Papst Benedikt streichelt einen Koalabären. Quelle: dpa
Dieser Koalabär hat es dem Papst angetan.

Weltjugendtag 2008

Papst in Sydney eingetroffen

Kälte überrascht Pilger - Airline spendet Decken

Papst Benedikt XVI. ist am Mittwoch im Herzen von Sydney eingetroffen. Wie bereits am Tag zuvor grüßte er die Pilger mit einer SMS. Unterdessen macht einigen Jugendlichen die Kälte des australischen Winters zu schaffen. Eine Tageszeitung ruft bereits zu Deckenspenden auf. Auch der Obdachlosenorganisation "Homeless Voice" bereitet die Kälte sorgen: Sie warf den WJT-Veranstaltern vor, die Obadachlosen aus der Innenstadt vertrieben und in einen offenen Park geschickt zu haben, in dem es keinen Schutz vor Wind oder Regen gibt.

 
 
 

"Der Heilige Geist hat uns Apostel gegeben und gibt dir die Kraft, klar auszurufen, dass Christus auferstanden ist! BXVI" lautete die SMS-Botschaft des Papstes. Zu sehen bekamen die Pilger den Pontifex allerdings noch nicht. Als er in einer Kolonne weißer Autos auf das Gelände der St. Mary's-Kathedrale fuhr, waren die Straßen mit hohen Gitterzäunen abgesperrt.

Die offizielle Begrüßung des Kirchenoberhaupts zum Weltjugendtag findet am Donnerstag statt. Dann fährt Benedikt im Hafen von Sydney mit einem Boot vor. Dort werden zehntausende Pilger erwartet. Der Papst will sich dann erstmals an das Kirchenvolk wenden, ehe er mit dem Papamobil durch die Straßen von Sydney fahren wird. In Sydney sind mehr als 220.000 junge Menschen versammelt.

Papst streichelt einheimische Tiere

Am Mittwoch hat Papst Benedikt XVI. Bekanntschaft mit der einzigartigen einheimischen Tierwelt gemacht. Neben dem Wallaby "Joey" brachten Mitarbeiter des Taronga-Zoos auch einen Koala, einen Ameisenigel, eine Python-Schlange, ein Baby- Krokodil und eine Eidechse in das Studienzentrum Kenthurst im Nordwesten Sydneys. Dort hat sich das Kirchenoberhaupt in den vergangenen Tagen ausgeruht. Der Papst habe jedes Tier gestreichelt, berichtete der Sprecher des Weltjugendtages.

Jugendliche beim Weltjugendtag 2008 in den Straßen von Sydney. Quelle: dpa
dpa
Vor allem Jugendliche aus warmen Ländern haben die Kälte des australischen Winters wohl unterschätzt.

Währenddessen fordert die Tageszeitung "The Daily Telegraph" seine Leser auf, entbehrliche Decken und Schlafsäcke in die Massenunterkünfte der Jugendlichen zu bringen. Es lancierte seinen Appell, nachdem drei Jugendliche aus dem Südpazifik mit Grippe-Symptomen kurzzeitig in ein Krankenhaus eingeliefert worden waren. Zudem sei eine Gruppe afrikanischer Besucher ohne Schlafsäcke angekommen.

Übernachtung bei zehn Grad im Freien

Bei der Begegnung mit dem Papst am Samstag und Sonntag werden Hunderttausende junger Menschen auf der Pferderennbahn von Randwick im Freien übernachten. Dabei werden Nachttemperaturen um zehn Grad Celsius erwartet. Presseberichten zufolge stiftete die Fluggesellschaft Qantas 10.000 ausrangierte Decken für die Open-Air-Veranstaltung am Wochenende.

Auch der Obdachlosenorganisation "Homeless Voice" macht die Kälte sorgen. Sie warf den Veranstaltern vor, Obdachlose aus ihren gewöhnlichen Aufenthaltsorten in der Innenstadt vertrieben zu haben. Während des Gipfeltreffens des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) im September 2007 seien die Obdachlosen vorübergehend in Motels untergebracht worden. Jetzt zum Weltjugendtag habe man sie in einen offenen Park geschickt, in dem es keinen Schutz vor Wind oder Regen gebe, sagte ein Sprecher der Tageszeitung "Sydney Morning Herald".

Hilfe für Obdachlose angeblich garantiert

WJT-Cheforganisator Weihbischof Anthony Fisher wies den Vorwurf energisch zurück. Er bestätigte zwar, dass die Obdachlosen ihre Plätze in der Innenstadt und im Park "Domain" neben der katholischen Kathedrale für die Dauer des WJT hätten verlassen müssen. Das sei aber nur geschehen, um sie vor neugierigen Blicken zu schützen. Es sei garantiert, dass alle sozialen Hilfen katholischer Organisationen wie die täglichen Essensausgaben für die Obdachlosen auch während des WJT voll funktionsfähig seien.