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Arbeitslose in den USA

Generation "Enttäuscht-von-Obama"

  • Video Arbeitslosigkeit in den USA
  • Interaktiv US-Wahltool
  • VideoArbeitslosigkeit in den USA

    Der Arbeitsmarkt in den USA gilt als entscheidend für Obamas Chancen, als Präsident wieder gewählt zu werden. Doch vor allem junge Leute finden keine Arbeit - trotz guter Ausbildung.

    (08.06.2012)
    InteraktivWahltool
    (08.06.2012 Quelle: ZDF)
    Im November 2008 wählten die USA Barack Obama zum Präsidenten. Mit ihm sollte alles besser werden. Gigantische Erwartungen an den neuen Mann im Weißen Haus, die der nicht erfüllen konnte. Vor der Wahl im November steht dem Präsidenten ein Heer von fast 13 Millionen Arbeitslosen gegenüber - 13 Millionen enttäuschte Hoffnungen.

    Romney versus Obama: Zwei Visionen

    Wirtschaftspolitik

    Obama zog auf dem Höhepunkt der schlimmsten Rezession seit den 1930er Jahren in das Weiße Haus ein, noch immer spürt das Land die Folgen. Romney wirft dem Amtsinhaber die schleppende Erholung der Wirtschaft vor. Der Republikaner hat die lahme Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes gestellt.
    Obama setzte auf staatliche Konjunkturprogramme und steckte Milliarden in Infrastrukturprojekte. Romney hält den Staatseinfluss dagegen für schädlich und vertraut auf die selbstheilenden Kräfte des Marktes. Die Unterschiede zeigten sich bei der Rettung der Autoindustrie in Detroit: Obama rühmte sich, mit staatlichem Eingreifen eine Million Arbeitsplätze gerettet zu haben. Romney hatte ein Insolvenzverfahren ohne Staatshilfe gefordert.

    Haushalt und Steuern

    Die US-Staatsverschuldung beträgt mehr als 15 Billionen Dollar, der Fehlbetrag im Haushalt dürfte in diesem Jahr bei 1,65 Billionen Dollar liegen. Demokraten und Republikaner lieferten sich während Obamas Präsidentschaft einen erbitterten Streit über die Sanierung der öffentlichen Finanzen. Nicht zuletzt der Zorn der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung machte die Schulden zu einem politischen Reizthema, das den Demokraten eine herbe Niederlage bei den Kongresswahlen Ende 2010 bescherte.
    Dass an Einsparungen kein Weg vorbeiführt, wissen Obama und Romney. Ihre Vorstellungen gehen aber auseinander: Der Präsident will statt im Sozial- und Bildungsbereich lieber beim Militär kürzen und Reiche stärker zur Kasse bitten. Der Herausforderer lehnt höhere Steuern ab und will einen schlankeren Staat.

    Gesundheitsreform

    Obamas Gesundheitsreform soll Millionen unversicherten Bürgern Zugang zu einer Krankenversicherung ermöglichen. Herzstück des Gesetzes ist die Pflicht, ab 2014 gegen Androhung einer Strafzahlung eine Versicherung abzuschließen. Finanzschwache Bürger werden dabei mit staatlichen Beihilfen unterstützt.

    Romney will die Reform im Falle seines Wahlsiegs umgehend rückgängig machen. Für die Republikaner greift der Staat mit dem Gesetz viel zu tief in die individuellen Freiheitsrechte ein, außerdem warnen sie vor den horrenden Kosten von "Obamacare". Romney ist allerdings in Erklärungsnot, weil er einst als Gouverneur von Massachusetts ein ähnliches System einführte.

    Außenpolitik

    Obama setzte stärker als sein Vorgänger George W. Bush auf internationale Zusammenarbeit, wichtigste außenpolitische Richtschnur waren aber auch bei ihm die Interessen der USA. Kurz nach Amtsantritt erhielt Obama den Friedensnobelpreis. Davon unbeeindruckt ließ er in Pakistan und im Jemen Drohnenangriffe gegen mutmaßliche Terroristen fliegen und in einer Kommandoaktion Al-Kaida-Chef Osama bin Laden töten.

    Romney wirft Obama vor, in seiner Außenpolitik zu sehr auf andere Länder Rücksicht zu nehmen. Außerdem prangert er die "weiche" Haltung des Präsidenten im Atomstreit mit Iran an und kritisiert den US-Abzug aus dem Irak und aus Afghanistan als verfrüht.

    Gesellschaftspolitik

    Bei den Themen Abtreibung und Homo-Ehe tobt in den USA ein Kulturkampf, der sich auch auf die Präsidentschaftswahl niederschlägt. Während Obama das Recht der Frauen auf einen Schwangerschaftsabbruch verteidigt, stellt Romney den Schutz des ungeborenen Lebens in den Mittelpunkt. Als erster Präsident sprach sich Obama offen für die Eheschließung von Homosexuellen aus, Romney lehnt dies dagegen ab.

    09.06.2012
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