interessiert die Menschen vor allem eines: Wie bringe ich mein Geld in Sicherheit? Denn wer gespart hat, will möglichst lange etwas davon haben - und am liebsten möchte man sein Geld vermehren. Das Sparbuch ist dafür eine denkbar schlechte Möglichkeit. Zwar ist dort geparktes Geld durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro abgesichert, doch die Zinsen sind derzeit so niedrig, dass es sich als Geldanlage nicht lohnt.

Wer eine Geldanlage mit höherer Rendite sucht, sollte sich nach Alternativen umsehen. Vor allem Aktien scheinen es den Sparern aktuell angetan zu haben: Gute Konjunkturprognosen, volle Auftragsbücher und ein stabil niedriges Arbeitslosenniveau beflügeln aktuell den Aktienmarkt. Aber am Horizont stehen auch graue Wolken: Der Euroraum steckt in der Rezession, die Schuldenkrise ist noch nicht ausgestanden. Aktien sind derzeit zwar noch recht günstig zu haben - Rückschläge müssen aber immer in Kauf genommen werden. Mit seinem gesamten Ersparten auf Aktien zu setzen, ist daher keine wirklich sichere Alternative.

Aktien und Aktienfonds

"Zu einem gut sortierten Portfolio können Aktien und Fonds durchaus dazu gehören", sagt Annabel Oelmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dennoch bergen sie auch das Risiko von Verlusten, zum Beispiel bei Kursstürzen an der Börse. Die eigene Risikobereitschaft sowie die Erfahrung mit Aktien und dem Aktienmarkt spielen deswegen eine große Rolle. Eine Anlage in Aktien sollte eher langfristig konzipiert werden - dann bietet sie Aussicht auf gute Renditen, da sich die Aktien unabhängig von der Inflation entwickeln. Unerfahrene Anleger sollten dabei bevorzugt auf Fonds oder ETFs setzen, um die Risiken zu minimieren.

Mit ETFs werden so genannte passiv gemanagte Investmentfonds bezeichnet (Exchanged Traded Funds), bei denen nicht in einzelne Aktien investiert wird, sondern in einen Aktienindex, etwa den DAX. "Das ist ein grundlegender Unterschied zu herkömmlichen Investmentfonds", erklärt Oelmann. Während Anleger die Fonds in der Regel direkt von der Fondsgesellschaft kaufen (vermittelt durch eine Bank), wird bei ETFs in der Regel keine aktive Wertpapierauswahl betrieben. Sie beschränken sich darauf, die Entwicklung eines Börsenindexes abzubilden. Vorteil für den Anleger: Die laufende Managementgebühr ist deutlich geringer als bei herkömmlichen Investmentfonds.

Aktien-Tipps von Marc Tüngler

Sollte man jetzt einsteigen?

Marc Tüngler von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz:
"Je höher die Kurse, umso schwieriger wird die Auswahl der richtigen Aktien. Privatanleger versuchen immer den besten Einstieg zu finden, den gibt es aber nicht. Man sollte eher mehr Zeit darauf verwenden, die Geschäftsmodelle der Unternehmen zu studieren und auszuloten, welche davon funktionieren."

Worauf sollten Aktien-Neulinge achten?

Marc Tüngler:

"Die erste Anlegerpflicht lautet: 'Kaufe nur, was Du auch verstehst'. Zunächst sollte man sich auf die großen Unternehmen konzentrieren, also jene, die im DAX und M-DAX gelistet sind. Wichtig ist, dass das infrage kommende Unternehmen Gewinn machen und auch über mehrere Jahre bereits erfolgreich gewesen sein sollte. Das Unternehmen sollte mit einer guten Dividende die Aktionäre am Erfolg teilhaben lassen."

Eher in Einzelwerte oder in Fonds investieren?

Marc Tüngler:
"Das hängt davon ab, wie viel Geld und Zeit zur Verfügung steht. Einzelaktien sind spannender, weil man direkt am Unternehmen beteiligt ist und Entwickungen intensiver erlebt. Fonds sind nichts anderes als eine Vermögensverwaltung. Leider zeigen 80 Prozent aller Fondsmanager, dass sie es nicht schaffen, gegen Einzelaktien anzukommen. Man sollte sich nicht ausschließlich vom Berater abhängig machen."

Sollte man nur wegen der Dividende Aktien kaufen?

Marc Tüngler:
"Das Thema 'Dividende' ist besonders attraktiv geworden, weil die Zinsen so niedrig sind und viele Unternehmen Dividenden mit einer Rendite von sechs bis sieben Prozent zahlen. Für Festgeld bekommt man nur rund ein Prozent. Da fällt die Wahl schnell auf Aktien."

Wer sollte von Aktien lieber die Finger lassen?

Marc Tüngler:
"Wer keine Zeit hat oder nicht weiß, wie die Börse funktioniert, sollte von Aktien absehen. Auch wer ruhig schlafen will, wer Geld fix braucht, um andere Anschaffungen zu finanzieren, sollte alternative Anlagemöglichkeiten in Betracht ziehen."

Gold als Geldanlage

Für Positivschlagzeilen sorgte in der Vergangenheit immer wieder der Goldkurs, auch wenn der steile Höhenflug zunächst gestoppt scheint. Das Risiko, das einer Geldanlage in Gold zugrunde liegt, ist nur schlecht kalkulierbar, da dabei ausschließlich auf Kurserträge gesetzt wird. Rendite in Form von Zinsen oder Dividenden gibt es nicht.

"Hier kann niemand verlässlich sagen, wie sich die Kurse zukünftig entwickeln", gibt Annabel Oelmann zu bedenken und rät, nur einen kleinen Teil des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. In der Vergangenheit seien inflationsbereinigt mit Gold häufig auch Verluste erzielt worden.

Immobilien als Geldanlage

In unsicheren Zeiten gewinnen Immobilien als Geldanlage an Bedeutung. Wer ohnehin plane, eine Immobilie zu finanzieren, könne dies auch tun, rät Oelmann. Allerdings sollte die Furcht vor einer Inflation nicht der ausschlaggebende Grund dafür sein. Neben dem passenden Objekt zu einem vernünftigen Preis ist vor allem ein schlüssiges Finanzierungskonzept wichtig.


Sicheres Tagesgeldkonto

Erspartes auf einem Tagesgeldkonto anzulegen, erfreut sich großer Beliebtheit. Jedoch bringt Tagesgeld derzeit im Durchschnitt weniger als 1,5 Prozent Zinsen - weniger als die Inflationsrate. "Wer viel Geld auf dem Tagesgeldkonto liegen hat, macht derzeit also unter dem Strich Verluste", sagt Oelmann. Allerdings gilt: Wenn die Inflation steigt, dann steigen normalerweise auch die Zinsen. Langfristig gesehen können die Zinsen die Inflation zumindest ausgleichen.

"Hohe Renditen darf man aber zu keiner Zeit erwarten", schränkt die Expertin ein. Dafür müsse man sein Geld für einige Jahre fest anlegen. Die Kehrseite: Steigt die Inflation während der Anlagefrist, dann steigen die Zinsen nicht mit. Bei einem unerwarteten Anstieg der Inflation drohen bei fest angelegtem Geld also reale Verluste. Für Neukunden können Tagesgeld-Angebote dennoch lukrativ sein: Oft locken die Anbieter mit besonders hohen Zinsen für einen begrenzten Zeitraum. Hier gilt es, die Konditionen genau zu prüfen. Wichtig ist es, dass die Bank dem europäischen Einlagensicherungsfonds angehört. Nur dann ist gewährleistet, dass das Ersparte bei einer Insolvenz auch abgesichert ist. Dies ist vor allem angesichts der zahlreichen ausländischen Anbieter wichtig, die seit sich seit geraumer Zeit auf dem deutschen Markt tummeln.

Online sparen

Ähnlich wie das Tagesgeldkonto funktioniert das Online-Sparen: Der Sparer legt ein separates Onlinekonto an, auf das er Geld einzahlen kann. Über das Guthaben kann er jeden Tag verfügen. Die Zinsen liegen etwas über den aktuellen Zinsen für Tagesgeldkonten bei rund zwei Prozent.

Schatzbriefe sind sicher

Staatliche Wertpapiere wie Bundesschatzbriefe sind eine sehr sichere Geldanlage. Allerdings ist die Rendite eher mager und die Laufzeiten sind mit sechs bis sieben Jahren recht lang. Aber: Nur im Falle eines Staatsbankrotts Deutschlands wäre das eingezahlte Geld verloren. "Falls dieser Fall jemals eintreten sollte, dürften aber auch die gesetzlichen Einlagensicherungen und wahrscheinlich auch die privaten Einlagensicherungen der Banken wenig Wert haben", mutmaßt Oelmann. Generell rät sie, die Arten der Geldanlagen zu streuen. Dies sei der beste Schutz vor inflationsbedingten Verlusten.

"Eine Vollkaskoversicherung gegen Geldentwertung gibt es aber nicht", fügt sie an. Es gebe auch einige Produkte, in die eine Art Inflationsschutz eingebaut ist, zum Beispiel inflationsindexierte Anleihen der Bundesrepublik Deutschland. "Hier sollten Verbraucher aber nicht blind zuschlagen, sondern prüfen, ob das Produkt überhaupt zu ihnen passt", sagt Oelmann. Außerdem seien Sachwerte wie Aktien oder Aktienfonds zum Abfedern der Inflationsverluste geeignet.

Inflationszertifikate oft intransparent

Inflationszertifikate, die einen Schutz des Anlegers vor Inflationsverlusten versprechen, sind oft nur schwer zu durchschauen. Viele Anbieter können so versteckte Kosten einbauen. Hinzu kommt: Zertifikate sind Schuldverschreibungen des anbietenden Kreditinstituts. Sie bergen also immer ein Emittentenrisiko. "Wird die herausgebende Bank insolvent, droht Anlegern ein Totalverlust wie im Falle der Lehmann-Zertifikate 2008", warnt Annabel Oelmann. Gerade als Vorsorge für kommende Krisenzeiten seien sie daher nicht empfehlenswert.

05.04.2013, Quelle: dpa, ZDF

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