WISO-Tipp: Mobile Computer im Vergleich
von Sven-Hendrik Hahn
Messen, Pressetermine, Konferenzen – weltweit. Jessika Rauch arbeitet für einen großen Porzellanhersteller im Saarland. Lange Reisezeiten sind an der Tagesordnung: "Ich pendele jedes Wochenende von Hamburg ins Saarland. Heute habe ich noch einen Termin in Paris. Mein jetziger Laptop ist ganz okay, aber ich hätte gerne etwas, das besser zu mir passt. Außerdem wiegt mir das Ding einfach zu viel", erklärt sie mit Blick auf ihren schwarzen, schweren Laptop.Der PC-Markt lahmt
Die Konkurrenz von Smartphones und Tabletcomputern macht den Computerherstellern zu schaffen. Weltweit stagniert der Markt seit Jahren, Verbraucher, Unternehmen und andere Abnehmer kauften 2011 und in der ersten Jahreshälfte 2012 etwas weniger Computer und Laptops als in den Vorjahren. Der Boom bei den Tablet-PCs dagegen geht weiter: Laut den Marktforschern dürfte die Zahl der verkauften Tablets wie Apple iPad, Samsung GalaxyTab oder Motorola Xoom in diesem Jahr verdoppeln auf über 100 Millionen Geräte weltweit. Analysten rechnen damit, dass 2016 die flachen Tablets die PC- und Notebook-Verkäufe erstmals toppen werden. Enttäuschend laufen laut Informationen der Marktforscher die Verkäufe der Ultrabooks: Branchenvertreter hatten auch angesichts einer wahren Modellflut mit über 70 neuen Modellen in diesem Jahr damit gerechnet, dass bis Jahresende der Anteil der verkauften Ultrabooks an der Gesamtzahl bei über 40 Prozent liegt. Davon ist man aber noch weit entfernt.
(Mit Material von Reuters)
Drei Alternativen im Alltagstest
Welche Alternativen zum Laptop hat Jessika? Sie probiert drei Geräte aus: ein Tablet, ein Netbook und ein Ultrabook.Tablet
Ein Tablet-PC ist handlich, schnell und für den mobilen Einsatz ideal. Er hat einen berührungsempfindlichen Bildschirm, einen Touchscreen, keine mechanische Tastatur und kein DVD-Laufwerk. Kostenpunkt: ab 400 Euro für hochwertige Markengeräte. Apples iPad ist der Platzhirsch, heute aber gibt es viele gute Alternativen aller namhafter Hersteller wie Samsung, Sony, Toshiba, Asus, Acer usw. Die haben oft auch einen großen Nachteil des iPads abgestellt: Die Konkurrenten haben Einschübe für Speicherkarten, teilweise auch USB-Anschlüsse und mehr, was dem iPad fehlt. Dessen Konnektivität ist in diesem Punkt stark eingeschränkt. Tablets sind kleiner als herkömmliche Laptops, meist mit sieben (ca. 18 cm) oder zehn Zoll (ca. 25 cm) Bildschirmdiagonale und zwischen 400 und 800 Gramm Gewicht.
Netbook
Ein Netbook sieht aus wie ein geschrumpfter Laptop mit vollwertiger Tastatur und meist Windows-Betriebssystem. Ein DVD-Laufwerk fehlt. Preis: ab 200 Euro. Netbooks haben ihre große Zeit hinter sich und werden von den Herstellern auch fast nicht mehr aktiv beworben. Netbooks sind deutlich kompakter als Laptops, haben meist einen 10- bis 12-Zoll-Bildschirm und wiegen unter 1.200 Gramm. Die Akkus halten sehr lange durch, meist über sechs Stunden. Dafür wirken sie am Gerät oft auch etwas wulstig. An Anschlüssen bieten sie Ordentliches: Einen Eingang für SD-Speicherkarten und meist drei USB-Anschlüsse, von Modell zu Modell auch noch mehr. Die Festplatte ist bis zu 320 Gigabyte groß. Nachteil ist das nicht ganz aktuelle Innenleben, was dazu führt, dass manche Aufgabe etwas länger erledigt wird als bei großen Laptops und den Konkurrenten. Auch kann beim Internetsurfen der nicht sehr hoch auflösende Bildschirm lästig werden.
Ultrabooks
Das Ultrabook: Eine relativ neue PC-Gattung, mit Tastatur und hochwertiger Ausstattung. Ultrabooks sollen besonders schnell sein. Kein DVD-Laufwerk. Preis: ab 600 Euro, viele kosten über 1000 Euro. Der jüngste Spross in der Reihe der Notebook-Alternativen ist eigentlich gar nicht mehr so jung: Ein extrem flaches, schnelles, leichtes Notebook ohne DVD-Laufwerk gibt es bereits seit 2008: Apples MacBook Air. Das ist aber auch recht teuer für die gebotene Leistung – das hat es mit nahezu allen Ultrabooks gemein.
Eigenschaften von Ultrabooks
Ultrabook heißen die neuen Geräte, weil der Chiphersteller Intel diesen Begriff als Marke geschützt hat und die Anforderungen definiert: Etwa sogenanntes "Rapid-Wake-Up", also das schnelle Starten aus dem Standby-Modus, und einen aktuellen Prozessor, der für mobile Einsätze gut geeignet sein soll. Andere Computerausrüster wie AMD nennen Konkurrenzprodukte Thinbook oder Ultrathin, Apple sein Modell immer noch MacBook Air.
Ergebnis
Tablet
Mit dem Tablet hat Jessika Spaß, zum Arbeiten aber taugt es auf Dauer eher nicht: „Eigentlich ist das ja mein Favorit – schick und stylisch und ich mag die Haptik sehr gerne. Aber zum Tippen ist leider einfach nicht geeignet, da vermisse ich die Tastatur.“ Zudem ist bei Tablet-PCs oft ein für mobile Geräte optimiertes Betriebssystem wie Apples iOS oder Googles Android an Bord, kein Betriebssystem wie auf dem Heimrechner wie etwa Windows.
Netbook
Das Netbook ist deutlich langsamer als die Konkurrenten. Günstig, aber technisch nicht mehr ganz aktuell. Jessika Rauch ist kritisch: „Also das hier ist irgendwie nichts Halbes und nicht Ganzes. Der Bildschirm ist sehr klein, die Tastatur auch. Eine Freundin von mir hatte sowas mal als Zweitrechner. Bisschen surfen, bisschen Facebook, dafür ist es okay, aber für mehr nicht.“
Ultrabook
Mit dem dritten Kandidaten, dem Ultrabook, kommt sie dagegen auf Anhieb zurecht: „Der hier ist wirklich mein Favorit. Der sieht sehr schick aus, ist ganz leicht und ganz dünn, also gefällt mir von der Optik, obendrein hat er einen super Bildschirm. Ich denke, der passt auch in meine Handtasche, ist ja auch nicht ganz unwichtig.“


