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Top-Thema  | 04.03.2014  Kind und Karriere unter einem Hut

Dem Perfektionismus abschwören

Für berufstätige Mütter sind die 24 Stunden eines Tages oftmals zu wenig: Kindererziehung, Job und Partnerschaft wollen unter einen Hut gebracht werden, ohne dass dabei jemand zu kurz kommt. Psychologin und Organisationsberaterin Verena Pung ist überzeugt, dass dieser Spagat klappen kann, wenn man ein paar Grundregeln des Zeitmanagements beherzigt.  

Mutter mit Kind

Mutter

Für Frauen ist es oft nicht leicht, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen und beidem angemessen gerecht zu werden.

(01.08.2012 Quelle: dpa)

Eine berufstätige Mutter muss in mehreren Rollen brillieren: Sie soll eine perfekte Ehefrau sein, sich um die Erziehung der Kinder kümmern und ganz nebenbei auch noch im Job ihre Frau stehen. Dass man da schnell an die Grenzen des Machbaren stößt, ist nicht weiter verwunderlich.

Planen, was geplant werden kann

Dabei ist die reine Zeitebene, also die Koordinierung der einzelnen Aufgaben, nur das vordergründige Problem. Denn oftmals steckt dahinter ein Problem, Prioritäten auf der Werteebene zu setzen: Karriere und Kinder sind beides sehr wichtige Faktoren, denen Frauen gerecht werden wollen. Sie wollen einerseits gut im Job und ihren Kindern gleichzeitig auch eine gute Mutter sein. Dass das aber nicht geht, ohne insgesamt Abstriche zu machen, weiß Verena Pung: "Man muss zulassen, dass einem beides wichtig ist, zahlt aber immer einen Preis dafür." So müsse man zum Beispiel lernen, die eigenen Ansprüche im Hinblick auf Perfektion herunterzuschrauben, sagt die Psychologin.

Nicht selten werden die Frauen von Gewissensbissen geplagt: Verbringe ich genügend Zeit mit meinem Kind? Verpasse ich schon wieder ein wichtiges Ereignis? Auch hier gilt: Verabschieden Sie sich vom eigenen Perfektionszwang! "Man kann nicht überall dabei sein und jeden Schritt des Kindes begleiten - und das ist für das Kindeswohl auch nicht unbedingt erforderlich. Denn man ist nicht die einzige relevante Person für das Kind", sagt Verena Pung. Um Stress zu vermeiden, rät sie, bestimmte Dinge vorzuplanen. So könne man zum Beispiel den ersten Schuhkauf selbst terminieren. Andererseits gebe es Dinge, die man einfach nicht in der Hand haben könne. Diesen Umstand gelte es zu akzeptieren. So müsse man damit zurecht kommen, dass man unter Umständen die ersten Schritte seines Kindes verpasse. Pung: "Vergegenwärtigen Sie sich, dass Sie arbeiten, weil Sie das so möchten. Es ist Ihre freie Entscheidung. Ihr Kind ist gut betreut, der Job macht Ihnen Spaß und wenn es Ihnen gut geht, geht es auch Ihrem Kind gut."

Delegieren lernen

Auf der organisatorischen Ebene kann es von Vorteil sein, To-Do-Listen zu erstellen. Allerdings sollte man gewisse Zeiten festlegen, in denen man solche Listen erstellt, sodass man seinen Kopf in der übrigen Zeit von diesen Gedanken frei halten kann. "Lernen Sie zu delegieren", so der Appell von Verena Pung.

"Mütter sind oft zu selbstverliebt und denken, nur sie selbst könnten gute Zeit mit dem Kind verbringen. Das ist aber Quatsch! Schicken Sie mal Ihren Mann auf den Spielplatz oder lassen Sie ihn bestimmte Dinge erledigen." Auch die eigenen Kinder können in die Erledigungen einbezogen werden (zum Beispiel im Haushalt, beim Einkaufen). Wenn möglich, delegieren Sie unangenehme Aufgaben nach extern, etwa das Putzen der Wohnung.

Nähe kultivieren

Nicht selten leidet die Partnerschaft unter der Dauerbelastung, die Kind und Karriere mit sich bringen. Denn werden die Nächte aufgrund des enormen Tagespensums immer kürzer, geht viel an Zweisamkeit verloren. Dabei ist Nähe in der Partnerschaft wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden. Dies bedeutet aber nicht, sich selbst und seinen Partner in puncto Sex unter Druck zu setzen.

Vielmehr sind es die Zwischentöne, auf die es ankommt: Beiläufige Berührungen, die dem Partner zeigen, dass er immer noch wichtig und begehrenswert ist. "Zärtlichkeit finden auch die Kinder toll und freuen sich, wenn sie sehen, dass es Mama und Papa gut geht", erklärt Pung. "Vergessen Sie nicht, dass Erotik nichts mit Quantität zu tun hat. Kultivieren Sie die kleinen Dinge, indem Sie sich als Paar zum Beispiel mit einem Kuss begrüßen. Das Kind muss nicht direkt im Mittelpunkt stehen, sobald Sie nach Hause kommen." Wichtig für die Partnerschaft ist auch, sich trotz der Mehrfachbelastung Zeitnischen für die Zweisamkeit zu organisieren, um zum Beispiel gemeinsam Essen oder ins Kino zu gehen.

04.03.2014

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