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Mehr ältere Minijobber - was heißt das?
Für den Sozialverband VdK gibt es eine eindeutige Erklärung für die steigende Zahl älterer Minijobber: "karge" Alterseinkommen. Das Bundesarbeitsministerium wies diese Interpretation der Daten als verfehlt zurück: "Wir sind auf dem Weg in die Gesellschaft des längeren Lebens und Arbeitens", sagte ein Sprecher. Eine differenziertere Sicht sei auch auf die Entwicklung der Minijobs nötig, die 2003 grundlegend reformiert wurden. "Zahlen von vor 2003 lassen sich nur bedingt mit denen danach vergleichen." So habe nach der Minijob-Reform die Zahl der geringfügig Beschäftigten stark zugenommen. Das Wachstum verlangsamte sich den Angaben nach seit 2006 deutlich. Und: "2010 sank die Zahl der über 65-Jährigen mit Minijob sogar."
Für den Sozialverband VdK gibt es eine eindeutige Erklärung für die steigende Zahl älterer Minijobber: "karge" Alterseinkommen. Das Bundesarbeitsministerium wies diese Interpretation der Daten als verfehlt zurück: "Wir sind auf dem Weg in die Gesellschaft des längeren Lebens und Arbeitens", sagte ein Sprecher. Eine differenziertere Sicht sei auch auf die Entwicklung der Minijobs nötig, die 2003 grundlegend reformiert wurden. "Zahlen von vor 2003 lassen sich nur bedingt mit denen danach vergleichen." So habe nach der Minijob-Reform die Zahl der geringfügig Beschäftigten stark zugenommen. Das Wachstum verlangsamte sich den Angaben nach seit 2006 deutlich. Und: "2010 sank die Zahl der über 65-Jährigen mit Minijob sogar."
Wer ist von Altersarmut bedroht?
Niedrigverdiener
Die Höhe der Rente hängt grundsätzlich von der Anzahl der Versicherungsjahre und der Höhe des Einkommens ab. Deshalb gilt: Wer viel verdient und über lange Zeit Beiträge einzahlt, bekommt eine relativ hohe Rente. Wer wenig verdient und deshalb auch nur wenig in die Rentenkasse einzahlt, bekommt eine niedrige Rente.
Daraus folgt: Niedrigverdiener, Teilzeitbeschäftigte, Leiharbeiter und Menschen mit längeren Phasen der Arbeitslosigkeit müssen am ehesten mit späterer Altersarmut rechnen. Für Minijobber - und das sind meist Frauen - gilt dies immer dann, wenn sie ihre Beschäftigung nicht lediglich als Nebenjob ausüben. Wer 45 Jahre nur als Minijobber arbeitet, erwirbt bei Aufstockung durch eigene Beiträge einen Rentenanspruch von 182,70 Euro monatlich. Ohne eigene Beiträge gibt es nur 139,95 Euro Rente im Monat.
Als Niedriglohnschwelle in Deutschland gilt nach OECD-Kriterien ein Betrag von 1.802 Euro im Monat. Im Westen reicht der untere Lohnbereich bis 1.890 Euro und bis 1.379 Euro in den neuen Ländern. Unter dieser Lohnschwelle liegen die Verdienste von 34,4 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen im Westen. Im Osten sind es 28,3 Prozent.
Existenzminimum
Nach Angaben der Bundesregierung lag das Existenzminimum von Ruheständlern Ende 2010 bei durchschnittlich 688 Euro im Monat. Kleine Renten beziehen derzeit schon vor allem Frauen. So erhielten im vergangenen Jahr 70,2 Prozent der West-Rentnerinnen eine Rente von weniger als 650 Euro, im Osten waren es 63,9 Prozent. Zieht man die Grenze bei 700 Euro, so lagen 74,7 Prozent der Frauen mit ihrer Rente darunter, im Osten waren es 51,9 Prozent. Seit 2003 nimmt der Anteil dieser Niedrigrenten zu.
Die Regierung weist aber in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (Bundestagsdrucksache-Nr. 17/8928) darauf hin, dass geringe Renten - nicht zuletzt wegen anderer Einkünfte - häufig "kein Indiz für geringe Gesamteinkommen im Alter sind". Insgesamt verfügten Single-Rentnerinnen zuletzt durchschnittlich über 1.188 Euro.
Wie Armut berechnet wird
Nach der EU-Definition gilt als arm, wer von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung seines Landes lebt. Dieser Wert ist in den einzelnen Staaten unterschiedlich. In der deutschen Stichprobe - für die die EU Definitionen und Methoden vorschreibt - liegt die Schwelle bei 11.151 Euro Jahreseinkommen pro Person.
In die Berechnung fließt das gesamte Einkommen eines Haushaltes ein: Dazu gehört Geld aus Erwerbsarbeit und aus Vermögen, Rente und Pension sowie Leistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Kindergeld. Direkte Steuern und Sozialbeiträge werden abgezogen. Dieses Gesamteinkommen wird nach einem festgelegten Schlüssel auf die Mitglieder eines Haushalts verteilt, und dabei auch berücksichtigt, dass mehrere Menschen bei laufenden Kosten Geld sparen.



