Am 11. Februar beginnen die 60. Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Dann werden sich nicht nur wieder Stars aus aller Welt ein Stelldichein auf dem legendären roten Teppich geben. Auch ein Sonderprogramm der Berlinale, das der erfolgreiche Festivalleiter Dieter Kosslick 2007 ins Leben rief, ist erneut am Start: das "Kulinarische Kino".
Das Thema "Essen" spielte im Film schon immer eine wesentliche Rolle. In "Goldrausch" verspeiste Charlie Chaplin formvollendet seine Schuhe, in "Das grosse Fressen" vertilgen Michel Piccoli, Marcello Mastroianni, Ugo Tognazzi und Phillippe Noiret derartige Mengen an Lebensmitteln, dass sie buchstäblich daran krepieren. Und in dem Kultfilm "TAMPOPO" macht sich eine alleinerziehende japanische Mutter auf die Suche nach dem perfekten Nudelsuppenrezept.
Den Auftakt beim diesjährigen "Kulinarischen Kino" macht der Film "Ich bin die Liebe"; in der Hauptrolle Tilda Swinton, die sich beim genussvollen Verzehr einer Vorspeise leidenschaftlich in den Koch verliebt. Es geht in dieser besonderen Veranstaltungsreihe der Berlinale aber nicht nur um "Essen und Erotik" im Film, sondern auch um Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Umgang mit den Nahrungsmittelressourcen. Seit Jahren ist Carlo Petrini, der Begründer der "Slow-Food"-Bewegung, zu Gast bei den Internationalen Filmfestspielen.
Und um diesen verantwortungsvollen Umgang im Speziellen und die Entwicklung der Esskultur in Deutschland im Allgemeinen geht es auch in der kulinarischen Talkrunde. Neben Dieter Kosslick sind eingeladen: Wolfram Siebeck, der "Reich-Ranicki" der Gastronomiekritik, er hat mit seinen Zeitungsartikeln und Büchern wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen, Sarah Wiener engagiert sich besonders für eine gesunde Ernährung bei Kindern, Susanne Kippenberger, Schwester des bekannten, 1997 verstorbenen Künstlers Martin Kippenberger, hat ein Buch über die kulinarische Bohème geschrieben, Christian Lohse, Chef im Restaurant "Fischers Fritz", ist Berlins einziger Zwei-Sterne-Koch und verantwortlich für das Eröffnungsmenü beim "Kulinarischen Kino" 2010.
Über "Kino, Kunst und Küche - Kulinaristik als Weltanschauung" diskutiert Volker Panzer mit seinen Gästen Dieter Kosslick, Wolfram Siebeck, Sarah Wiener, Susanne Kippenberger und Christian Lohse im ZDF-nachtstudio am Sonntag, den 7. Februar 2010 um 0.25 Uhr.
Literaturtipps:
"Eher muss man darauf achten, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt." (Seneca)
Das nächste ZDF-nachtstudio kommt am 21. Februar 2010. Zum Thema "Weltmodell Vancouver - Was können wir von Kanada lernen?" diskutiert Volker Panzer von den Olympischen Winterspielen in Whistler mit seinen Gästen: Marianne Boelscher-Ignace, Ethnologin an der Simon-Fraser-Universität in Kamloops, Julian Dierkes, Asienwissenschaftler an der University of British Columbia in Vancouver, Daniel Pauly, Fischereiökologe, ebenfalls an der University of British Columbia in Vancouver, Ulrike Radermacher, die Anthropologin ist Lehrbeauftragte für First Nations Studien und Museumskunde an der University of British Columbia und Jochen Schliessler, Dokumentarfilmer, der auch in Vancouver lebt.