Ein gut gefülltes Pooldeck...
Millionen von Fernsehzuschauern kennen "Das Traumschiff". Und genauso stellen sich viele auch eine Kreuzfahrt vor, einschließlich Dinner mit dem Kapitän und exklusiven Landausflügen in exotische Regionen. Auf den größeren Passagierschiffen kommt man dem "Traumschiff-Szenario" durchaus nahe. Ein großes Vergnügungsangebot, Empfehlungen für die Abendgarderobe, Konzerte, Vortragsreihen von prominenten Abenteurern, Ausstellungen von bekannten Künstlern: All das kann man haben, wenn man bereit ist, tief in den Geldbeutel zu greifen. Auf Clubschiffen, Ferienclubs auf See, sieht das etwas anders aus. Hier regieren Spaß und Animation statt "Captain's dinner" und Kleiderordnung. Alles ist etwas lockerer. Die Zimmer fallen zwar etwas einfacher aus, sind aber komfortabel und oft viel günstiger als auf den klassischen Ozeanriesen.
Alles eine Frage des Preises
Tatsächlich kann sich eine Kreuzfahrt heute praktisch jeder leisten, der auch sonst in den Urlaub fährt. Da der Markt immer größer wird und sich die Reedereien gegenseitig mit ihren Angeboten unterbieten, kann man mitunter sehr günstige Angebote finden. Dabei muss man natürlich unterscheiden zwischen Luxus-Schiffen wie der "Queen Mary 2" oder der "MS Deutschland" auf der einen und den verschiedenen Clubschiffen auf der anderen Seite.Im Schnitt sind Clubschiffe oft günstiger. Generell allerdings gilt: Wer bei Kreuzfahrten früh bucht, am besten schon kurz nach Erscheinen der neusten Kataloge, kann sehr viel sparen. Mitunter sind bis zu 40 Prozent des Normalpreises möglich.Gesucht: Einsparpotenzial?
Nicht nur bei normalen Urlaubsreisen, auch bei Kreuzfahrten gibt es Last-minute-Angebote. Diese sind vor allem für jene interessant, die bei der Reiseroute flexibel sind. Wichtig bei der Entscheidung ist, dass die Reederei bekannt ist und dass das Kreuzfahrtschiff möglichst vier Sterne hat. Als Problem kann sich höchstens die Kabinenwahl erweisen, denn bei solchen Spontan-Trips ist diese häufig stark eingeschränkt. Man muss nehmen, was noch übrig ist. Grundsätzlich ist das Einsparpotenzial bei der Kabinenwahl enorm. Wer Fenster oder Balkon möchte, zahlt drauf. Wer sich mit einer Innenkabine in einer etwas abgelegenen Schiffsregion zufrieden gibt, kann hier deutlich günstiger fahren. Gerade Reisende, die sich sowieso nur zum Schlafen in ihrer Kabine aufhalten, sollten deswegen über eine Innenkabine nachdenken. Denn die Preisunterschiede belaufen sich oft auf 30 bis 40 Prozent. Nur eines sollte man meiden: die Nähe zum Maschinenraum. Denn das kann ziemlich laut werden, selbst wenn das Schiff vor Anker liegt.Ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor sind auch die Nebenkosten. Viele Leistungen sind in den Katalogen nicht aufgeführt. Trinkgelder, Getränke, Landausflüge: All das sollte bei der Reiseplanung in die Kalkulation einfließen.Für Anfänger
Wer vor der Entscheidung steht, seine erste Kreuzfahrt zu machen, der sollte auf keinen Fall gleich den Atlantik überqueren, sondern zunächst eine Schnupper- oder Minikreuzfahrt machen. Dabei erhält man einen guten Einblick in die Abläufe auf einem Schiff, kann testen, wie man das Schlafen in einer kleinen Kabine verträgt und ob man seekrank wird und muss keine allzu hohen Summen zahlen.Preisfrage
Die Mini-Kreuzfahrten dauern höchstens drei bis vier Tage und liegen zwischen 300 Euro und 800 Euro.
Alternativen zur Kreuzfahrt
Neben den klassischen Kreuzfahrtschiffen, die Mittelmeer, Atlantik und Pazifik befahren, gibt es auch kleinere Flusskreuzfahrtschiffe und Fähren, die ähnliche Urlaubsangebote offerieren. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich hierbei vor allem die Hurtigruten ("Schnellen Linien") in Norwegen. Ursprünglich diente diese Verbindung (eingerichtet 1893) zwischen Bergen und Kirkenes als Postlinie, um die einsamen Städtchen in den Fjorden der langen norwegischen Nordmeerküste mit Post und Gütern aller Art zu versorgen.Doch mittlerweile genießen Jahr für Jahr viele Urlauber die beschauliche Strecke, um die wunderschöne Natur Skandinaviens kennen zu lernen. Von Bergen nach Kirkenes ist man etwa sechseinhalb Tage unterwegs, mit Rückfahrt nach Bergen etwa zwölf Tage. Es gibt mittlerweile mehrere Reedereien, die diese Reisen anbieten. Für elf Nächte mit Vollpension bezahlt man rund 1500 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Anreise.Unterwegs auf Europas Flüssen
Wer ohne "Hotelwechsel" verschiedene Metropolen in Europa kennenlernen will, für den bietet sich ebenfalls eine Flusskreuzfahrt an. Eine mehrtägige Tour von Passau bis Wien kann man beispielsweise schon ab 400 Euro buchen. Manche fahren auf der Donau auch bis zum Schwarzen Meer. Auf dieser Strecke kann man die wunderschönen Landschaften des Donaudeltas in Rumänien und der Ukraine erleben. Solche Reisen gibt es schon ab 1100 Euro pro Person.Was Ausstattung und Freizeitangebot betrifft, stehen Flusskreuzfahrtschiffe den Ozeandampfern praktisch in nichts nach, sieht man einmal davon ab, dass alles eine Nummer kleiner ist. Ein Unterschied: Hochseekreuzfahrtschiffe bieten für die Unterbringung viele Innenkabinen an, auf Flusskreuzfahrtschiffen werden vor allem Außenkabinen angeboten. So kann man die vorbeiziehende Landschaft aus nächster Nähe bewundern Ein weiterer Vorteil: Man muss nicht tagelang warten, bis das Schiff im nächsten Großhafen anlegt.

