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PRAXIS täglich  | 18.06.2014  Gefahren am Pool

So vermeidet man Sonnenbrand, Unfälle und Co.

Sommer, Sonne, Urlaubszeit - wenn das Thermometer in die Höhe schnellt, lässt es sich prima im Schwimmbad oder am Hotelpool aushalten. Zur kurzen Abkühlung geht es ins Wasser, ehe man sich wieder auf seine Liege zurückzieht. Doch Gefahren lauern oft dort, wo man sie gar nicht erwartet. 

Hotelpool

Am Hotelpool soll man sich entspannen - am besten gelingt das, wenn man zumindest einige Verhaltensregeln einhält.

(09.07.2012 Quelle: imago)

Wer unbeschwert den Sommer genießen will, sollte gerade bei längeren Aufenthalten im Freien, vor allem im Schwimmbad, einige Verhaltensregeln beachten. Dann lassen sich Sonnenbrand oder Sonnenstich sowie viele andere mögliche Verletzungen vermeiden.

Bei Sonne und Hitze

Bei längeren Aufenthalten im Freien gilt es zu bedenken, dass die UV-Strahlung im Sommer grundsätzlich stärker ist als in den Wintermonaten. Daran muss sich die Haut langsam gewöhnen. Empfindliche Haut sollte deshalb nicht länger als eine Viertelstunde der Sonne ausgesetzt werden. Besonders intensiv ist die Strahlung in der Mittagssonne.

Eine Kopfbedeckung schützt den Kopf und die Ohren. Zum Schutz der Augen ist eine Sonnenbrille von guter Qualität wichtig. Unbedeckte Körperpartien sollten bereits einige Zeit vor dem Sonnenbad eingecremt werden. Dabei gilt es, den geeigneten Lichtschutzfaktor auszuwählen. Das Eincremen, möglichst mit wasserfester Sonnencreme, muss regelmäßig wiederholt werden.
Für die empfindliche Haut von Säuglingen und Kleinkindern gibt es spezielle Sonnencremes. Die Einnahme von Calcium-Tabletten und ausreichend Flüssigkeitszufuhr sind ebenfalls geeignete Maßnahmen, um einem Sonnenbrand vorzubeugen. Ein zu langer Aufenthalt in der prallen Sonne erhöht das Risiko einer vorzeitigen Hautalterung und für Hautkrebs.

Was tun, wenn...?

Wer doch einen Sonnenbrand bekommt, sollte ihn kühlen und viel trinken. Zu einem Hitzekollaps oder einer Hitzeerschöpfung kann es besonders dann kommen, wenn nicht ausreichend getrunken wird. Es kommt zu Symptomen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel und gegebenenfalls auch zu einer kurzen Bewusstlosigkeit. Betroffene müssen schnell in den Schatten, Bewusstlose zudem in die stabile Seitenlage. Der Bademeister oder ein Notarzt können Erste Hilfe leisten. Kühlung ist wichtig, außerdem müssen Flüssigkeit und Elektrolyte zugeführt werden.

Ähnliche Symptome und oft auch Nackenschmerzen ruft ein Sonnenstich hervor. Er entsteht unter der anhaltenden Wärmestrahlung auf Kopf und Nacken. Lebensgefährlich kann ein Hitzschlag werden, der zusätzlich meist mit Fieber verbunden ist. Das Risiko für Kreislaufprobleme oder einen Hitzschlag wird durch Alkoholkonsum im Schwimmbad oder Sport in der prallen Sonne zusätzlich verstärkt.

Am Becken und im Wasser

Viele Verletzungen resultieren aus dem Aus- oder Abrutschen am Beckenrand, auf Treppen oder auf Sprungblöcken und Sprungbrettern. Bei Schürfwunden, Prellungen, Verstauchungen oder gar Brüchen muss die sportliche Aktivität eingestellt werden. Schwimmbäder sind in der Regel gut für Erste-Hilfe-Maßnahmen gerüstet. Wunden können desinfiziert und verbunden und die betroffene Körperstelle ruhig gestellt werden.

Häufig sind Selbstüberschätzung und mangelhafte Selbstdisziplin die Ursache von Unfällen. Personen werden ins Wasser geworfen, was für sie selbst und für andere Schwimmer gefährlich sein kann. Ähnliches gilt für das verbotene Springen vom Beckenrand oder für unachtsame Sprünge von Sprungblöcken. Bei Landungen auf den Kopf können eine Bewusstlosigkeit oder Stauchungen und Prellungen im Hals- und Nackenbereich die Folge sein. Jeder sollte seine Fähigkeiten beim Schwimmen vernünftig einschätzen.

Wichtig für Anfänger

Kleinkinder und Babys gehören unter Aufsicht ins Babybecken und Nichtschwimmer in ein Nichtschwimmerbecken mit geringer Wassertiefe. Wer das Schwimmen lernt, sollte so lange wie nötig auf Hilfsmittel zurückgreifen.

Gefahr im und unter Wasser

Wer zu lange oder tief taucht, ohne es zu beherrschen, riskiert, in eine Notsituation zu geraten. Das Tauchen kann bei mangelhaftem Druckausgleich Risse im Trommelfell verursachen, die Schwindel und Übelkeit hervorrufen können und in der Folge von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt behandelt werden müssen.

Bei langen Aufenthalten im Wasser kann die Haut austrocknen und der Körper auskühlen. Deshalb gilt: Nicht zu lange baden, sich gut abtrocknen und nasse Kleidung wechseln. So kann man auch einer Erkältung oder Blasenentzündung vorbeugen. Auch das Duschen nach dem Schwimmen ist wichtig, da im Schwimmbad viele Krankheitserreger lauern können.

Das richtige Schuhwerk

Wer im Schwimmbad unterwegs ist, sollte, zumindest bis zum Beckenrand, auf jeden Fall aber auch auf dem Weg zur Würstchenbude, geeignetes Schuhwerk tragen. Auf dem Rasen tummeln sich dank vieler süßer Verlockungen gerne Bienen und Wespen. Wer auf diese tritt, handelt sich schnell einen Stich ein. Ähnliches gilt auch für das Baden in nicht einsehbaren Gewässern oder an felsigen Küsten. Hier eignen sich Badeschuhe, um Schnittverletzungen an den Füßen vorzubeugen.

Todesfalle Hotelpool

Es kommt zwar selten vor, aber es passiert immer wieder. Seit 2006 starben vier Kinder in Hotelpools, weil die Anlagen zum Wasseraustausch (beispielsweise Pumpen oder Schächte) nur unzureichend gesichert waren. Nach Expertenmeinungen könnten solche Unfälle verhindert werden, beispielsweise, indem man sogenannte Vakuum-Wächter einsetzen würde. Diese bewirken, dass sich Pumpen bei Widerstand abschalten. Zudem sind die Sicherheitsvorschriften in Schwimmbädern europaweit nicht einheitlich. In Spanien unterscheiden sich diese sogar von Region zu Region.

Zumindest auf den Kanarischen Inseln scheint man sich des Problems angenommen zu haben. Dort müssen Wasserzuläufe so gebaut sein, dass das Wasser nicht zurückströmen kann. Darüber hinaus ist eine ausreichende Anzahl an Ansaugöffnungen für den Reinigungskreislauf vorgeschrieben, um gefährliche Strömungen zu vermeiden. Allerdings: Ein Bademeister oder Rettungsschwimmer ist nach den dort herrschenden Vorschriften erst für Hotel- und Appartement-Anlagen ab 40 Zimmern vorgeschrieben.

18.06.2014

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