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aspekte  | 19.07.2012  Der Hightech-Mensch

Wie Science Fiction Wirklichkeit wird

Seitdem der Prothesenläufer Oscar Pistorius neben den Paralympics auch noch zu den Olympischen Spielen zugelassen ist, wird eine Frage wieder heftigst diskutiert: ist das ein unfairer Wettkampf? Ist das unerlaubtes Technodoping? Oder ist das Mit- und Nebeneinander von Mensch und Technik zukünftig Normalität? 

Der Hightech-Mensch

(21.07.2012)
Der Autor Max Berry des Romans "Maschinenmann"

Autor: Max Barry

(19.07.2012 Quelle: Eddie Jim)

von Sylvie Kürsten

Ausgerechnet Behindertensportler, die vermeintlich Langsamsten unter uns haben in einer Sache die Nase vorn: Mit ihren Prothesen werden sie wie selbstverständlich zu Zukunftsträgern, zu fast utopischen Cyborgs. Heinrich Popow, 100-Meter-Läufer, ist so eine Mensch-Maschine. Mit seinem Carbon-Bein "C-Sprint" von dem niedersächsischen Prothesen-Weltmarktführer Otto Bock kann er auch bei diesen Paralympics seinen Höher-Schneller-Weiter-Traum trotz Oberschenkelamputation und Knochenkrebs träumen.Aber nicht nur persönliche Träume werden damit wahr, auch kollektive.

Buchcover des Romans "Maschinenmann" von Max Barry
Buchcover "Maschinenmann" (Quelle: Heyne )
Mit Carbon-Legs oder mit gedankengesteuerten Prothesen wird ein uralter Menschheitstraum erneut beflügelt: Nichts hat die Vision vom optimierten Technik-Körper à la Frankenstein, Maschinenmary oder Terminator so sehr befeuert wie die wissenschaftlichen Meilensteine in Bionik und Prothetik.

Der "Maschinenmann"

Wohl auch deswegen handelt der aktuelle Science-Fiction-Krimi des Australiers Max Barry von einem technikgläubigen Ingenieur, der sich um seiner Selbstoptimierung wegen zum Ganzkörper-Prothesen-Experiment erklärt und damit schlussendlich zum Sklaven eines profitgierigen Körper-Optimierungs-Unternehmen namens "Better Future" wird. Max Barrys Satire macht zum Teil deutlich, wie nah wir der "schönen Neuen posthumanen Welt" schon sind, wie sie in Filmen und Romanen geträumt wird. Und zugleich wirft Barry Fragen auf, Fragen nach den Grenzen zwischen Künstlichem und Natürlichem, nach den Grenzen der menschlichen Perfektion und den Grenzen der strategisch-wirtschaftlichen Ausnutzung solcher Menschheitsträume. 

Buch zum Thema:

"Maschinenmann"

Max Barry

Heyne Verlag

352 S.

19.07.2012

ZDFmediathek: aspekte

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