Halbstündige Dokumentation

14.01.2008 15:20
Pilger auf dem Weg von Mekka nach Mina, in die Zeltstadt.
Pilger auf dem Weg von Mekka nach Mina, in die Zeltstadt.

Damit ist die Hadsch tatsächlich vorbei...: Gestern nacht lief im ZDF eine halbstündige Dokumentation von Kamran Safiarian und Abdul-Ahmad Rashid.

Hier können Sie den Film in der mediathek noch einmal sehen:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/396772

 


Bilder aus dem Film...

Björn Raddatz am 14.01.2008 .
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Basar von Mekka

27.12.2007 09:38
Shopping in Mekka
Shopping in Mekka

Bilder meines abendlichen Spazierganges durch den Basar Azizziya. Ich suche Weihnachtsgeschenke. Man kommt sich vor wie in einer Shopping-Mall in den USA. Autoscooter, viele moderne Läden und noch um 21 Uhr proppevoll. Denn: Die Hadsch ist auch ein großes Businness und bringt Mekka viele Kunden. Parfüms, teure Uhren, Make-up - unvorstellbar, das nur eine halbe Stunde entfernt das Mekka des Islam liegt.

Frauen, die in Saudi-Arabien nicht Auto fahren dürfen und deren Gesichter meist unkenntlich hinter einem leicht durchsichtigen Schleier nur zu erahnen sind, kaufen hier im Basar kräftig ein. Pilger in weißen Gewändern sieht man hier kaum mehr. Die Hadsch ist vorbei und das Alltagsleben kehrt nach Mekka zurück.


Shopping in Mekka

Straßenhändler

Shoppingmall

Eingang zum Shoppingparadies

Autoscooter in Mekka

Kamran Safiarian am 27.12.2007 .
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Wiedersehen mit Haji Jalal

27.12.2007 09:30
Jalal (mit Karohemd)
Jalal (mit Karohemd)
Am letzten Tag unserer Reise treffen wir unseren iranischen Pilger Jalal aus Sacramento wieder. Er hat sich, wie man sieht, die Haare abrasiert und hat seine Hadsch beendet. Er wirkt außerordentlich ruhig, glücklich und geerdet. "Islam ist für mich eine Botschaft der Liebe und des Friedens",  sagt er. All die Menschen aus den unterscheidlichsten Regionen dieser Welt, denen er begegnet sei, hätten ihn beeindruckt. "Alle waren so friedlich und fromm - hier habe ich die islamische Gemeinschaft gespürt", so Jalal. Gemeinsam mit seinem Freund Said, den er hier auf der Hadsch kennengelernt hat, will er morgen nach Medina zum Grabe des Propheten reisen.
"Ich erwarte Dich in Sacramento Kamran", wirft er mir zu. "Wir müssen uns wiedersehen". Ich nehme die Einladung gerne an und in meinem Kopf laufen nochmal alle Bilder schnell ab - Jalal weinend in der LH-Maschine, als wir ihn zur Hadsch interviewten, später in Arafat am Fuße des Berges Rahman und auf der iranischen Kundgebung bis zu heute, da wir uns in Mekka wiedergetroffen haben. Ich habe hier auf der Hadsch einen wahren Freund gefunden.

Jalal aus Sacramento...

...und die "ZDF-Pilger"

Kamran Safiarian am 27.12.2007 .
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Frohe Weihnachten!

24.12.2007 13:40
Die Pilger vor dem ZDF-Hochhaus
Die Pilger vor dem ZDF-Hochhaus

Die drei Hadschis Kamran Baba, Amr Bascha und Abdul Khan sind erschöpft, aber gesund (bis auf die übliche Erkältung) und munter in Frankfurt gelandet.

Hier erwarteten uns dann statt Sonne und Wüstensand winterliche Temperaturen und eine weihnachtliche Atmosphäre. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt uns dann nicht, denn unsere Familien erwarten uns schon zu Hause, um mit uns unsere Rückkehr und vor allem auch Weihnachten zu feiern, denn schließlich sind Kamran und ich ja dank unserer deutschen Mütter und unserer iranischen bzw.  afghanischen Väter bikulturell aufgewachsen!

Den Leserinnen und Lesern dieses Blogs, die uns seit Beginn so treu begleitet haben, wünschen wir frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage.


Der Abflug Dschidda...

...und die Ankunft in Mainz.

Abdul-Ahmad Rashid am 24.12.2007 .
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...gelandet!

24.12.2007 13:11

Die Hadsch ist vorbei. Hadschi Abdul-Ahmad Rashid und Hadschi Kamran Safiarian sind heute Vormittag etwas verspätet auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. Fast alles ist wieder aus Saudi-Arabien mit nach Hause gekommen. Nur ein Koffer fehlt - aber der ist bereits gefunden und wird nachgeliefert.

Ab Donnerstag sitzen die beiden Kollegen im ZDF-Schneideraum und bereiten Filmberichte von ihrer Hadsch vor.  Zum Beispiel im Forum am Freitag können Sie am kommenden Freitag einen Film über die Hadsch sehen. Aber auch am Sonntag Morgen in "sonntags - TV für's Leben". Und eine halbstündige Dokumentation folgt am 13. Januar nachts um 0:35 im ZDF.


Björn Raddatz am 24.12.2007 .
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Letzte Runde um die Kaaba

23.12.2007 16:33
Ein letztes Mal an der Kaaba
Ein letztes Mal an der Kaaba
Hier ein letztes Live-Bild unserer Abschiedsrunden am Haus Gottes. Nicht mehr viel Zeit, dann steigen wir in den Flieger. Morgen um kurz nach acht landen wir wieder zu Hause in Deutschland.
Kamran Safiarian am 23.12.2007 .
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Menschen warten vor einem Restaurant
Menschen warten vor einem Restaurant

Jeder Muslim hat die Plicht, fünf Mal am Tag zu beten. Im strenggläubigen Saudi-Arabien schliessen während der Gebetszeiten die Geschäfte, und die Menschen dort und auf den Straßen werden von der Religionspolizei in die Moscheen zum Gebet geschickt. Dies ist dem Wahhabismus geschuldet, einer rigorosen, puritanisch ausgerichteten Interpretation der islamischen Lehre, die in Saudi-Arabien und einigen Golfstaaten vorherrscht. An diesem Restaurant warten die Menschen geduldig, bis die Türen sich wieder öffnen. mehr...

Abdul-Ahmad Rashid am 23.12.2007 .
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Seltene Videos aus der Kaaba

22.12.2007 22:17

Hier kommen zwei Videos mit Seltenheitswert. Ich habe sie mit meiner Minikamera gestern morgen um 3 Uhr früh bei der Umrundung der Kaaba gedreht.

Normalerweise soll man hier keine Fotos machen - geschweige denn bewegte Bilder ...! Aber man muss es einfach sehen, um die spirituelle Kraft und die Atmosphäre zu spüren.


Heimlich bei der Kaaba gedrehtes Video

zweites Video

Kamran Safiarian am 22.12.2007 .
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Nach dem Gebet zu Starbucks

22.12.2007 12:54
Shopping Mall in Mekka
Shopping Mall in Mekka
Endlich haben wir es geschafft: Wir sind Hadschis! Heute Nacht um fünf Uhr Ortszeit war es endlich so weit, nachdem wir vorher noch einmal den Teufel gesteinigt, die Kaaba sieben Mal umrundet und den Lauf zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa hinter uns gebracht hatten. Im Anschluss verrichteten wir dann in der "Großen Moschee" das Morgengebet und gingen zur Feier des Tages in den Starbucks Coffee Shop, der genau gegenüber der Moschee in einer sehr großen und schicken Shopping Mall liegt. Sie ist aber nicht die einzige dort; genau daneben liegt eine zweite große Mall. Handel und Wallfahrt waren in Mekka schon zur Zeit des Propheten eng miteinander verknüpft. Wir wünschen allen, die mit uns zusammen die Pilgerfahrt vollzogen haben: Hadschan mabruran und sa'yan mashkuran!

Die große Moschee...

...und ihr Nachbarhaus.

Shoppingmall in Mekka.

Kamran mit einem "amerikanischen" Kaffee.

Abdul-Ahmad vor Starbucks

Abdul-Ahmad Rashid am 22.12.2007 .
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Ich habe sie geküsst!

22.12.2007 12:41
Die Kaaba ganz nah
Die Kaaba ganz nah
Ich schicke eine MMS mit Bildern von der Kaaba ganz nah. Ich habe sie geküsst!

Die Kaaba aus der Nähe

Ein Pilger küsst die Kaaba.

Kamran Safiarian am 22.12.2007 .
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Abdul und Amr haben gestern noch einen Kraftakt gestartet und einen unserer Protagonisten in einem sehr entlegenen Zelt aufgesucht....super. Ich hatte Schnittsession. Unser Protagonist, Freund und Hadschi Jalal aus Sacramento ist wieder in seinem Hotel ganz in unserer Nähe aufgetaucht - ganz ohne Haare. Bald mehr von ihm.

Eine Kostprobe unserer Geschichten fuer den 13.1. im ZDF (0.35) gab es gestern im ZDF-mittagsmagazin und im heute-journal.

Mittagsmagazin: 

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/387108

heute-journal: 

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/387784 


Kamran Safiarian am 22.12.2007 .
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Noch eine aktuelle Meldung, die ich gerade dem arabischen Fernsehen entnommen habe: vor wenigen Minuten ist hier das Freitagsgebet zu Ende gegangen, an dem alleine in der "Großen Moschee" um die Kaaba herum zweieinhalb Millionen Menschen teilgenommen haben!
Abdul-Ahmad Rashid am 21.12.2007 .
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Auf dem Weg von Mina nach Mekka
Auf dem Weg von Mina nach Mekka

Der  Teufel muss an drei aufeinanderfolgenden Tagen gesteinigt werden. Daher war heute die zweite Runde dran, diesmal alle drei Säulen, während am ersten Tag des Opferfestes nur die dritte und größte der Säulen mit jeweils sieben Kieselsteinen beworfen wird.

Doch bevor wir dorthin gingen, machten wir einen Spaziergang durch die riesengroße Zeltstadt von Mina, wo die meisten Pilger während der ersten drei Tage des Opferfestes wohnen. Dort herrscht großes Chaos und Gedränge; die Pilger sind auf engstem Raum untergebracht, wo sich bis zu vierzehn Personen auf dem Boden liegend ein Zelt teilen. Die sanitären Verhältnisse sind ausreichend bis unzureichend. Morgens müssen die Menschen an den Toiletten und Waschgelegenheiten Schlange stehen. Währenddessen türmen sich auf den Straßen zwischen den Zelten die Müllberge, die nur sporadisch von den saudischen Behörden weggeräumt werden.

Die Pilgergruppen sind auf dem riesengroßen Gelände nach ihren Herkunftsländern eingeteilt: so sind die Pilger aus Europa in einem bestimmten Bereich untergebracht, diejenigen aus den arabischen Ländern wiederum in einem anderen, daneben leben die afrikanischen, und für die Pilger aus aus dem asiatischen Raum ist ein anderer Bezirk reserviert.

In Mekka gibt es momentan eine mehrklassige Pilgergesellschaft: die Reichen leisten sich einen Aufenthalt während der Hadsch in teuren Luxushotels - die teuersten davon stehen in direkter Nähe zur "Großen Moschee" -   andere beziehen Hotels oder Pensionen, während viele Menschen sich diesen Luxus nicht leisten können, und mit ihren Familien auf den Straßen oder an den Hängen der zahlreichen Hügel in der Stadt übernachten. 

Beeindruckend war auch, wie viele Menschen noch am späten Abend zu den Säulen und danach zum heiligen Bezirk um die Kaaba strömten, um dort zu beten und sie zu umrunden. Die Folge: der Verkehr auf den vollkommen überlasteten Hauptstraßen von Mekka  staute sich bis in die frühen Morgenstunden.


Die erste von drei Steinigungs-Säulen,...

...die über Brücken erreicht werden.

Der Ausgang führt Richtung Mekka.

Die Zeltstadt Mina...

...bei Nacht.

Pilger auf dem Weg nach Mekka

Abdul-Ahmad Rashid am 21.12.2007 .
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Genauso wie das Judentum kennt der Islam zahlreiche Speiseverbote. Dazu gehört unter anderem der Verzehr von Schweinefleisch, aber auch von Blut und verendeten Tieren. Daher dürfen streng gläubige Muslime – ähnlich den Juden – ausschließlich geschächtetes Fleisch essen, d.h. die Tiere müssen nach bestimmten Vorschriften lebendig geschlachtet worden sein.

Doch in Deutschland dürfen per Gesetz ausschließlich vorher betäubte Tiere geschlachtet werden. Viele Muslime sehen hier ihr Recht auf freie Religionsausübung eingeschränkt und fordern die generelle Erlaubnis, nach islamischem Ritus schlachten zu dürfen. Besonders stark wird die Diskussion hierüber, wenn die Muslime – wie am 20.-23. Dezember dieses Jahres - das islamische Opferfest begehen, an dem jeder Muslim zum Andenken an das im Koran erwähnte Opfer Abrahams ein Tier schlachten soll. Ein Landwirt in Nordrhein-Westfalen gibt seit einigen Jahren Muslimen in der Region die Gelegenheit, auf seinem Hof Tiere nach islamischem Ritus zu schlachten. „In den siebziger Jahren kamen die ersten Muslime, sprich also speziell türkische Landsleute zu mir, und haben bei mir Schafe geschlachtet. Plötzlich war das Potenzial an Schafen ausgeschaltet, und ich habe mich dementsprechend an sie gewandt, mit der Frage, warum nicht ein Rind. Und damit war der Bann gebrochen, und das erste Rind ist hier auf diesem Hof in die Hände der Muslime gelangt“, sagt Johannes Rukö. mehr...

Abdul-Ahmad Rashid am 20.12.2007 .
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Der Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka ist das Opferfest. An vier aufeinanderfolgenden Tagen haben die Pilger die Möglichkeit, ein Rind, Schaf oder Kamel zu schlachten. Die Tiere müssen nach islamischem Ritus geschlachtet werden. Dabei müssen die Gläubigen auf bestimmte Vorschriften achten, die im Koran festgelegt sind.

Der Islamwissenschaftler Adel Khoury, ehemals Professor an der Universität Münster, erklärt sie: „Das Verzehren von Blut ist im Islam verboten. Daher müssen die Tiere geschächtet werden, das heißt die Kehle und die Adern in der Kehle sollen durchschnitten werden, damit das Blut herausfließt. In den islamischen Ländern macht man das in einer Weise, die normalerweise den Tieren nicht wehtut. Sehr scharfe Messer müssen gebraucht werden, und der Schlachter muss Fähigkeiten haben, ohne dem Tier zuviel Leid zuzufügen. Außerdem dürfen nur Tiere verzehrt werden, die unter Anrufung des Namens Gottes geschlachtet worden sind." mehr...

Abdul-Ahmad Rashid am 20.12.2007 .
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Abdul-Ahmad, Kamran und ihr "Hadsch-Friseur"
Abdul-Ahmad, Kamran und ihr "Hadsch-Friseur"

Nachdem wir diese Pilgerriten hinter uns gebracht haben, sind wir nun halbe Hadschis. Jetzt müssen wir noch unser Tieropfer bringen und die Kaaba in Mekka wieder sieben mal umrunden. Die Pilgerkleidung, den weissen Ihram, dürfen wir aber jetzt ablegen und wieder normale Kleidung anziehen.

Die Steinigung des Teufels war ein beeindruckendes Erlebnis: schon am frühen Morgen strömten die  Menschen zu dem Ort, an dem einst dem Propheten Ibrahim (deutsch: Abraham) der Teufel erschienen ist. Die Steinigung ist ein fester Bestandteil der Pilgerriten und wird von vielen Pilgern mit großer Inbrunst ausgeführt.

Das durften Kamran und ich gestern selber am eigenen Leib erleben, als wir vor der größten Säule standen und eine große Gruppe von Muslimen südostasiatischer Herkunft auf uns mit wild entschlossenem Blick zurannte und anfing, den Teufel zu steinigen. Ein Regen von Kieselsteinen prasselte auf uns nieder; einer davon traf mich am Kopf. Es gelang uns gerade noch, uns zu retten.

An dieser Stelle, wo die Säulen für die symbolische Steinigung stehen, kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Massenpaniken mit Todesfällen. Daher hat die saudische Regierung für dieses Jahr die bisher einzige bestehende Brücke zu diesen Säulen auf drei Stockwerke ausgebaut; ein viertes Stockwerk ist im Bau befindlich. Dadurch wurde die Zeremonie entzerrt und gestaltete sich friedlich.

Beim anschliessenden Haareschneiden entschieden wir uns für die mildeste Variante: wir liessen uns die Haare nur ein wenig kürzen; die meisten anderen entschieden sich für die radikale Variante und ließen sich gleich das ganze Haupthaar scheren. Alle waren sehr neugierig, als sie unsere Kamera sahen und wollten wissen, was wir machen. Als sie hörten, dass wir als Muslime über die Hadsch berichten, kam große Begeisterung auf.

Zum Opferfest möchten wir allen Musliminnen und Muslimen die besten Glückwuensche aus Mekka schicken. Kullu am wa antum bi kheir, aid mubarrak und bayram sherif mubarrak olsun!

Text: Abdul-Ahmad Rashid 

 

Hier im Film Abdul und ich beim Steinigen des Teufels in Mina. Während ich drehe werden wir zwei mal festgehalten. Einmal checkt die Polizei unsere Presseausweise, beim zweiten Mal dauert es länger. An so heiligen Orten dreht man ja auch nicht aber...

Kamran Safiarian


Beim Haare schneiden

Steinigung des Teufels

Kamran Safiarian am 20.12.2007 .
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Die Hadsch im ZDF-Fernsehen

20.12.2007 17:04
Kamran schneidet Filme.
Kamran schneidet Filme.

Ein halber Tag ohne Fotos und Filme - so viel Ruhe war selten. Und das ausgerechnet jetzt, wo wir, die wir am Computer mitfiebern, wissen: Da war die Steinigung des Teufels! Und wie gerne würden wir sehen, wie das "Teufel-steinigen" wohl geht. Und wir wissen: Kamran und Abdul-Ahmad müssten doch inzwischen neue "Frisuren" haben: der rituelle Kahlschnitt. Auch diese Bilder sähen wir gerne...

Bald ist es soweit: Kamran hat angerufen und erzählt, dass er in seinem Hotelzimmer sitzt und fleißig Filme schneidet. (Das Beweisfoto oben hat er per MMS geschickt.) Zwei Filme für das Blog - und außerdem auch für das ZDF-Mittagsmagazin und das heute-journal morgen am Freitag. 


Björn Raddatz am 20.12.2007 .
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Deutscher Pilger in Mekka

20.12.2007 09:06

Der deutsche Muslim Omar Faruq Odinius hat bereits drei Mal die Pilgerfahrt nach Mekka, die „Hadsch“, vollzogen. Somit darf er sich „Hadschi“ nennen. Das ist ein Ehrentitel, der aus der Zeit stammt, als die meisten Muslime die Anreise nach Mekka noch mit einer Karawane durchführten. Manche von ihnen waren, je nachdem aus welchem Teil des großen islamischen Reiches sie kamen, monatelang unterwegs. Für den Großteil der Gläubigen ist dies heute kein Problem mehr: Sie setzen sich einfach in das Flugzeug. Und mit der modernen Technik ist auch die Zahl der Pilger gestiegen: Mehr als zwei Millionen sind es mittlerweile jedes Jahr. Dies bedarf, so Umar Faruq Odinius, einer guten Organisation: „Es ist ja nicht so, wie in anderen Touristenzentren, wo sich die Leute dann auf Monate verteilen. Es gibt einmal im Jahr diese Zeit, wo die Pilgerfahrt vollzogen wird. Und das ist wie ein Wunder, dass da alles so ziemlich reibungslos klappt, dort vor Ort, und dass alle untergebracht und versorgt werden.“ mehr...

Abdul-Ahmad Rashid am 20.12.2007 .
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Abdul im saudischen Fernsehen
Abdul im saudischen Fernsehen

Gerade habe ich dem saudi-arabischen Fernsehen ein einstündiges Live-Interview gegeben, mit Anrufen aus Nigeria, Tansania, Kaschmir, den Emiraten und Saudi-Arabien.

Hintergrund: Pilger aus Europa in Mekka. Dieses Blog war auch ein großes Thema. Hier im Studio saß ich mit dem Moderator, im Hintergrund die Säulen, an denen der Teufel gesteinigt wird.


Saudisches Fernsehen

Fernsehdiskussion

Abdul-Ahmad Rashid am 19.12.2007 .
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Den Teufel steinigen

19.12.2007 14:41

Nach einer Stunde Schlaf und dem Morgengebet in Muzdalifa sind wir nach einer einstündigen Busfahrt und einer Bergsteigeretappe vorbei an Pilgern nun in Mina angekommen.

Beeindruckende Menschenmassen wie überall hier - sie pilgern zu den Säulen in Mina, wo der Teufel symbolisch gesteinigt wird. Das Ritual geht zurück auf den Propheten Abraham, den Gott als Beweis für die Stärke seines Glaubens gebeten hatte, seinen Sohn zu opfern.

Der Teufel wollte Abraham verführen, damit er dies nicht tue. Doch Abraham setzte sich gegen den Teufel durch und vertrieb diesen. Schließlich wollte Abraham seinen Sohn opfern, doch in letzter Minute schickte Gott ein Tieropfer. Denn Abraham hatte die Prüfung bestanden und bewiesen, wie stark sein Glaube ist.

Symbolisch steinigen Muslime dafür die Säulen in Mina und opfern danach ein Schaf. Als Zeichen der Unterwerfung unter Gott und der Selbstreinigung wird den Muslimen das Haar abrasiert. Das steht uns heute auch noch bevor...


Kamran in Mina

Abdul-Ahmad in Mina

Mina ist voller Menschen.

Zeltstadt in Mina

Kamran Safiarian am 19.12.2007 .
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Hadsch-Odyssee

19.12.2007 14:38
Abdul und Kamran im Bus
Abdul und Kamran im Bus
Nach meinem Dreh gestern mit Jalal hastete ich zurück in unser Camp - die Abfahrt nach Muzdalifah zu unserer nächsten Etappe stand bevor. In Muzdalifah sollten wir Steine sammeln um damit später den Sheitan (Teufel) in Mina zu steinigen. Die Abreise erfolgte pünktlich um 17 Uhr, doch wir kamen nur bis zum Tor unseres Camps. Gestandene, oder besser gesessene zweieinhalb Stunden verbrachten wir im Bus, danach kamen wir mehr schlecht als recht voran. Irgendwie erreichten wir Muzdalifah, aber der Fahrer hatte anscheinend gar keine Adresse, und so sprangen regelmäßig Mitfahrer aus dem Bus und fragten nach dem Weg. 

Es wurde immer schlimmer, Staus wechselten sich mit Orientierungslosigkeit ab. Schließlich fuhr der völlig entnervte Fahrer zum Camp nach Arafat zurück und nahm eine andere Route. Irgendwo zwischen Arafat und Muzdalifah steckten wir dann fest. Es ging nichts mehr.

Nach weiteren drei bis vier Stunden entschieden wir uns, die Reise zu Fuß fortzusetzen. Es war unbeschreiblich - überall Menschen auf der Straße, Autos, Hupen, Abgase - dazwischen eine Gruppe von circa acht ausländischen Journalisten samt uns. Unzählige Polizisten und Soldaten wurden befragt - keine Ahnung. Dabei bewegten wir uns in einem Radius von einem Kilometer um das Ziel in der Nähe der El-Meshal-Haram Moschee von Muzdalifah.

Schließlich drohte ich dem Chefarzt einer Klinik mit einem Sitzstreik, falls er uns nicht helfen würde, so erschöpft waren wir. Nach elf Stunden um 4 Uhr morgens erreichten wir unser Ziel - in bloß acht Kilometer Nähe. Überglücklich setzten wir uns zum Gruppenfoto zusammen und feierten unsre Ankunft mit Kamelfleisch und Reis.


Kamran Safiarian am 19.12.2007 .
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Kamran und Jalal
Kamran und Jalal

Den wichtigsten Tag der Hadsch habe ich gestern mit Jalal aus Sacramento verbracht. Während Abdul mit dem Hubschrauber über uns flog, bestieg ich mit meiner Kamera und Flip Flops den Berg Jabal al-Rahma. Es spielten sich unbeschreibliche Szenen ab. Pilger standen meditierend und betend auf dem Berg in der Ebene Arafat, von der bereits der Prophet Mohammad sagte: „Die Hadsch ist Arafat.“

Am Tag von Arafat vergibt Gott die Sünden derer, die ihn um Vergebung bitten. Die persische Gruppe aus den USA, der auch Jalal angehört, bestieg den Berg nicht. Begründung: Schiiten würden sich nicht über andere erheben wollen, sondern auf der Erde um Vergebung bitten und an diesem wichtigsten Hadsch-Tag gegen die Ungerechtigkeiten gegen Muslime weltweit kämpfen.

Ungewollt geriet Jalal, der mit Politik nicht viel am Hut hat, später in eine politische Demonstration - als meine Kamera drehte, wurden "Tod Amerika" und "Tod Israel"-Hetztiraden geschwungen. Der iranische Präsident Ahmadinejad ist auch in Mekka und so geriet das Beten und Meditieren der iranischen Gemeinschaft zu einer politischen Propagandaveranstaltung. Ayatollah Ray Shahin, Berater des obersten religiösen Führers Chamenei in Hadsch-Fragen, sagte uns im Interview, die Hadsch sei auch immer eine politische Botschaft und bekräftige Irans Recht auf eine zivile Nutzung der Atomenergie.

Jalal, der amerikanische Muslim, hielt sich derweil mit politischen Botschaften zurück und sagte mir auf dem Weg zum iranischen Zelt, der Islam sei seiner Meinung nach weiter als die Muslime: "Die Muslime hier schmeißen ihren Müll einfach weg, die Hygienesituation ist katastrophal und verantwortungslos. Das ist nicht der Islam." Mit Blick auf den Arafat-Tag sagte er, es sei für ihn das größte und beeindruckendste, was er bisher erlebt habe. Die friedlichen Menschenmassen seien ein Zeichen, dass der Islam eine Religion der Liebe sei und der Islam Friede unter den Menschen verbreiten wolle.

Nach einem köstlichen Mittagessen mit Jalal rannte ich durch Menschen und Bussen hindurch zurück zu unserer Unterkunft im Informationsministerium.


Kamran und Jalal

Kamran mit seiner VJ Kamera

Kamran Safiarian am 19.12.2007 .
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Eindrücke vom Berg Arafat, von elf Stunden Stau und der Ankunft in Muzdalifah.

Auf dem Berg Arafat

Kamran filmt Jalal.

Kamran und Jalal

Abdul und Kamran

Warten im Bus

Ankunft in Muzdalifah

Abdul und Kamran in der Pilgergruppe

Manche Pilger lagern auf der Straße.

Pilger in Rahma

Kamran Safiarian am 19.12.2007 .
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SMS aus dem Stau

19.12.2007 08:19

In Saudi-Arabien ist es zwei Stunden später als hier in Deutschland. Und gestern Abend um kurz vor halb elf, die Autobahn zwischen Frankfurt und Wiesbaden ist um diese Zeit ausnahmsweise mal frei, erreicht mich bei freiester Fahrt eine SMS-Nachricht aus dem Stau - nachts um halb eins in der Saudischen Wüste rund um Mekka.

Kamran schreibt: "Sitzen seit 7 Stunden im Bus von Arafat nach Mina. Busfahrer hat sich verfahren. Wir sind genervt und können nicht mehr. Denn nach der Ankunft geht es weiter zum Steinesammeln und morgen den Teufel steinigen. Foto folgt. KS" 


Björn Raddatz am 19.12.2007 .
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Das war der Flug über Arafat und den Berg Jabal Ramah, den ich auch mit meiner VJ-Kamera bestiegen habe. Gleich nach dem Drehende sind wir mit dem Pressetross in Richtung Muzdalifah unterwegs, wo wir Steine sammeln um den Teufel zu bewerfen.

Aber der Verkehr ist zusammengebrochen, seit zwei Stunden stehen wir an der selben Stelle. 


Der Flug über Arafat

Kamran Safiarian am 18.12.2007 .
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Die Ebene Arafat
Die Ebene Arafat
Erste Eindrücke von Arafat: Wir hatten soeben die Gelegenheit, mit einem Hubschrauber über das Gelände zu fliegen. Ich habe ein paar Bilder gemacht. Die Aussicht auf die landschaft und die Menschenansammlung war überwältigend!

Abdul im Helikopter

Die Ebene von Arafat

Berg der Barmherzigkeit

Die Ebene von Arafat

Namerah-Moschee in Arafat

Abdul-Ahmad Rashid am 18.12.2007 .
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Tag von Arafat

18.12.2007 15:27
Pilger auf dem Weg zum Berg
Pilger auf dem Weg zum Berg
Es ist sechs Uhr morgens und schon sind die Straßen voll von Menschen und Bussen, die von dem Ort Mina in die Ebene von Arafat strömen, wo sie den ganzen Tag im Gebet und Zwiegespräch mit Gott verbringen werden. An diesem Tag stehen alle Gläubigen in weiß gekleidet wie am jüngsten Tag vor ihrem Schöpfer. Denjenigen, die bereuen, werden ihre bisherigen Sünden vergeben. Darum ist Arafat der wichtigste Tag der Hadsch, nach dem Auspruch des Propheten Muhammad "Die Hadsch ist Arafat!"

Ein Schild markiert den Beginn der Ebene

Schon früh brechen die ersten auf...

...und strömen in die Ebene Arafat.

Pilger in der Wüste

Abdul-Ahmad Rashid am 18.12.2007 .
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Abendessen

18.12.2007 00:05
Die Mekkapilger des ZDF beim Abendessen im Pressezentrum. Wer pilgert, muss auch essen...

Abdul, Amr und Kamran beim Essen.

Abendessen im Pressezentrum.

ZDF-Pilger beim Abendbrot.

Abdul-Ahmad Rashid am 18.12.2007 .
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E-Mail aus "lightmoon"

17.12.2007 23:51
Kamran im Internetcafé
Kamran im Internetcafé
Das ist das kleine Internetcafe "lightmoon" um die Ecke unseres Hotels in Mekka, aus dem ich verzweifelt Mails, Bilder und Filme nach Deutschland absetze. Für jedes Foto muss man ungefähr drei Minuten warten, für  Filme braucht man noch mehr Geduld. In den Pausen trinke ich ständig Tee und unterhalte mich mit Shihab. Er erzählt mir, dass er gebürtiger Inder ist und aus dem südindischen Kerala stammt. Welch ein Zufall: Meine künftige Frau stammt auch aus Kerala - so klein ist die Welt. Nach vier Stunden schließlich sind acht Posts und ein Dutzend Bilder abgesetzt.   
Kamran Safiarian am 17.12.2007 .
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Mit Persern nach Arafat

17.12.2007 23:43
Per Anhalter in die Wüste
Per Anhalter in die Wüste

Nach einer knapp zweistündigen Fahrt mit einer persischen Pilgergruppe kommen wir gegen 22 Uhr in Arafat an. Ich begleite Jamal aus Sacramento (Sie kennen ihn aus dem Blog-Film aus dem Flugzeug) in das "persische Zelt".

Alte und junge Iraner, Exilperser wie Pilger aus Teheran beziehen Seite an Seite ihren Schlafplatz. Es wird Zeresk-Polo serviert, ein leckeres Nationalgericht. Leider muss ich mich schon vorher verabschieden, da wir mit anderen Journalisten separat untergebracht sind. Morgen, so erzählt man sich aufgeregt, werde der persische Präsident Ahmadinejad in Mekka erwartet. Jamal begleitet mich zum Ausgang, und wir verabreden uns für den nächsten Tag zum Interview. Unter Vorbehalt, denn in diesen Menschenmassen ist es eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, sich zu finden.

Ich kontaktiere Abdul und Amr, die bereits mit dem Informationsministerium vorgefahren sind. Leider kann mich niemand abholen, und auch die allseits präsente Polizei winkt ab, so dass ich mir spontan ein Motorrad herbeiwinke.

Der 22-jährige Ahmad fährt mich samt VJ-Kamera, Laptop und Rucksack gekonnt durch riesige Bus- und Menschenhorden. Ich verspreche ihm, ihn im Blog zu erwähnen.


Kamran kapert ein Motorrad

Jamal aus Sakramento...

...Kann Kamran ihn morgen wieder treffen?

Kamran Safiarian am 17.12.2007 .
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